Donnerstag, 15. Februar 2018

Mozart: Piano Concertos Nos 23 & 27; Pressler (Cavi Music)

Der Pianist Menahem Pressler, Jahrgang 1923, ist ein Phänomen. Nachdem er jahrzehntelang vor allem mit dem Beaux Arts Trio erfolgreich musiziert hatte, wurde er nach der Auflösung des Klaviertrios im Jahre 2008 zu einem weltweit ebenso gefragten Solisten. 
Seine Konzerte gestaltet er mit der Weisheit des Alters: „Wenn ich heute spiele, spiele ich ja nicht mehr für den Erfolg“, zitiert das Beiheft zu dieser CD den Pianisten. „Wenn ich spiele, dann um mit meinem Publikum die Liebe zu den Werken, die ich empfinde, zu teilen. Und ich spiele nur die Werke, die ich liebe. Ich akzeptiere nicht, was ich nicht üben möchte – oder man könnte sogar sagen: was ich nicht kann.“ 
Ein schönes Beispiel dafür ist auf dieser CD zu hören. Es handelt sich um Mitschnitte von Konzerten, die Pressler im Mai und im Dezember 2016 in Magdeburg gegeben hat – jener Stadt, in der er einst das Licht der Welt erblickte. Gemeinsam mit der Magdeburgischen Philharmonie spielte er unter Leitung von Generalmusikdirektor Kimbo Ishii zwei Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart – im Mai das B-Dur-Konzert KV 595, das letzte aus Mozarts Feder, und im Dezember dann das Klavierkonzert A-Dur KV 488. Als Zugaben spielte Menahem Pressler La Cathédrale engloutie aus aus den Préludes von Claude Debussy sowie ein Nocturne und eine Mazurka von Frédéric Chopin. 
Und man muss sagen: Beeindruckend! Pressler gestaltet jede einzelne Phrase, jede Passage durchdacht und mit unbeschreiblicher Finesse. Und trotz seines hohen Alters – bei dem zweiten Konzert in Magdeburg, am 16. Dezember 2016, feierte Pressler seinen 93. Geburtstag – bietet dieser Pianist nicht Technik und Routine, sondern tiefe Empfindung, Innigkeit, ein Klavierspiel, frei von jeder Eitelkeit und Oberflächlichkeit. Unbedingt anhören - einzigartig! 

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