Samstag, 7. Januar 2012

Meyerbeer: Il crociato in Egitto (Naxos)

Giacomo Meyerbeer, eigentlich Jakob Liebmann Meyer Beer (1791 bis 1864), war einer der bedeu- tendsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts. Zu seinen Lehrern gehörten unter anderem Carl Friedrich Zelter, Abbé Vogler und Antonio Salieri. Letzterer riet ihm, nach Italien zu gehen. Dort schrieb Meyerbeer eine ganze Reihe Opern, doch der Durchbruch gelang ihm erst in Paris, wo er gemeinsam mit dem Dramatiker Eugène Scribe die Opern Robert
le Diable
, Les Huguenots, Le prophète und L'Africaine schuf. Kein Zweifel: Die Grand opéra lag ihm. 
Doch auch der Stil Rossinis war Meyerbeer nicht fremd, wie die letzte in Italien entstandene Oper zeigt. Il crociato in Egitto, nach einem Libretto von Gaetano Rossi, wurde 1824 im Teatro La Fenice in Vene- dig uraufgeführt. Von dort stammt auch die Einspielung aus dem Jahre 2007, die das Label Naxos nun auf drei CD vorlegt. 
Die Handlung ist nicht unbedingt das, was man sich für vier lange Stunden wünscht. Held dieser Oper ist der Kreuzritter Armando d'Orville, der unter falschem Namen am Hofe von Sultan Saladin lebt - und dessen Tochter Palmide, die heimlich zum Christentum konver- tiert ist, ebenso heimlich geheiratet hat. Doch da naht schon das Unheil in Gestalt von Armandos früherer Verlobter Felicia, die sich als Mann verkleidet hat und gemeinsam mit Armandos Onkel Adriano di Monfort in Ägypten eintrifft. Daraus entstehen böse Verwicklun- gen, die Anlass zu vielen, teilweise ziemlich virtuosen Arien geben - und angesichts der herrlichen Musik verzeiht man gerne sämtliche Schwächen dieser Geschichte.  
Das liegt nicht zuletzt an Patrizia Ciofi, die die schwierige Partie der Palmide perfekt gestaltet. Sie ist ohne Zweifel der Star des Ensembles, das jedoch auch sonst nicht schlecht besetzt ist. Sehr hörenswert sind beispielsweise die beiden Mezzosopranistinnen Silvia Pasini und Laura Polverelli als Alma und Felicia, sowie Marco Vinco als Aladino und Iorio Zennaro als Osmino. Die Besetzung der Rolle des Armando d'Orville hingegen ist Geschmackssache. Sie wurde seinerzeit für einen Kastraten geschrieben; der amerikanische Sopranist Michael Maniaci verfügt zwar über ein beträchtliches Stimmvolumen, aber für diese Partie würde man sich doch etwas mehr virtuose Stimmführung und Delikatesse in der Gestaltung wünschen. 

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