Sonntag, 10. April 2011

Hassler: Sacred and secular music (Etcetera)

Zu den musikalischen Erben von Orlando di Lasso gehört ohne Zweifel Hans Leo Hassler (1564 bis 1612). Wie seine beiden Brüder Kaspar und Jakob, erhielt er seine Grundausbildung von seinem Va- ter Isaak Hassler, einem Organi- sten und Musikverleger, der seit 1554 in Nürnberg lebte. In dem Verlag erschienen unter anderem Werke di Lassos und seines Schülers Leonhard Lechner. Man darf davon ausgehen, dass der junge Hassler sie gründlich studiert hat.
1584 ging Hassler nach Venedig; die Stadt galt damals als führende europäische Musikmetropole. Dort nahm er Unterricht bei Andrea Gabrieli, dem Organisten der Markuskirche, einem Schüler di Lassos. Er übte sich im mehrchörigen Musizieren und Komponieren, begei- sterte sich aber offenbar auch für das Madrigal und die eher tänzeri- sche italienische Canzonetta.
Wieder in Deutschland, wurde Hassler 1585 Kammerorganist des Grafen Octavian II. von Fugger in Augsburg. Nach dem Tode seines Dienstherrn kehrte der mittlerweile zum Kaiserlichen Hofdiener ernannte und in den Adelsstand erhobene Komponist nach Nürnberg zurück. Dort wirkte er als städtischer Musikdirektor. Außerdem erwies er sich auch als ein geschickter Mechanikus, dessen Musik- automaten sehr gefragt waren, und als findiger Kaufmann. Dennoch ging er 1608 als Kammerorganist an den Hof Christians II. nach Dresden. Hassler starb 1612 auf einer Reise in Frankfurt/Main an Tuberkulose.
Die vorliegende Doppel-CD gibt einen Überblick über sein geistliches und weltliches Schaffen. Sie enthält Kompositionen, die während der Augsburger Jahre für den katholischen Gottesdienst entstanden, ebenso wie evangelische Kirchenmusik aus seiner Nürnberger Zeit, Instrumentalwerke, insbesondere Intraden, sowie Madrigale, Canzonetten und Teutsche Gesäng nach italienischem Vorbild, die noch heute von Chören gern gesungen werden. Das belgische Ensem- ble Currende musiziert unter Erik van Nevel sehr solide, aber für meinen Geschmack könnte alles ein bisschen engagierter und tempe- ramentvoller vorgetragen werden. Auch die Textverständlichkeit lässt leider zu wünschen übrig. 

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