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Montag, 18. Mai 2015

Franz und Richard Strauss: Romantic works for horn (Oehms Classics)

Der Komponist Richard Strauss (1864 bis 1949) war der Sohn eines berühmten Virtuosen: Sein Vater, Franz Joseph Strauss (1822 bis 1905) war einer der besten Hornisten seiner Zeit. Der „Joachim auf dem Wald- horn“, wie der Dirigent Hans von Bülow den Musiker einmal nannte, wirkte gut 40 Jahre lang als Erster Hornist an der Hofoper in München, und er unterrichtete als Professor an der Münchner Königlichen Akademie der Tonkunst. Er komponierte auch – und gar nicht mal schlecht, wie diese CD zeigt. 
Xiaoming Han, Sohn des chinesischen Hornisten und Horn-Professors Sin-Guang Han, hat gemeinsam mit dem Pianisten Peter Schmalfuss Musik sowohl von Franz als auch von Richard Strauss eingespielt. Diese Werke für Horn und Klavier sind ausgesprochen selten zu hören. Das mag mit daran liegen, dass sie für einen exzellenten Solisten geschrieben wurden und daher sicherlich spieltechnisch keine leichte Kost sind. Doch es sind wundervolle melodische Stücke, die das Horn sehr gelungen präsentieren. Xiaoming Han, Solohornist der Deutschen Radio Philhar- monie Saarbrücken Kaiserslautern, musiziert mit einem herrlichen warmen, runden Ton und hörbar guter Laune. 
Bei Alphorn für Singstimme mit Klavier- und Hornbegleitung erfreut zudem Sängerin Katja Boost mit ihrem dunkel timbrierten Mezzosopran. Und zum Schluss erklingt die stark verkürzte Kammerversion einer populären Tondichtung von Richard Strauss, in einer Version von dem österreichischen Komponisten Franz Hansenöhrl (1885 bis 1970): Till Eulenspiegel – einmal anders, eine Grotesque musicale für Violine, Klarinette, Horn, Fagott und Kontrabass, erweist sich als eine wirklich brillante Bearbeitung. 

Mittwoch, 3. November 2010

Romantic Inspirations (Profil)

Wer an der Kronberg Academy im Taunus studieren darf, der gehört ohne Zweifel zu den weltweit besten Nachwuchsmusikern. Die jungen Violinisten, Violisten und Violoncellisten absolvieren dort ein zweijähriges Masterstudium, das sie auf eine internationale Solokarriere vorbereiten soll.
Drei dieser Ausnahmemusiker sind nun auf dieser CD mit Werken von Clara und Robert Schumann zu hören. Die koreanisch-britische Geigerin Soojin Han beginnt mit den Drei Romanzen für Violine und Klavier op. 22, komponiert von Clara Schumann 1853 sicherlich für Joseph Joachim. Diese Stücke scheinen Han jedoch nicht besonders zu liegen; ihre Interpretation bleibt blass und wirkt lustlos. 
An Anna Naretto am Klavier aber kann das nicht liegen, denn die Pianistin zeigt in den drei Werken von Robert Schumann, die sie dann mit Peijun Xu, Viola, spielt, dass es ihr weder an Virtuosität noch an Temperament mangelt. Und die junge Bratschistin, die aus Shanghai stammt, überzeugt mit den Märchenbildern für Viola und Klavier
op. 11, den Drei Romanzen op. 94, und ganz besonders auch mit dem berühmten Lied Widmung op. 25 Nr. 1, das sie gemeinsam mit der Pianistin mit sicherer Hand am hier ganz besonders drohenden Kitsch vorbei navigiert. 
Die Fantasiestücke op. 73 aus dem Jahre 1849 komponierte Schu- mann ursprünglich für Klarinette und Klavier. Dass sie auch auf einem Cello ganz hervorragend klingen, beweist Gabriel Adriano Schwabe. Er musiziert gemeinsam mit Nicolai Gerassimez am Klavier - das Wort "begleiten" würde diesem musikalischen Dialog nicht gerecht. Das gilt auch für Adagio und Allegro As-Dur op. 70, wobei dort wohl ein Horn als Melodieinstrument vorgesehen war. Insbesondere dieses Werk verlangt dem Pianisten einiges ab. Schwungvoll agieren die beiden jungen Musiker, spielen sich die Phrasen zu und beeindrucken mit ihrem überlegten und überlegenen Vortrag. Bravi!