Heinrich Scheidemann (um 1595 bis 1663) gilt als Mitbegründer der Norddeutschen Orgelschule. Der Musiker war ein Schüler von Jan Pieterszoon Sweelinck. 1629 wurde er der Nachfolger seines Vaters David Scheidemann als Organist an der Hamburger St.-Katharinen-Kirche. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tode. Sein bedeutendster Schüler, Johann Adam Reincken, wurde sein Nachfolger.
Diese Biographie klingt unspekta- kulär – doch der Organist hat ein bedeutendes Werk geschaffen, und die Orgelmusik in Norddeutsch- land entscheidend mit geprägt. Diese Entwicklung vollzieht Organistin Julia Brown auf der vorliegenden CD teilweise nach. Sie spielt Werke, die für den Gottesdienst bestimmt waren (und teilweise den Einfluss Sweelincks noch verraten), Transkriptionen und Variationen, aber auch kleine Tanzsätze, die Scheidemann möglicherweise für seine Schüler verfasst hat. Zugleich präsentiert sie eine bedeutende Orgel, die der Orgelbauer John Brombaugh & Associates aus Eugene, Oregon/USA, 2004 in der First Prebyterian Church in Springfield, Illinois/USA, errichtet hat. Beeindruckend!
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Donnerstag, 16. Januar 2014
Samstag, 16. März 2013
Walcha: Chorale Preludes (Naxos)
Die Aufnahmeprüfung am Leipzi- ger Konservatorium bestand Helmut Walcha (1907 bis 1991) bereits mit 15 Jahren. Er war der jüngste Orgelschüler, den Günther Ramin je hatte. Von 1926 bis 1929 musizierte Walcha dann als Stell- vertreter seines Lehrers an der Leipziger Thomaskirche. 1929 wurde er Organist an der Friedens- kirche in Frankfurt/Main. Ab 1933 unterrichtete er an dem berühm- ten Dr. Hoch's Conservatorium; als Teile davon 1938 zur Musikhoch- schule umstrukturiert wurden, erhielt Walcha dort eine Professur.
Der Lehrbetrieb kam allerdings zum Erliegen, nachdem die Hoch- schulgebäude bei Bombenangriffen zerstört worden waren. Es war Helmut Walcha, der 1947 die Initiative ergriff und dafür sorgte, dass die Lehre zumindest im Bereich der Kirchenmusik wieder aufgenom- men wurde.
Von 1946 bis 1981 wirkte er zudem als Organist an der Dreikönigs- kirche. Dort führte er Orgelvespern nach Leipziger Vorbild ein, und begründete damit eine Tradition, die bis heute Bestand hat.
Walcha erwarb sich schon früh einen Weltruf als Bach-Interpret. Das Orgelwerk des großen Meisters hat er gleich zweimal komplett ein- gespielt, zuletzt für das Label Archiv der Deutschen Grammophon an historischen Orgeln in Deutschland, Frankreich und den Niederlan- den. Der Organist, der seit seiner Jugend blind war, unterrichtete mehr als 200 Orgelschüler - gut ein Viertel davon kam aus den USA. Einer von ihnen, Wolfgang Rübsam, hat nun seinerseits an der Orgel der First Presbyterian Church in Spingfield, Illinois, damit begonnen, Orgelwerke von Helmut Walcha einzuspielen. Die ersten beiden CD mit Choralvorspielen sind nun bei Naxos erschienen. Und man muss sagen, diese Aufnahmen sind schon beeindruckend.
Das liegt zum einen an dem Instrument, einer großen Orgel mit drei Manualen und Pedal und 49 Registern, die von dem Orgelbauer John Brombaugh 2004 fertiggestellt worden ist. Das liegt aber auch und vor allem an der sensiblen Interpretation durch Rübsam. Er zeigt, dass die Choralvorspiele Walchas weit mehr sind als Lehrwerke für junge Organisten.
Zwar hat Walcha durch seine Notation und seine Anmerkungen recht deutlich aufzeigt, wie er die Werke gespielt haben möchte. Der Organist ist jedoch auch bekannt für seine Improvisationsgabe und seine beeindruckende Spontaneität. Rübsam hat dies nicht verges- sen.
Beim Unterrichten wie beim eigenen Orgelspiel legte Walcha stets größten Wert auf strukturelle Klarheit und Ausdruck. Inspiriert durch Vorbilder wie Pachelbel, Buxtehude oder Bach, bieten seine Choral- vorspiele eine große Vielfalt an Ideen und Formen. Dass sich diese Werke darüber hinaus perfekt dazu eignen, den charakteristischen Klang einer Orgel zur Geltung zu bringen, das haben mittlerweile etliche Organisten entdeckt. So wird Orgelmusik von Helmut Walcha auch hierzulande in Kirchenkonzerten gern und oft gespielt.
Der Lehrbetrieb kam allerdings zum Erliegen, nachdem die Hoch- schulgebäude bei Bombenangriffen zerstört worden waren. Es war Helmut Walcha, der 1947 die Initiative ergriff und dafür sorgte, dass die Lehre zumindest im Bereich der Kirchenmusik wieder aufgenom- men wurde.
Von 1946 bis 1981 wirkte er zudem als Organist an der Dreikönigs- kirche. Dort führte er Orgelvespern nach Leipziger Vorbild ein, und begründete damit eine Tradition, die bis heute Bestand hat.
Walcha erwarb sich schon früh einen Weltruf als Bach-Interpret. Das Orgelwerk des großen Meisters hat er gleich zweimal komplett ein- gespielt, zuletzt für das Label Archiv der Deutschen Grammophon an historischen Orgeln in Deutschland, Frankreich und den Niederlan- den. Der Organist, der seit seiner Jugend blind war, unterrichtete mehr als 200 Orgelschüler - gut ein Viertel davon kam aus den USA. Einer von ihnen, Wolfgang Rübsam, hat nun seinerseits an der Orgel der First Presbyterian Church in Spingfield, Illinois, damit begonnen, Orgelwerke von Helmut Walcha einzuspielen. Die ersten beiden CD mit Choralvorspielen sind nun bei Naxos erschienen. Und man muss sagen, diese Aufnahmen sind schon beeindruckend.
Das liegt zum einen an dem Instrument, einer großen Orgel mit drei Manualen und Pedal und 49 Registern, die von dem Orgelbauer John Brombaugh 2004 fertiggestellt worden ist. Das liegt aber auch und vor allem an der sensiblen Interpretation durch Rübsam. Er zeigt, dass die Choralvorspiele Walchas weit mehr sind als Lehrwerke für junge Organisten.
Zwar hat Walcha durch seine Notation und seine Anmerkungen recht deutlich aufzeigt, wie er die Werke gespielt haben möchte. Der Organist ist jedoch auch bekannt für seine Improvisationsgabe und seine beeindruckende Spontaneität. Rübsam hat dies nicht verges- sen.
Beim Unterrichten wie beim eigenen Orgelspiel legte Walcha stets größten Wert auf strukturelle Klarheit und Ausdruck. Inspiriert durch Vorbilder wie Pachelbel, Buxtehude oder Bach, bieten seine Choral- vorspiele eine große Vielfalt an Ideen und Formen. Dass sich diese Werke darüber hinaus perfekt dazu eignen, den charakteristischen Klang einer Orgel zur Geltung zu bringen, das haben mittlerweile etliche Organisten entdeckt. So wird Orgelmusik von Helmut Walcha auch hierzulande in Kirchenkonzerten gern und oft gespielt.
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