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Sonntag, 17. November 2019

Lieder an die Entfernte (Spektral)

„In die romantische Welt zwischen Traum und Wirklichkeit, Freude und Traurigkeit, Sehnsucht und Liebe entführen“ soll diese CD, so Georg Poplutz und Hilko Dumno. Der Sänger hat dafür gemeinsam mit seinem langjährigen Klavierpartner ein Programm zusammengestellt, in dem zwei berühmte Liederzyklen von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann – An die ferne Geliebte und Dichterliebe – mit eher weniger bekannten Liedern Franz Schuberts korrespondieren. Poplutz, im Lied- und Oratorienfach mittlerweile etabliert, beeindruckt einmal mehr durch seinen ausdrucksstarken Gesang. Auch Pianist Hilko Dumno musiziert ausgesprochen feinfühlig und nuancenreich. Ausgesprochen hörenswert! 

Donnerstag, 19. Januar 2017

Die Bruckner-Orgel im Alten Dom zu Linz (Spektral)

Ein einzigartiges Instrument steht im Mittelpunkt dieser Einspielung: Bernhard Prammer, seit 2007 Titu- larorganist und Kustos der Bruckner- orgel im Alten Dom zu Linz, musiziert an jener Orgel, die einst Anton Bruckner (1824 bis 1896) nach seinen Vorstellungen umbauen und überar- beiten ließ. Bruckner wirkte von 1855 bis 1868 in Linz als Domorganist. 
Entstanden ist die Brucknerorgel ursprünglich für einen ganz anderen Raum: Sie wurde um 1765 von Franz Xaver Chrismann (1726 bis 1795) für die Stiftskirche von Engelszell angefertigt. Nach der Aufhebung des Stiftes durch Kaiser Joseph II. im Jahre 1786 wurde sie aber nicht mehr benötigt, so dass sie 1790 abgebaut und nach Linz umgesetzt wurde. Dort ersetzte diese Orgel einen defekten Vorgänger in der Jesuitenkirche St. Ignatius, die 1785 zum Dom der neu gegründeten Diözese Linz erhoben worden war. 
Diese Orgel ist das einzige von Anton Bruckner gespielte Instrument, das in der nachfolgenden Zeit nicht verändert wurde und so original den Klang bewahren konnte, den Bruckner seinerzeit mit geformt hat. Gleich nach seinem Amtsantritt veranlasste der Organist seinerzeit erste Reparaturen, die durch den Orgelbauer Josef Breinbauer (1807 bis 1882) ausgeführt wurden. Er hat dann auch das Instrument nach Bruckners Vorgaben schrittweise umgebaut. 
Da die dreimanualige Orgel mit einem relativ kleinen Pedalwerk und kurzer Oktave ausgestattet ist, sind nicht alle Töne vorhanden, die eigentlich benötigt würden, um Orgelwerke aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu spielen. Prammer hat aus der Not eine Tugend gemacht, und für diese CD Musik von Komponisten ausgewählt, die zumeist selbst als Organisten im Alten Dom tätig und daher mit dem Instrument vertraut waren: Johann Baptist Schiedermayr (1779 bis 1840) war einer der Amtsvorgänger Bruckners, Karl Borromäus Waldeck (1841 bis 1905) einer seiner Schüler, Franz Karl Neuhofer (1870 bis 1949) wiederum war der Amtsnachfolger Waldecks. Die Werke von Rupert Gottfried Frieberger (*1951) und Erwin Horn (*1940) entstanden eigens für die Brucknerorgel, wobei die Auswahl von sechs der Elf Engelszellen Horns die klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes besonders schön aufzeigt. 

Freitag, 15. Juli 2016

Music for a while (Spektral)

Zwei Violoncelli und Orgel – das ist eine ganz aparte Kombination, wie diese CD beweist. Joachim Wohlgemuth und Caroline Busser, Violoncello, sowie Christian Bischof, Orgel, haben ein ziemlich buntes Programm eingespielt, das von einzigen Doppelkonzert in g-Moll RV 531 für zwei Violoncelli von Antonio Vivaldi bis hin zu den Drei Stücken für zwei Violoncelli und Orgel op. 62 des Leipziger Cellisten Julius Klengel und von Josef Gabriel Rheinbergers Abendlied aus den Drei Stücken für Violoncello und Orgel
op. 150 bis zu Camille Saint-Saens' Prière op. 158. Musik der Romantik auf einer ungleichstufig gestimmten Orgel anzuhören, das ist allerdings dem Ohr nicht durchweg angenehm. 

Die eher selten zu hörenden Originalkompositionen haben die Musiker durch eine Reihe von Bearbeitungen populärer Werke ergänzt, beispiels- weise um Henry Purcells Music for a while, im Original für Singstimme und Continuo, den Abendsegen aus Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel oder um eine Cello-Version des Largos aus Bachs berühmtem Konzert für zwei Violinen BWV 1043. 
Sowohl die beiden Streicher als auch der Organist erhalten zudem Gelegen- heit, ihre Instrumente pur zu präsentieren. Die Toccata Septima aus Georg Muffats Apparatus musico-organisticus gibt Christian Bischof nicht nur die Gelegenheit, eine der raren Quadrupelfugen vorzutragen. Zugleich vermittelt er auch ein Klangbild der Orgel in der ehemaligen Klosterkirche St. Michael, Attel. Dabei handelt es sich um einen Neubau nach Anton Bayr (1716 bis 1792), zu Lebzeiten einer der bedeutendsten Orgelbauer in Bayern. Das Instrument in Attel, erbaut von ihm im Jahre 1769, war damals im weiten Umkreis eines der größten. Allerdings sind von ihm nach mehreren Umbauten  nur das Gehäuse sowie vier Register Metall- pfeifen erhalten geblieben. Daher erfolgte 2013 ein Neubau nach histori- schem Vorbild, mit behutsamer Erweiterung und unter Einbeziehung der originalen Reste.