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Donnerstag, 28. November 2019

Saint-Saens: Works for Violin and Orchestra (Naxos)

Mit Leidenschaft, feinem Sinn für musikalische Differenzierung und technischer Brillanz begeistert Tianwa Yang auch bei dieser CD mit Musik von Camille Saint-Saëns (1835 bis 1921). Die Solistin musiziert hier gemeinsam mit dem Malmö Symphony Orchestra, das von Marc Soustrot dirigiert wird. Introduction et Rondo capriccioso op. 28, Caprice andalou op. 122 oder die Havannaise in E-Dur op. 83 profitieren von Yangs ganz besonderer Beziehung zu spanischer Musik. Bei La Muse et le Poète op. 132 ist einmal mehr auch der Cellist Gabriel Schwabe zu hören, der sich erneut als ein grandioser Duo-Partner erweist. Einen weiteren Glanzpunkt setzt die Solistin im Morceau de concert in G-Dur op. 62; dieses Meisterwerk würde man auch im Konzert gern öfters hören. 

Brahms: Violin Concerto / Double Concerto (Naxos)

Dass Tianwa Yang auch Standardrepertoire kann, zeigt sie beim Violinkonzert von Johannes Brahms (1833 bis 1897). Dieses spielt sie wirklich phänomenal; sie musiziert technisch brillant, klug strukturiert und mit herrlichem, beseelten Ton. Unterstützt wird sie dabei durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Antoni Wit, das in der bewährten Akustik der Berliner Jesus-Christus-Kirche seinen Part zu dieser Aufnahme beiträgt, die an Klangschönheit kaum zu übertreffen ist. Auf der CD erklingt zudem Brahms' populäres Doppelkonzert, das Tianwa Yang gemeinsam mit dem Berliner Cellisten Gabriel Schwabe interpretiert. Wie diese beiden Solisten miteinander in den Dialog treten, das ist einfach großartig. Eine Einspielung, die bis zur letzten Note spannend bleibt. 

Donnerstag, 29. Mai 2014

Carl Philipp Emanuel Bach: Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu (Hyperion)

Als Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) in Hamburg Nachfolger seines Paten Georg Philipp Telemann im Amt des städtischen Musikdirektors wurde, hatte sich das Oratorium grund- legend gewandelt. Aus Passions- musiken, die anfangs den Bibeltext maximal noch durch Choral- strophen ergänzten, waren Werke geworden, die den Kirchenraum zusehends verließen – und die geistliche Handlung durch fromme Gefühle und andächtige Reflexion ersetzt hatten. Auch von Carl Philipp Emanuel Bach sind drei solcher Oratorien überliefert: Die Israeliten in der Wüste, Die letzten Leiden des Erlösers und Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. 
Diese CD enthält das dritte dieser Werke, entstanden nach einem Text von Karl Wilhelm Ramler, der sich damals offenbar großer Beliebtheit erfreute. Denn das Libretto haben auch Graun, Telemann und andere Komponisten vertont. Das Oratorium, das keine Choräle mehr hat, war offenbar für den Konzertsaal bestimmt. Dort wurde es 1774 auch erstmals aufgeführt. Es zeichnet sich durch Expressivität aus. Insbe- sondere die Chöre sind ein Ereignis. Doch auch dem von Sigiswald Kuijken souverän geführten Orchester La Petite Bande und den Sängern lauscht man gern. Stephan Genz, Bass, ist hier gemeinsam mit seinem Bruder, dem Tenor Christoph Genz, zu hören. Er beeindruckt nicht nur durch seine gute geführte, geschmeidige Stimme, sondern auch durch seine sensible Textausdeutung. 

Mittwoch, 3. November 2010

Romantic Inspirations (Profil)

Wer an der Kronberg Academy im Taunus studieren darf, der gehört ohne Zweifel zu den weltweit besten Nachwuchsmusikern. Die jungen Violinisten, Violisten und Violoncellisten absolvieren dort ein zweijähriges Masterstudium, das sie auf eine internationale Solokarriere vorbereiten soll.
Drei dieser Ausnahmemusiker sind nun auf dieser CD mit Werken von Clara und Robert Schumann zu hören. Die koreanisch-britische Geigerin Soojin Han beginnt mit den Drei Romanzen für Violine und Klavier op. 22, komponiert von Clara Schumann 1853 sicherlich für Joseph Joachim. Diese Stücke scheinen Han jedoch nicht besonders zu liegen; ihre Interpretation bleibt blass und wirkt lustlos. 
An Anna Naretto am Klavier aber kann das nicht liegen, denn die Pianistin zeigt in den drei Werken von Robert Schumann, die sie dann mit Peijun Xu, Viola, spielt, dass es ihr weder an Virtuosität noch an Temperament mangelt. Und die junge Bratschistin, die aus Shanghai stammt, überzeugt mit den Märchenbildern für Viola und Klavier
op. 11, den Drei Romanzen op. 94, und ganz besonders auch mit dem berühmten Lied Widmung op. 25 Nr. 1, das sie gemeinsam mit der Pianistin mit sicherer Hand am hier ganz besonders drohenden Kitsch vorbei navigiert. 
Die Fantasiestücke op. 73 aus dem Jahre 1849 komponierte Schu- mann ursprünglich für Klarinette und Klavier. Dass sie auch auf einem Cello ganz hervorragend klingen, beweist Gabriel Adriano Schwabe. Er musiziert gemeinsam mit Nicolai Gerassimez am Klavier - das Wort "begleiten" würde diesem musikalischen Dialog nicht gerecht. Das gilt auch für Adagio und Allegro As-Dur op. 70, wobei dort wohl ein Horn als Melodieinstrument vorgesehen war. Insbesondere dieses Werk verlangt dem Pianisten einiges ab. Schwungvoll agieren die beiden jungen Musiker, spielen sich die Phrasen zu und beeindrucken mit ihrem überlegten und überlegenen Vortrag. Bravi!