Lieder aus Frankreich und Deutsch- land interpretiert der britische Countertenor Yaniv d'Or auf dieser CD gemeinsam mit dem israelischen Pianisten Dan Deutsch.
Zu hören sind im Einzelnen L'Invitation au voyage von Henri Duparc (1848 bis 1933), Beau soir, Romance, Nuit d'étoiles und Mandoline, frühe Lieder von Claude Debussy (1862 bis 1918), À Chloris von Reynaldo Hahn und der Zyklus Le bestiaire sowie Vous n'écrivez plus? und Priez pour paix von Francis Poulenc, sowie die 16 Lieder umfassende Dichterliebe von Robert Schumann (1810 bis 1856).
Diese berühmte Liederfolge ist gut eine Generation vor den Werken der französischen Komponisten auf dieser CD entstanden; für die Interpretation erweist sich dies als ein großer Unterschied. Yaniv d'Or singt sie aber allesamt ziemlich einheitlich, mit schönem Ton und großen Spannungsbögen. Bei den Franzosen passt das gut, bei Schumann weniger.
Die Dichterliebe fordert mehr als schön gestaltete Linien; und die hohe Stimme an sich wirkt zunächst ungewohnt. Normalerweise ist der Zyklus eine Tenor-Domäne. Yaniv d'Or nutzt als Basis für seine Interpretation allerdings die tiefe Ausgabe – ich denke, es wird wohl sogar die Edition für Bass sein und nicht die für Bariton – und singt dann einfach eine Oktave höher.
Das ist nicht ganz unproblematisch; unschön wird es, wenn der Sänger dann bei Ich grolle nicht auch noch kneift und die hohe Passage meidet. Da zuckt der Zuhörer schon zusammen. Im Konzert – geschenkt! nicht jeder hat jeden Tag einen guten Tag. Aber ob man einen derart häufig gesungenen Liederzyklus wirklich auf CD veröffentlichen muss, wenn absehbar ist, dass der eigene Stimmumfang dafür eigentlich nicht ausreicht... Tut mir leid, aber ich finde diesen Teil der CD nicht gelungen.
Dan Deutsch erweist sich als ein versierter Liedbegleiter, der dem Sänger aufmerksam zur Seite steht und an passender Stelle auch selbst Akzente setzt.
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Sonntag, 30. Juli 2017
Donnerstag, 10. November 2016
Schubert: Goethe Lieder; Peter (Sony)
Mittlerweile hat Mauro Peter bereits seine zweite Lieder-CD bei Sony veröffentlicht – diese hier war die erste, und schon sie war gelungen. Der aus Luzern stammende Tenor, Jahrgang 1987, beeindruckt durch seinen strahlenden, geschmeidigen, ausdrucksstarken Gesang, verbunden mit einer exzellenten Textverständ- lichkeit. Sein Partner am Klavier ist Helmut Deutsch, ein erfahrener Pianist und überaus renommierter Liedbegleiter. Er hat den jungen Sänger bereits bei dessen Studium an der Musikhochschule München begleitet, zunächst als Lehrender, bald auch im gemeinsamen Konzert. Für dieses Liedgesang-Debüt von Mauro Peter ist das ein großes Plus.
Denn von der Erfahrung des Pianisten profitiert auch der Sänger. Ein Lied will mit Sorgfalt erarbeitet sein; jeder muss seinen eigenen Weg finden, wie er das Notierte zum Klingen bringt. Dabei einen Musizierpartner zu haben, der alle Schwierigkeiten kennt, und auch die Tricks, wie man sie bewältigt, sei, so sagt Peter, „ein Geschenk“. Ausgewählt haben die beiden Musiker für diese CD 17 von den 70 Goethe-Liedern Franz Schuberts. Es erklingen beispielsweise die Gesänge des Harfners, das bekannte Heidenröslein, Der Fischer, Der König in Thule oder Wandrers Nachtlied. Nicht nur die Interpretation des Sängers, auch das Klavierspiel von Helmut Deutsch ist dabei ein Genuss. Man höre nur den Erlkönig – ganz großes Kino!
Denn von der Erfahrung des Pianisten profitiert auch der Sänger. Ein Lied will mit Sorgfalt erarbeitet sein; jeder muss seinen eigenen Weg finden, wie er das Notierte zum Klingen bringt. Dabei einen Musizierpartner zu haben, der alle Schwierigkeiten kennt, und auch die Tricks, wie man sie bewältigt, sei, so sagt Peter, „ein Geschenk“. Ausgewählt haben die beiden Musiker für diese CD 17 von den 70 Goethe-Liedern Franz Schuberts. Es erklingen beispielsweise die Gesänge des Harfners, das bekannte Heidenröslein, Der Fischer, Der König in Thule oder Wandrers Nachtlied. Nicht nur die Interpretation des Sängers, auch das Klavierspiel von Helmut Deutsch ist dabei ein Genuss. Man höre nur den Erlkönig – ganz großes Kino!
Sonntag, 21. Oktober 2012
Liszt Lieder - Diana Damrau (Virgin Classics)
"Als weltbereisender Virtouse und Superstar seiner Zeit kannte Franz List die großen Bühnen der Welt und das Publikum. Seine Kompo- sitionen beeinflussten die Ent- wicklung der Musik enorm", stellt Diana Damrau im Beiheft zu dieser CD fest, "und auch als Lied-Kom- ponist stellt er die höchsten An- forderungen an seine Interpreten am Klavier und mit der Stimme. Die vielen Einflüsse und Eindrücke seines Lebens zeigen sich in seiner musikalischen Sprache und zeich- nen sein Liedwerk durch eine äußerst große Bandbreite aus. So klingen und sind in der Stilistik seine Petrarca-Sonette echt italie- nisch, seine deutschen Stücke (...) vollkommen deutsch und stehen den großen Meistern in nichts nach. Seine ungarischen Melodien sind echt den Zigeunern nachempfunden und in seinen französischen Mélodies kann man seine Erfahrungen der Pariser ,Salons' regelrecht einatmen."
Die Sängerin lässt sich von dieser Vielfalt inspirieren und mitreißen. Ohne Zweifel hat Diana Damrau ein Faible für Theatralik, und hier kann sie dieser Leidenschaft frönen, ähnlich wie auf der Opernbühne. Doch das Lied als Kunstform stellt andere Anforderungen; nicht zuletzt aufgrund seiner Intimität verlangt es vom Sänger wie auch vom Pianisten sehr viel gestalterische Detailarbeit. Diese Sorgfalt ist erkennbar Grundlage für die vorliegende CD.
In Helmut Deutsch steht Damrau ein überaus renommierter und erfahrener Liedbegleiter zur Seite. Das zahlt sich aus. Sängerin und Pianist haben gemeinsam eine Interpretation vorgestellt, die ein würdiger Beitrag zum Liszt-Jubiläum ist - und eine hochwillkommene Ergänzung des Repertoires obendrein. Denn Liszts Lieder sind teil- weise so anspruchsvoll, dass selbst der Profi überlegen muss, ob und in welcher Fassung er diese Preziosen angehen will. Damrau und Deutsch haben sich der Herausforderung gestellt - und sie bravourös gemeistert.
Die Sängerin lässt sich von dieser Vielfalt inspirieren und mitreißen. Ohne Zweifel hat Diana Damrau ein Faible für Theatralik, und hier kann sie dieser Leidenschaft frönen, ähnlich wie auf der Opernbühne. Doch das Lied als Kunstform stellt andere Anforderungen; nicht zuletzt aufgrund seiner Intimität verlangt es vom Sänger wie auch vom Pianisten sehr viel gestalterische Detailarbeit. Diese Sorgfalt ist erkennbar Grundlage für die vorliegende CD.
In Helmut Deutsch steht Damrau ein überaus renommierter und erfahrener Liedbegleiter zur Seite. Das zahlt sich aus. Sängerin und Pianist haben gemeinsam eine Interpretation vorgestellt, die ein würdiger Beitrag zum Liszt-Jubiläum ist - und eine hochwillkommene Ergänzung des Repertoires obendrein. Denn Liszts Lieder sind teil- weise so anspruchsvoll, dass selbst der Profi überlegen muss, ob und in welcher Fassung er diese Preziosen angehen will. Damrau und Deutsch haben sich der Herausforderung gestellt - und sie bravourös gemeistert.
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