Samstag, 16. Januar 2021

Masterpieces Among Peers (Tyxart)


 Zwei Spätwerke kombiniert das Namirovsky-Lark-Pae Trio auf diesem Album: Es erklingen die überarbeitete Version des Klaviertrios Nr. 1 op. 8 von Johannes Brahms (1833 bis 1897) und das Klaviertrio Nr. 2, H. 178 von Frank Bridge (1879 bis 1941). 

Diese Zusammenstellung „mag auf den ersten Blick als eine seltsame Wahl erscheinen“, räumt Misha Namirovsky ein. Doch das Anliegen des Pianisten ist es, gemeinsam mit Tessa Lark, Violine, und Deborah Pae, Violoncello, sowohl das Publikum als auch die Musikerkollegen auf Bridges Komposition aufmerksam zu machen. 

Deshalb stellt das Ensemble bei seinem CD-Debüt sein Klaviertrio neben Brahms‘ beliebtes und bekanntes Werk. Die Aufnahme vermag in jeder Hinsicht zu überzeugen. 


Wilms: Sonatas for piano and flute op. 15 (MDG)

 


Jan Wellem Wilms gewann 1816 den Wettbewerb, mit dem eine Nationalhymne für das neu gegründete Königreich der Niederlande gesucht wurde. Er gilt als der bedeutendste niederländische Komponist seiner Zeit – doch eigentlich stammte er aus Deutschland: Johann Wilhelm Wilms (1772 bis 1847) kam im Bergischen Land zur Welt, und seine Ausbildung begann er bei seinem Vater, der als Lehrer auch Orgel spielte. 

Eigentlich sollte er Pfarrer werden, aber darauf hatte der junge Mann offenbar wenig Lust; 1791 reiste er nach Amsterdam – und dort blieb er dann, musizierte, unterrichtete Flöten- und Klavierschüler, und nahm auch selbst Unterricht. Innerhalb weniger Jahre konnte er sich im europäischen Musikleben etablieren; so wurden seine Werke unter anderem in Leipzig aufgeführt und von den dortigen Verlegern publiziert. 

Auf dieser CD präsentieren Helen Dabringhaus und Sebastian Berakdar in Weltersteinspielung Wilms‘ Flötensonaten op. 15. Hört man diese eleganten Musikstücke, wird man bedauern, dass jener das Komponieren nur als Nebenbeschäftigung betrieben hat. Die Aufnahmen sind auch technisch exquisit, und Flötistin Helen Dabringhaus lässt im Dialog mit Sebastian Berakdar diese kleinen Juwelen des Repertoires so recht funkeln und strahlen. 

Wilms hat es verstanden, den Klang der Flöte – ein Instrument, das seinerzeit technisch noch unausgereift war und deshalb von etlichen Komponisten ignoriert wurde – neben dem Klavier bestens zur Geltung zu bringen. Es ist auch deshalb erstaunlich, wie derart attraktive Werke so lange unbeachtet bleiben konnten.