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Mittwoch, 1. September 2021

Haydn: Baryton Trios (Naxos)

 


Joseph Haydn (1732 bis 1809) war viele Jahre lang am Hof der Familie Esterházy tätig. Seine Dienstherren waren sehr vermögend, und sie schätzten die Musik. So liebte Fürst Nikolaus den Klang des Barytons, und er spielte das Instrument auch selbst. 

Die Viola di bordone ähnelt einer Gambe und wird auch so gespielt; allerdings hat sie zu den sechs normalen (Darm-)Saiten zusätzlich noch Resonanzsaiten aus Metall, die auch gezupft werden können. So entsteht die typische Klangfärbung. Das aufwendige Instrument war immer eine Rarität; gespielt wurde es vor allem von der Aristokratie, und von einigen wenigen professionellen Musikern. 

Haydn schrieb mehr als 170 Kompositionen für Baryton, darunter über 120 Trios für Baryton, Viola und Violoncello. Eine kleine Auswahl dieser Werke präsentiert das Valencia Baryton Project auf dieser CD. Sehr elegante Musik, höchst hörenswert. 


Dienstag, 22. Oktober 2019

Maddalena and the Prince (Deutsche Grammophon)

„Sehr verehrtes Publikum“, so schreibt Maddalena Del Gobbo im Beiheft zu dieser CD, „tauchen Sie mit mir ein in die Welt von Fürst Nikolaus I. Esterházy, genannt der 'Prachtliebende', und seiner geliebten Musik.“ 
Der Fürst war Dienstherr bedeuten- der Musiker.  Und er war selbst ein begeisterter Instrumentalist. Joseph Haydn, sein Hofkapellmeister, komponierte mehr als 150 Werke für ihn; eine große Zahl davon ist überliefert. 
Wie gut Fürst Nikolaus das Baryton spielte, davon also vermittelt diese CD eine Ahnung. Auch dieses Instrument ist prachtvoll, findet Maddalena Del Gobbo: „Sechs gestrichene (Darm-)Saiten, neun oder mehr Resonanzsaiten (aus Metall), geschnitzte Köpfe, feinste Verzierungen und ein Klang, der edel und anmutig ist.“ 
So ist die Einspielung ein Fest für alle, die den Klang der tiefen Streicher lieben. Denn neben dem Baryton und der Viola da gamba, virtuos präsentiert von Maddalena Del Gobbo, erklingen Viola und Violoncello, gespielt von Robert Bauerstatter und David Pennetzdorfer.  
Diese Besetzung ist zugleich ein wunderbares Beispiel für die Wende vom Barock zur Klassik, erläuert die Solistin: „Ein barockes Instrument wie das Baryton begegnet einer Viola und einem Violoncello, sozusagen den Vertretern der Klassik und der späteren Romantik. Aber diese Begegnung ist trotzdem unglaublich harmonisch.“ Galante Musik, voll Noblesse und Grazie. 
Dieses Repertoire verdient es durchaus, wiederentdeckt zu werden. So erklingt eine außergewöhnlich anspruchsvolle Sonate von Franz Xaver Hammer (1741 bis 1817), offenbar ein Barytonvirtuose. Hier musiziert Maddalena Del Gobbo gemeinsam mit Ewald Donhoffer, Cembalo.  Entstanden ist die zauberhafte Aufnahme an historischer Stätte – im Haydnsaal des Schlosses Esterházy in Eisenstadt.