Dienstag, 9. Februar 2010

Fanny Mendelssohn-Hensel: Piano Sonatas in C and G minor (Naxos)

Es waren einmal ein Bruder und eine Schwester aus großbürger-lichem Elternhaus, beide hoch- musikalisch, und beide ähnlich ausgebildet. Er wird Gewandhaus- kapellmeister - sie wird Ehefrau und Mutter. Er tritt vor das Orchester - ihr Podium ist der Salon. Seine Kompositionen werden  gefeiert und publiziert - ihre Werke kursieren, bis auf wenige Ausnahmen, ausschließlich im Freundeskreis, in Abschriften. Die Geschwister starben kurz nacheinander. Seine Musik ist bis heute im Konzertsaal präsent; ihre weitgehend vergessen. 
Das mag nicht zuletzt mit darin begründet sein, dass die traditions-geprägte Musikwelt die Werke von Fanny Hensel als "Salonmusik" deklassierte - wer ihre Etüden und Sonaten freilich jemals gehört hat, der wird darüber den Kopf schütteln. Denn diese Stücke haben so gar nichts gefälliges; sie stehen Chopin oder Liszt erkennbar näher als dem "Gebet einer Jungfrau". Etliche davon sind höllisch schwer, und sie sind durchweg von enormer musikalischer Substanz. 
Die Komponistin und Pianistin Heather Schmidt hat sich an einige dieser Werke gewagt. Ihre Interpretation zeugt von solidem instrumentalen Handwerk ebenso wie von einem ausgeprägten Sinn für musikalische Strukturen. Beides kann die Pianistin hier gut gebrauchen. Meine Empfehlung! Denn diese Musik ist wirklich hörenswert. 

Bassione Amorosa - Music for Double Bass Ensemble (K&K)

Wie schwer es ist, die Live-Atmo- sphäre eines Konzertes auf CD zu bannen, das beweist eindrucksvoll diese Aufzeichnung vom Septem- ber 2008 aus dem Laienrefekto- rium des Klosters Maulbronn.
Im Ensemble "Bassiona Amorosa", 1996 gegründet, musizieren Studenten - auch ehemalige - der Meisterklasse von Professor Klaus Trumpf, Hochschule für Musik und Theater München, in wechselnden Besetzungen. In diesem Falle spielen Lena Rachelis am Flügel sowie Ljubinko Lazic, Sergej Konyakhin, Jan Jirmasek, Giorgio Makhoshvili und Jang Kyoon Na, Kontrabass, Musik von Bach bis Makhoshvili, und von Lizst bis Tony Osborne. 
Die Stücke sind von sehr unterschiedlicher Qualität, und das gilt auch für die Interpretationen. Da lässt sich, besonders anfänglich, manch unsauberer Klang vernehmen. Und erst bei den letzten Werken kommt wirklich Stimmung auf. Die Kommunikation mit dem Publikum trägt die Musiker, und urplötzlich wird auch die Aufnahme stimmig.