Musica boscareccia, Wald-Liederlein auff Italian-Villanellische Invention – das ist der Name eines Werkes von Johann Hermann Schein (1586 bis 1630). Über den Lebenslauf des Musikers, der 1616 als Nachfolger von Seth Calvisius Thomaskantor in Leipzig wurde, wurde hier im Blog bereits an anderer Stelle berichtet. Und dies ist auch ganz sicher nicht die letzte CD mit Werkes dieses Komponisten, die ouverture vorstellen wird. Denn Schein gehört wie Scheidt und Schütz zu den bedeutendsten Meistern seiner Generation.
Es wird also nicht verwundern, dass sich die Leipziger Bürger freuten, den erfolgreichen jungen Musiker, weiland Hofkapellmeister in Weimar, für ihre Stadt gewonnen zu haben. Bekannt war er dort bereits, denn Schein hatte in Leipzig studiert, und schon einige Werke veröffentlicht – so 1609 die Liedersammlung Venus-Kräntzlein, und 1617 eine Kollektion von Tänzen, das Banchetto musicale.
Auch wenn er dann als Thomaskantor im Bereich der Kirchenmusik eben- falls bedeutende Kompositionen schuf – so erschienen 1618 und 1626 in zwei Teilen die Opella nova, und 1623 veröffentlichte Schein das berühmte Israelsbrünnlein – ließ Schein doch keinen Zweifel daran, dass er sich nicht als Kantor, sondern eher als städtischer Musikdirektor sah. Die weltliche Musik hatte für Schein keine geringe Bedeutung – 1625 servierte er sogar einen Studenten-Schmauß, eine Sammlung witziger Trinklieder.
Die Wald-Liederlein, erschienen in drei Teilen 1621, 1626 und 1628, können durchaus als das weltliche Hauptwerk gelten. Mit den kunstvollen dreistimmigen Villanellen in der Manier italienischer Generalbass-Madrigale bediente Schein die Nachfrage nach einfachen, volkstümlich gehaltenen Vokalwerken fürs gesellige Musizieren. Und die humorvollen Texte mit ihrer bisweilen prallen Sinnlichkeit dürften wohl nicht unwe- sentlich zur Beliebtheit dieser Stücke beigetragen haben.
Das United Continuo Ensemble unter Leitung von Thor-Harald Johnsen hat nun für diese CD eine ansprechende, kurzweilige Auswahl aus den insgesamt 50 Wald-Liederlein zusammengestellt. Musiziert wird klanglich abwechslungsreich; es singen Julla von Landsberg und Christine Maria Rembeck, Sopran, sowie Florian Götz, Bariton.
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Freitag, 13. November 2015
Sonntag, 29. Dezember 2013
Early Birds (Klanglogo)
Vom Gesang der Vögel ließen sich zahlreiche Komponisten inspirie- ren. Das Trillern und Zwitschern faszinierte die Musiker, die ihrer- seits versuchten, diese Klänge nachzuahmen – mitunter berückend naturalistisch, wie Theodor Schwartzkopff (1659 bis 1732) in seiner Sonata all'imita- tione del Rossignuole el del Cucco, ein ander Mal eher stilisiert, wie Christoph Graupner (1683 bis 1760) in dem Satz Uccellino chiuso aus der Orchestersuite in G-Dur GWV 466, in der man das eingesperrte Vögelchen erst jammern und flehen und letztlich tot von der Stange fallen hört.
Etliche solcher Pretiosen aus der Zeit des Barock hat Simon Borutzki gemeinsam mit der Hofkapelle Schloss Seehaus sowie mit der Sopra- nistin Julia von Landsberg auf dieser CD zusammengetragen. Es sind zahlreiche Weltersteinspielungen darunter, Werke von bekannten ebenso wie von unbekannten Komponisten. Und man staunt, wie virtuos man auf Blockflöten musizieren kann. Borutzki setzt hier gleich eine ganze Schar davon ein, vom winzigen Sopranino bis zur gewichtigen Bass-Blockflöte. Gemeinsam mit Heidi Gröger an Violon- cello und Viola da gamba, Thor-Harald Johnsen an Theorbe, Renais- sance- und Barockgitarre und Torsten Übelhör an Cembalo und Orgel gestaltet er ein auch klanglich höchst ansprechendes, abwechslungs- reiches Programm. Unbedingte Empfehlung!
Etliche solcher Pretiosen aus der Zeit des Barock hat Simon Borutzki gemeinsam mit der Hofkapelle Schloss Seehaus sowie mit der Sopra- nistin Julia von Landsberg auf dieser CD zusammengetragen. Es sind zahlreiche Weltersteinspielungen darunter, Werke von bekannten ebenso wie von unbekannten Komponisten. Und man staunt, wie virtuos man auf Blockflöten musizieren kann. Borutzki setzt hier gleich eine ganze Schar davon ein, vom winzigen Sopranino bis zur gewichtigen Bass-Blockflöte. Gemeinsam mit Heidi Gröger an Violon- cello und Viola da gamba, Thor-Harald Johnsen an Theorbe, Renais- sance- und Barockgitarre und Torsten Übelhör an Cembalo und Orgel gestaltet er ein auch klanglich höchst ansprechendes, abwechslungs- reiches Programm. Unbedingte Empfehlung!
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