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Freitag, 30. August 2013

Reveries - Felix Klieser (Berlin Classics)

Mit dieser CD gibt Felix Klieser sein Debüt. Die Aufnahme lässt keinen Zweifel daran, dass er mit gerade einmal 22 Jahren bereits zu den besten Hornisten der Welt gehört. Sein Spiel ist jeder Anforderung gewachsen; sein Ton ist farben- reich, weich und rund. Das passt bestens zu den Werken, die der junge Musiker und sein künstleri- scher Partner, der Pianist Christof Keymer, für diese Einspielung ausgewählt haben. Es ist Musik der Romantik; und diesem Repertoire widmen sich beide mit Leidenschaft. 
„Schon am Anfang unserer Zusammenarbeit hat uns diese Zeit besonders fasziniert“, schreiben die Musiker in dem informativen Beiheft zu dieser CD. „Die Zeit des Umbruchs, des Neuen, ja auch des Revolutionären, ist für uns fühlbar und lässt uns die damals herrschende Aufbruchstimmung mit den vielen neuen musikalischen Möglichkeiten in der Musik für Horn und Klavier auch heute noch genauso lebendig werden.“ 
Zu hören sind also Werke von Robert Schumann, Reinhold Glière, Josef Gabriel Rheinberger, Camille Saint-Saens, Alexander Glasunow und Richard Strauss. Der besondere Reiz dieser CD liegt im sensiblen Zusammenspiel, im intensiven Dialog zwischen Horn und Klavier. 
Klieser spielt Horn mit den Füßen; er ist ohne Arme geboren. Damit kommt der Musiker, der das Horn bereits als Fünfjähriger zu „seinem“ Instrument erwählt hat, offenbar bestens zurecht. Er ist Bundes- preisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“, war Mitglied im Bundesjugendorchester und wurde mit 17 Jahren Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Seit 2011 studiert er dort nun regulär. Ohne Zweifel: Felix Klieser ist ein Ausnahmetalent, und nach seinem Examen dürfte ihm eine großartige Karriere als Solo-Hornist bevorstehen. Gratulation! 

Samstag, 27. Juni 2009

Moritz Moszkowski: Sämtliche Klaviertranskriptionen (Berlin Classics)

Musik aus einer fernen Zeit, als das Klavierspiel noch selbstverständlich zur Ausbildung jeder gutbürgerlichen höheren Tochter gehörte - und, wer Musik hören wollte, dafür sorgen musste, dass sich jemand ans Piano setzt. Es gab seinerzeit verschiedene Gründe, Orchesterstücke für Klavier zu bearbeiten. Die Musik von Wagner, Chopin oder Brahms in die "gute Stube" zu holen, war einer davon. Das Vergnügen am brillanten Kabinettstück ein anderer. Moszkowski beherrscht beide Extreme gleichermaßen, wie diese CD zeigt. Da finden sich effektvolle, aber technisch nicht übermäßig anspruchsvolle Sätze einerseits - und hochvirtuose Paradestücke gleich daneben. Christof Keymer, Dozent an der Musikhochschule Hannover, erweist sich als kundiger Reiseführer durch diese musikalische Landschaft. Und Moszkowskis Transkriptionen können neben denen eines Franz Liszt durchaus bestehen, das wird man spätestens bei den Wagner-Paraphrasen feststellen. Die Stücke sind von einer hinreißenden Eleganz, außerordentlich klangschön, und sie verblüffen zudem gelegentlich durch ein Augenzwinkern. Der große Pianist und Komponist Moszkowski erweist sich als Mann mit Humor. Spätestens, wenn "Anton Notenquetscher am Klavier" einen Gassenhauer zwischen Bach und Weber parodiert, wird jeder Zuhörer schmunzeln.