Donnerstag, 30. Dezember 2010

Sarasate: Music for Violin and Orchestra 2 (Naxos)

Pablo de Sarasate (1844 bis 1908) begann seine Ausbildung auf der Geige als Fünfjähriger. Mit acht Jahren war er bereits so gut, dass sich ein Mäzen fand, der ihm das Studium in Madrid finanzierte. Mit Stipendien von Königin Isabella II. und der Provinz Navarra wechselte er anschließend im Alter von zwölf Jahren an das Pariser Konserva- torium, wo er ein Schüler von Jean-Delphin Alard wurde. Drei Jahre später startete er seine Solistenkarriere. 
Sarasate war als Virtuose berühmt - und viele Zeitgenossen schrieben Werke für ihn, unter anderem Saint-Saens, Bruch, Wieniawski, Dvorák oder Lalo. Sarasate komponierte aber auch selbst eine Vielzahl von Stücken für sein Instrument. Auf dieser CD hat die junge chinesische Violinistin Tianwa Yang einige davon eingespielt - so die berühmten Fantasien über Carmen op. 25 und über Gounods Roméo et Juliette, op. 5. Solche Opernparaphrasen machten Sarasate bekannt, sie führten aber auch dazu, dass er zunächst als musikalisches Leicht- gewicht galt. Darunter litt insbesondere sein deutscher Kollege Joseph Joachim, der sich als sehr viel seriöser empfand, aber in der Gunst des Publikums ebenso wie bei den Gagen oftmals hinter seinem spanischen Kollegen zurückstehen musste. 
Mit den Canciones rusas op. 49 bedankte sich Sarasate bei seinem russischen Publikum. El canto del ruisenor op. 29 imitiert kunstvoll den Gesang einer Nachtigall. Eduard Lalo war von diesem Stück so beeindruckt, dass er es orchestrierte. La Chasse op. 44 widmete Sarasate seinem brillanten belgischen Kollegen César Thomson - und Yang zeigt, dass dieses kühne Virtuosenstück noch heute durchaus in der Lage ist, Zuhörer zu verblüffen. Das gilt erst recht für das letzte Stück auf dieser CD, Jota de Pablo op. 52, mit seiner enormen tech- nischen Raffinesse. Yang spielt exzellent, virtuos und überzeugend. Begleitet wird sie vom Orquesta Sinfónico de Navarra, gegründet 1879 von Sarasate, und bei dieser Aufnahme dirigiert von Ernesto Martínez Izquierdo, der das Orchester seit 1997 leitet.

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