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Sonntag, 18. Juli 2010

Haydn: Concertos for Harpsichord & Violin (L'Oiseau Lyre)

Diese CD beginnt mit einem Hit: Das Konzert in D-Dur, Hob. XVIII: 11 war zu Haydns Lebzeiten das beliebteste seiner Konzerte - und das zu Recht: Es ist ganz für den Konzertsaal geschrieben, und das Finale ist ein temperamentvolles, unwiderstehliches Rondo all'unga- rese, das zwar auf einer "echten" Volksmelodie beruht, aber diese höchst kunstvoll und virtuos weiterentwickelt. Ottavio Dantone spielt dieses Konzert am Cembalo, was mit Sicherheit zu Haydns Tagen üblich war. Kritisch sei hier vermerkt: Das Orchester erscheint mir im Vergleich zum Solo-Instrument zu laut.
Das Violinkonzert in G-Dur, Hob. VIIa: 4, ist von spätbarocker Ele- ganz und Grazie, mit einer Vielzahl schöner Details. Stefano Montana- ri nimmt das Stück klangschön, aber für mein Gefühl eine Spur zu klassisch. Die beiden Solisten sind auch im Doppelkonzert für Violine und Cembalo in F-Dur, Hb. XVIII: 6, zu hören, das Haydn um 1766 komponiert und wohl gemeinsam mit Luigi Tomasini, dem Konzert- meister des Esterházy-Orchesters, gespielt haben wird. Es ist ein elegantes, freundliches Konzert, in dem die Solisten in erster Linie gepflegte Konversation untereinander sowie mit dem Orchester betreiben. Das Stück hat freilich Doppelkadenzen - und hier entwik- keln die Musiker dann doch einigen sportlichen Ehrgeiz. 
Begleitet werden die Solisten von der Accademia Bizzantina, geleitet von Ottavio Dantone, im Falle des Falles auch vom Cembalo aus. Dieses Orchester ist bisher eher durch seine präzisen, temperament- vollen Einspielungen italienischer Barockmusik aufgefallen. Den Werken Haydns, die das Ensemble für diese Aufnahme ausgewählt hat, tut diese winzige Prise Italianità erstaunlich gut.

Freitag, 1. Januar 2010

Handel: Twelve Concerti grossi, op. 6 (L'Oiseau-Lyre)


Ein Nachtrag zum Jubiläumsjahr: Diese Aufnahme präsentiert einen ungewohnten Händel, gespielt mit italienischem Temperament. Das liegt eigentlich nahe; immerhin war der Komponist seinerzeit, zur Ausbildung, geraume Zeit in Italien. In Venedig, Florenz und Rom lernte er zahlreiche Musiker und ihre Werke kennen - unter anderem Corelli, den "Vater" des klassischen Concerto grosso.
Händels Reise nach Italien hat sein Werk und seinen Stil nachhaltig geprägt. So veröffentlichte Händel 1739 ebenfalls zwölf Concerti grossi, um sie - unübersehbar ein kollegialer Gruß - 25 Jahre nach jenen des musikalischen Vorbildes erscheinen zu lassen. Händels Concerti grossi aber sind zugleich weltläufig; das bereitet den Musikern des Ensembles Il Giardino Armonico hörbar Vergnügen. Denn sie springen mit Lust zwischen der steifen höfischen französischen Ouvertüre und der eher schlüpfrigen englischen Hornpipe, sie lassen zur Polonaise aufmarschieren und das Menuett geziert schreiten. Diese Neigung zur Dramatik und zur theatralischen Klangsprache bekommt Händel überraschend gut; seine Musik wirkt frisch und lebendig, derart vom traditionellen Pomp bereinigt. Aus diesem Grunde sei die CD nicht nur Anhängern der historischen Aufführungspraxis empfohlen.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Bach: Harpsichord Concertos; Accademia Bizantina, Ottavio Dantone (L'Oiseau Lyre)


Ottavio Dantone und seine Accademia Bizantina - in Minimalbesetzung, diesmal nur als Streichquartett, verstärkt durch einen Kontrabass - haben vier Cembalokonzerte von Bach eingespielt. Der Komponist gilt mit diesen Werken für Streicher und Tasteninstrument als einer der Väter des Klavierkonzertes.
Davon ist hier freilich noch nichts zu spüren; die Cembalokonzerte, entstanden zumeist als Bearbeitungen anderer Stücke, sind hochvirtuos und setzen in ihrer musikalischen Substanz voll auf die Klangmöglichkeiten sowie die Spieltechnik des Instrumentes. Wer sich daran wagt, der muss sich warm anziehen. Dantone ist diesem Experiment bestens gewachsen. Und der schlanke Klang, den er mit seinen Streichern produziert, bekommt den Werken gut. Hier weht ein frischer Wind, und er weht offenbar jede Menge Staub hinweg. Das Ergebnis jedenfalls kann überzeugen.