Der große Geiger Fritz Kreisler stellte einst verwundert fest, wie leicht sich Kritiker von großen Namen blenden ließen: Während sie sie Werke, die Kreisler als seine eigenen vorstellte, allenfalls "recht nett" fanden, überschlugen sie sich schier vor Begeisterung angesichts angeblich hinterlassener Stücke renommierter Komponisten, die Kreisler vortrug.
Sie wunderten sich auch nicht dar- über, dass die Quellen all der Rari- täten, die der Geiger in Archiven aufgespürt und für Violine und Klavier "bearbeitet" haben wollte, nie- mals publiziert wurden. Der Skandal war riesengroß, als der charman- te Geiger schließlich im vorgerückten Alter erklärte, dass er sich da seinerzeit einen Scherz erlaubt und die eigenen Werke Meistern des 17. und 18. Jahrhunderts zugeschrieben habe.
Die Empörung ist verflogen; die kleinen Kunstwerke aber sind bis heute beliebte Zugaben, die wohl jeder Geiger in seinem Repertoire hat. Béla Bánfalvi stellt auf dieser CD eine Auswahl dieser bezaubern- den Miniaturen vor, allerdings in Bearbeitungen für Streicher; der Violinist wird begleitet von den Budapest Strings unter Karoly Botvai. Die Musiker spielen Kreislers Werke schwungvoll und elegant - eine Aufnahme aus dem Jahre 1995, die man auch heute noch mit Freude anhört.
Posts mit dem Label Budapest Strings werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Budapest Strings werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 27. Mai 2012
Samstag, 4. Juni 2011
Salieri: La Veneziana (Capriccio)
Antonio Salieri (1750 bis 1825) hat nur sehr wenig Instrumentalmusik komponiert. So schuf er fünf Kon- zerte und zwei Sinfonien, die sich bei näherer Betrachtung jedoch als Opern-Ouvertüren erweisen. Die Budapest Strings, ein exzellentes ungarisches Kammerorchester, haben auf dieser CD sein Konzert für Violine, Oboe, Violoncello und Orchester D-Dur, das Konzert für Flöte, Oboe und Orchester C-Dur sowie die Sinfonie D-Dur "La Vene- ziana" eingespielt. Letztere ist zu- gleich die Ouvertüre zu seiner Oper La scuola de'gelosi - was über- setzt Die Schule der Eifersucht bedeutet, und die einer opera buffa angemessenen Temperamentsausbrüche mit sich bringt. Auch die beiden Konzerte verraten den Opernkomponisten, der "seinen" Solisten schöne Melodien, klangvolle Ensembles und hier und dort sogar einen musikalischen Scherz aufgeschrieben hat. Eine hübsche CD, die man mit Vergnügen anhört.
Abonnieren
Posts (Atom)

