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Sonntag, 28. Februar 2010

Daniel Hope: Air. a baroque journey (Deutsche Grammophon)

Daniel Hope ist ein vielseitig begabter Musiker. Ein Interview im Booklet - als Stichwortgeber fungiert übrigens Roger Willemsen - zeigt ihn als engagierten Musik- historiker, Tag und Nacht auf der Suche nach den Quellen. Das liest sich so: "W: Sie forschen, Sie re- cherchieren dauernd, nicht wahr? H: Das muss ich. Ich lese am liebsten die zeitgenössischen Briefe, die Augenzeugenberichte. W: Und selbst die Noten erweisen sich als ungehobener Schatz? H: Unbedingt. Ich liebe es, in der Ver- gangenheit zu graben, an die Wurzeln zu kommen." In diesem Stil geht es weiter - Kommentar überflüssig.
Hope ist offenbar auch ein interessantes Model - tolle Fotos, in der Tat! Und dann liest man im Booklet: "Daniel Hope is dressed by Herr von Eden." Kommentar? Lieber nicht. Wer mit dem Barock vertraut ist, der wird das Cover-Foto ohnehin emblematisch lesen - und sich dann fragen: Warum tut eine Plattenfirma einem Künstler so etwas an??
Eines muss man dem Geiger lassen: Er ist ein hinreißender Musik- pädagoge, der mit dem Häppchenprogramm auf dieser CD etliche Leute begeistert, die für Klassik normalerweise nichts übrig haben. Das Menü ist klug gewählt; es enthält neben den bekannten Hits wie Händels Sarabande, Pachelbels Canon und Gigue oder Bachs Air auch etliche sehr charmante, aber weniger bekannte Miniaturen. Die kleinen Stücke, beispielsweise von Paul von Westhoff, ermöglichen es dem Solisten, sein Instrument (und seine Technik) vorzuführen. Und die Placierung der CD in den einschlägigen Hitlisten beweist, dass dieses Konzept ankommt. 

Samstag, 17. Oktober 2009

Vivaldi: Violinkonzerte; Daniel Hope (Deutsche Grammophon)


Mit dem Chamber Orchestra of Europe hat Daniel Hope vier Violinkonzerte von Antonio Vivaldi eingespielt, plus die Sonate "La Follia", und die Arie "Sovvente il sole" aus der Serenade "Andromeda Liberata" mit einer hübschen Partie für Violino obligato. Dieses Kabinettstückchen, das die Ruhe nach dem Sturm preist, wird von Anne Sofie von Otter gesungen, und ist ohne Zweifel der Höhepunkt der CD. Ansonsten bleibt der Eindruck blass: Das ist alles hochvirtuos, penibel gespielt, aber seltsam leblos. Zu gut durchdacht, zu glatt durchgestylt, zu brav und zu perfekt. Weniger schöne Töne und etwas mehr Leidenschaft hätten dieser Musik gut zu Gesicht gestanden, zumal im ersten Konzert, mit seinem scheinbaren Tohuwabohu, oder in der tänzerisch-ausdrucksstarken "Follia". Tut mir leid, aber diese CD lässt mich einschlafen. Und je öfter ich sie mir anhöre, desto weniger begeistert sie mich.