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Montag, 13. Juli 2015

Brahms: Ein deutsches Requiem (Gramola)

Johannes Hiemetsberger hat sich mit seinem Chorus sine nomine an das Deutsche Requiem von Johannes Brahms gewagt. Das ist ein heikles Projekt, denn das Ensemble hat dafür die Klavierfassung gewählt. Die Solo- partien übernahmen Elena Copons und Adrian Eröd. 
Statt eines Orchesters musiziert bei dieser Einspielung das Klavierduo Johanna Gröbner und Veronika Trisko. Das ist durchaus interessant, denn der Part der beiden Pianistinnen ist erstaunlich durchhörbar. Doch auch wenn der Chorus sine nomine, 1991 von Hiemetsberger gegründet, eigenen Angaben zufolge zu den führenden Vokalensembles Österreichs zählt, wünscht man sich doch gelegentlich die Klangwogen eines Orchesters, das ja nicht nur Farben einbringt, sondern auch gnädig die eine oder andere Schwäche der Sänger überdeckt. Wer die Klavier-Variante aufführen will, der muss offenbar noch sorgfältiger phrasieren, dynamisch noch genauer abstufen, und das chorische Singen gestalten, als wäre es ein solistischer Auftritt. Rundum überzeugend gelungen ist dies hier nicht. Schade. 

Freitag, 13. Mai 2011

Liszt: The complete songs (Marsyas)

Das Münchner Label Marsyas legt anlässlich des 200. Geburtstages von Franz Liszt eine Gesamtauf- nahme seiner Lieder vor. Zumin- dest zwei der angekündigten sechs CD sind bei der Klassik-Tochter des renommierten Jazzlabels Enja Records im vergangenen Jahr er- schienen: Kling leise, mein Lied mit dem Bariton Adrian Eröd und Was Liebe sei mit der Mezzosopra- nistin Janina Baechle. Weitere sollten folgen, unter anderem mit der Sopranistin Anne Schwane- wilms, dem Tenor Ferdinand von Bothmer und dem Bassisten Josef Wagner. 
Den Klavierpart übernahm Charles Spencer, der langjährige Liedbe- gleiter von Christa Ludwig - ideal für dieses Projekt, denn er bringt einerseits die virtuosen Klavierbegleitungen Liszts perfekt zur Gel- tung, andererseits erweist sich Spencer aber auch als kongenialer Partner der Sänger, wie die beiden ersten CD zeigen. Liszts Lieder sind interessant; er testet die Form aus bis an ihre Grenzen. Zuweilen geraten ihm diese Werke beinahe schon zu Arien, und sie verlangen oftmals geradezu nach großen Stimmen. 
Nicht immer war Liszt mit seinen Liedern zufrieden. Er hat sie korri- giert, revidiert und manche wohl auch verworfen. Parallel zur CD-Edition war auch eine Gesamtausgabe des Notenmaterials inklusive Begleitbuch bei der Verlagsgruppe Hermann in Wien vorgesehen. Neugierig möchte man prüfen, auf welche Version sich die Heraus- geber abschließend festgelegt haben. Doch im Katalog des Verlegers findet sich von Liszt bislang keine Spur. 
Auch das ambitionierte CD-Projekt, das eigentlich in diesem Jahr abgeschlossen werden sollte, fand bisher offenbar keine Fortsetzung. Das ist schade, denn musikalisch erscheint eine solche Edition durchaus spannend. Schließlich spiegelt das Liedschaffen die Ent- wicklung Liszts wie kaum eine andere Gattung seines Werkes.