Posts mit dem Label Vienna Vocal Consort werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vienna Vocal Consort werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 1. Februar 2014

Byrd - Vienna Vocal Consort (Klanglogo)

William Byrd (um 1543 bis 1623) war überzeugter Katholik. Das ist durchaus erwähnenswert, denn er bekannte sich zu diesem Glauben zu einer Zeit, da dies in England Kopf und Kragen kosten konnte. Er wirkte, ebenso wie sein Lehrer Thomas Tallis, als Organist der Chapel Royal in London, und galt als „englischer Palestrina“. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Thomas Morley und Thomas Tomkins.
Byrd schuf mehr als 500 Werke, überwiegend Chormusik. Darunter sind auch Messen, die allerdings sehr wahrscheinlich nicht für prachtvolle Gottesdienste in großen Kathedralen, sondern für heimliche Zusammenkünfte in privatem Rahmen geschrieben worden sind.
Eine solche Komposition, die Mass for five voices, gesungen vom Vienna Vocal Consort, enthält diese CD, eingebettet in weitere Werke des Musikers sowohl in englischer als auch in lateinischer Sprache. Denn selbstverständliche schuf Byrd auch Musik für den anglikani- schen Gottesdienst. Nachdem er sich 1593 vom Hof zurückgezogen hatte, scheint er Kirchenmusik allerdings nur noch für seine Glaubensgefährten komponiert zu haben.
Die zwei Sängerinnen und drei Sänger des Wiener Vokalensembles singen mit schönem Ton und mit Inbrunst; leider fehlt es dieser Aufnahme aber an dynamischer Differenzierung, was erst zu einem gewissen Klangbrei und dann, beim Hörer, zur Langeweile führt. Schade.  

Mittwoch, 27. März 2013

Passion - Vienna Vocal Consort (Klanglogo)

"Die erste Begegnung des Vienna Vocal Consort mit Joachim von Burcks 'Passion nach Johannes' war flüchtig, ein kurzfristig anberaumtes Projekt für eine Karfreitags-Messe in Wien", berichtet Martin Jan Stepanek, im Hauptberuf Journalist, der Tenor des Ensembles, im Beiheft zu dieser CD. "Beim Zusammenstellen eines Osterprogramms tauchte die Passion wieder auf und hat uns nicht mehr losgelassen. Die schnörkellose Komposition und der unmittelbare Fokus auf den Kern der Passionsgeschichte fas- zinieren und berühren ungemein. Verglichen mit Bachs elaborierten Passionsvertonungen ist es erstaunlich, mit welch geringem Auf- wand Burck eine derartige Tiefe der Erzählkunst erzeugt."
Joachim von Burck (1546 bis 1610) wirkte als Kantor und Organist an St. Blasius, einer der beiden Hauptkirchen in Mühlhausen. Als er in die kleine thüringische Stadt kam, bekannte sich diese noch nicht allzu lange zum Protestantismus. So wurde Joachim von Burck dort zum Wegbereiter des kirchlichen Musiklebens. Reichlich hundert Jahre, bevor Johann Sebastian Bach als Organist an Divi Blasii wirkte, komponierte Joachim von Burck eine große Anzahl von Werken für den Gebrauch im Gottesdienst, darunter auch zwei Passionsmusiken. Sie gelten als die frühesten überlieferten Passionen in deutscher Sprache überhaupt. 
Ganz im Sinne Luthers, konzentriert sich der Komponist dabei auf die Ausdeutung des Textes: "Denn ich habe mich befliessen die wort also unter die noten zu bringen / das fast eine jede syllabe ire noten habe / und die vier Stimmen die wort gleich singen / das der Zuhörer die wort deutlich vernemen kann", schreibt er in seiner Vorrede. "Um den Farbenreichtum auszuschöpfen, haben wir das vierstimmige Stück in wechselnden Besetzungen auf die fünf Ensemblemitglieder verteilt", schreibt Stepanek. 
Ergänzt haben die Sänger die beiden Passionsmusiken durch O vos omnes in einer Vertonung durch Hieronymus Praetorius (1560 bis 1629), Mein himmlischer Vater, in dem Caspar Othmayr (1515 bis 1553) die letzten Worte Martin Luthers in Musik gesetzt hat, und ein klangschönes Magnifikat von Wolfgang Figulus (1525 bis 1589). 
Das Vienna Vocal Consort gehört zu den renommierten Vokalensembles Österreichs speziell im Bereich der "Alten" Musik. Elke Pürgstaller, Sonja Napetschnig, Martin Jan Stepanek, Michael Stelzhammer und Christoph Chlastak-Coreth singen mit geschulten Stimmen, aber sie verdienen ihre Brötchen nicht im Sängerberuf. Wer das nicht weiß, der wird es kaum mitbekommen, denn die fünf Wiener singen harmonisch aufeinander abgestimmt, sauber und ausdrucksstark. Bravi!