Montag, 29. Juli 2013

Musica Imperiale - "Des Kaisers Ohrenschmaus" (Ambitus)

Hofkapellen, zumal an den bedeu- tenden europäischen Höfen, hatten in der Frühen Neuzeit enorme Be- deutung für die Pflege des Reper- toires – und für die Verbreitung musikalischer Innovationen. 
So holte Kaiser Ferdinand II. Musiker aus Italien nach Wien. Seine Hofkapellmeister Giovanni Priuli und Giovanni Valentini, bestens ausgebildet in Venedig, brachten nicht nur handwerkliche Bravour, sondern auch die damals moderne Musizierweise von dort mit.
Das 2002 gegründete Ensemble Capella Caesarea, das sich kühn mit diesem Namen in die Nachfolge der Wiener Hofkapelle stellt, präsen- tiert auf der vorliegenden CD Musik aus jener Zeit. Die ausgewählten Werke machen die allmähliche Emanzipation der Instrumente hörbar. In den Noten steht nicht länger per canto oder Cornetto ò Violino; die Stimmen berücksichtigen zunehmend die technischen Möglichkeiten und den Klangcharakter des verfügbaren Instrumen- tariums. 
Allerdings schöpfen die Musiker der Capella Caesarea die ganze bunte Palette an Klangfarben nur selten aus. So wirken die Werke von Marco Antonio Ferro, Antonio Bertali, Giovanni Battista Buonamente und Giovanni Valentini oft eher wie mit dem breiten Pinsel gestrichen. Weniger ist, was die Besetzung bei derart alter Musik angeht, offenbar oftmals mehr – und man wünscht sich zudem nicht nur mehr klang- liche, sondern auch mehr dynamische Differenzierung. Schade.  

1 Kommentar:

  1. Hallo, wie kann man denn Kontakt zu Ihnen aufnehmen? Es gäbe vlt eine interessante Möglichkeit, zusammenzuarbeiten :) Bitte melden Sie sich doch bei uns, Sie haben auch schonmal eine CD von uns rezenziert www.thetwiolins.de

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