"Ce second volet de 'Israels Brünnlein' compléte le premier disque de Sagittarius consacré
à ce musicien où figurent déjà
12 motets de ce recueil", berichtet Michel Laplénie, der Leiter des Vokalensembles. Mit der zweiten CD, die 17 Motetten enthält, hat Sagittarius dieses bedeutende Werk von Johann Hermann Schein (1586 bis 1630) nunmehr zur Gesamtaufnahme komplettiert.
Über den Lebensweg des Kompo- nisten sowie die berühmte Sammlung zumeist fünfstimmiger Vokal- werke wurde in diesem Blog bereits geschrieben - es ist doch sehr erstaunlich, dass Israels Brünnlein, von dem Thomaskantor eher für das häusliche Musizieren und die Hausandacht geschrieben, in jüngster Vergangenheit durch etliche Chöre wiederentdeckt wurde. Nun hat also auch das französische Ensemble Sagittarius eine Ein- spielung vorgelegt.
"Pour cet enregistrement, nous avons gardé l'idée d'utiliser le plus possible les ressources de l'orgue Rémy Malher de Saint-Étienne de Baigorry. La partie de basse continue a pu ainsi etre enrichie par les registrations que Jean Miguel Aristizabal a réalisées sur ce bel instrument d'esthétique allemande, les sonorités de l'orgue venant souligner telle ou telle idée ou affect du texte chante", erläutert Laplénie. "Pour le continuo, j'ai renoncé au basson, mais utilisé comme précédemment la viole de gambe et le theorbe."
Die Aufgabe des Organisten war keine einfache, denn die Sänger und Mitmusiker befanden sich bei der Aufnahme nicht etwa bei ihm auf der Orgelempore, sondern parterre in Kirchenraum. Es ist erstaun- lich, wie ausgewogen das Continuo - zu hören sind auf dieser CD Jean Miguel Aristizabal an der Orgel, Marc Wolff an der Laute und Julia Griffin an der Bass-Gambe - dennoch musiziert.
Dynamisch ergibt sich dabei allerdings, trotz der unterschiedlichen Registrierung der Orgel, wenig Differenzierung. Anders als bei der ersten CD, die durch die Opella Nova sowie durch wechselnde Instrumentalbesetzungen klangliche Abwechslung bietet, bleibt der Klang hier ziemlich konstant und homogen. Das kann auf Dauer schon etwas anstrengend werden - andere Ensembles haben dies besser hinbekommen, und daher wird diese Aufnahme nicht unter meine persönlichen Favoriten aufrücken.
Posts mit dem Label Israelsbrünnlein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Israelsbrünnlein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 31. März 2013
Samstag, 28. Juli 2012
Schein: Israelsbrünnlein (Carus)
Zum anderen sind beide der Dresdner Musiktradition verpflichtet. Schein erhielt einen wesentlichen Teil seiner Ausbildung als Kapell- knabe am Dresdner Hof unter Rogier Michael, dem Amtsvorgänger von Heinrich Schütz. Über seine Biographie wurde in diesem Blog an anderer Stelle bereits ausführlich berichtet; Schein wirkte viele Jahre als Thomaskantor in Leipzig. Dort veröffentlichte er 1623 Israels Brünnlein, eine Sammlung von 26 Motetten, die überwiegend Bibelworte aus dem Alten Testament mit dem Mitteln der Musik auslegen.
Rademann entdeckte sein Interesse für die Chormusik in der Kantorei seines Vaters Rolf Rademann. Er sang im Dresdner Kreuzchor, und studierte an der Dresdner Musikhochschule Chor- und Orchester- dirigat. 1985 gründete Rademann den Dresdner Kammerchor, der auch mit dieser Einspielung wieder beweist, dass er zu den führenden europäischen Ensembles gehört.
Ein Teil der Aufnahmen entstand bereits im März 2000; die fehlenden Werke hat der Chor nun im März 2012 eingespielt. Und obwohl nur einzelne Chorsänger an beiden Aufnahmen mitwirkten, und das Continuo komplett neu besetzt wurde, gelingt es Rademann und den beteiligten Musikern, eine beeindruckende Klangkontinuität zu erreichen - wenn es nicht im Beiheft nachzulesen wäre, hören würde man es nicht, welche Stücke zu welchem Termin aufgezeichnet worden sind. Der Chor singt engagiert, und gestaltet Scheins "auff Italiän-Madrigalische Manir" komponierte Motetten, die ähnlich wie die Geistliche Chor-Music von Heinrich Schütz den Text in den Mittelpunkt stellen, eindrucksvoll.
Dienstag, 13. September 2011
Schein: Fontana d'Israel (Capriccio)
Johann Hermann Schein (1586 bis 1630) gehört mit Heinrich Schütz und Samuel Scheidt zu den sagen- umwobenen "drei großen Sch" der mitteldeutschen Musik zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
Schein war der Sohn eines Pastors aus Grünhain im Erzgebirge. Nach dem Tode seines Vaters zog die Mutter mit ihm nach Dresden, wo er als Alumnus im Knabenchor der Dresdner Hofkapelle unterkam. Dort musizierte er unter Rogier Michael, bis er in den Stimmbruch kam, und seine Ausbildung in "Schulpforta" fortsetzen konnte. Nach Abschluss der Fürstenschule ging Schein 1608 an die Universität in Leipzig, um dort Jura zu studieren. Doch statt Akten zu wälzen, begann der Jüngling zu komponieren. Nach dem Examen wirkte er zunächst als Musiklehrer in Weißenfels und als Hofkapellmeister in Weimar. 1615 wurde Schein dann Nachfolger von Sethus Calvisius im Amt des Thomaskantors und städtischen Musikdirektors in Leipzig.
Auf der vorliegenden Doppel-CD hat Hermann Max mit seiner Rhei- nischen Kantorei die Fontana d'Israel eingespielt, Israelis Brünnlein Auserlesener Krafft Sprüchlein Altes und newen Testaments - Scheins bei weitem wichtigstes Werk, im Druck erschienen 1623. Die Aufnahme macht deutlich, dass man diese Sammlung geistlicher Krafftsprüchlein aufgrund ihrer überragenden musikalischen Qualität durchaus neben Schütz' Kleine geistliche Konzerte setzen kann. Die 26 Vokalwerke sind aber wahrscheinlich weniger zum Gebrauch im Gottesdienst als vielmehr als Gelegenheitswerke sowie zum häusli- chen Musizieren entstanden. Dem trägt auch die Interpretation durch die Rheinische Kantorei Rechnung - obwohl die Besetzung des Conti- nuos ganz sicher den Rahmen der Hausmusik sprengt. Variatio delec- tat. Und langweilig ist diese Einspielung wahrlich nicht.
Schein war der Sohn eines Pastors aus Grünhain im Erzgebirge. Nach dem Tode seines Vaters zog die Mutter mit ihm nach Dresden, wo er als Alumnus im Knabenchor der Dresdner Hofkapelle unterkam. Dort musizierte er unter Rogier Michael, bis er in den Stimmbruch kam, und seine Ausbildung in "Schulpforta" fortsetzen konnte. Nach Abschluss der Fürstenschule ging Schein 1608 an die Universität in Leipzig, um dort Jura zu studieren. Doch statt Akten zu wälzen, begann der Jüngling zu komponieren. Nach dem Examen wirkte er zunächst als Musiklehrer in Weißenfels und als Hofkapellmeister in Weimar. 1615 wurde Schein dann Nachfolger von Sethus Calvisius im Amt des Thomaskantors und städtischen Musikdirektors in Leipzig.
Auf der vorliegenden Doppel-CD hat Hermann Max mit seiner Rhei- nischen Kantorei die Fontana d'Israel eingespielt, Israelis Brünnlein Auserlesener Krafft Sprüchlein Altes und newen Testaments - Scheins bei weitem wichtigstes Werk, im Druck erschienen 1623. Die Aufnahme macht deutlich, dass man diese Sammlung geistlicher Krafftsprüchlein aufgrund ihrer überragenden musikalischen Qualität durchaus neben Schütz' Kleine geistliche Konzerte setzen kann. Die 26 Vokalwerke sind aber wahrscheinlich weniger zum Gebrauch im Gottesdienst als vielmehr als Gelegenheitswerke sowie zum häusli- chen Musizieren entstanden. Dem trägt auch die Interpretation durch die Rheinische Kantorei Rechnung - obwohl die Besetzung des Conti- nuos ganz sicher den Rahmen der Hausmusik sprengt. Variatio delec- tat. Und langweilig ist diese Einspielung wahrlich nicht.
Abonnieren
Posts (Atom)


