Welch hohen künstlerischen Rang diese Werke haben, das zeigt eine Gesamtaufnahme der Männerchöre Max Regers, die das Leipziger Label Rondeau veröffentlicht hat. Das Ensemble Vocapella Limburg unter Leitung von Tristan Meister interpretiert die anspruchsvollen Lieder gekonnt. Es ist generell erstaunlich, wie viele hervorragende Männerchöre aus den Limburger Domsingspatzen entstanden sind. Wenn die jungen Männer, dem Knabenchor-Alter entwachsen, sich entschließen, einen neuen Chor ins Leben zu rufen, um auch weiterhin gemeinsam zu singen, dann scheint ihnen das ein Herzensbedürfnis zu sein. Auch die durchweg hohe Qualität der Ensembles weist deutlich darauf hin, dass bei den Limburger Domsingspatzen der musikalische Nachwuchs eine exzellente Ausbildung erfährt. Bravi!
Posts mit dem Label Meister werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Meister werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 3. Juli 2020
Reger: Das Werk für Männerchor (Rondeau)
Wer hätte das erwartet? Neben zahlreichen Werken für Orgel, Klavier und Orchester hat Max Reger (1873 bis 1916) auch zahlreiche Werke für Chöre, vor allem auch für Männerchor, geschrieben. So sind Volksliedbearbeitungen in mehreren Liedersammlungen zwischen 1898 und 1900 erschienen. Anschließend beschäftigte sich Reger zudem mit Werken aus Renaissance und Barock; die Zwölf Madrigale bearbeitet für Männerchor entstanden im Auftrag seines Musikverlegers. Neben derartigen Arrangements schuf Max Reger für den Chorgesang immer wieder Originalkompositionen.
Welch hohen künstlerischen Rang diese Werke haben, das zeigt eine Gesamtaufnahme der Männerchöre Max Regers, die das Leipziger Label Rondeau veröffentlicht hat. Das Ensemble Vocapella Limburg unter Leitung von Tristan Meister interpretiert die anspruchsvollen Lieder gekonnt. Es ist generell erstaunlich, wie viele hervorragende Männerchöre aus den Limburger Domsingspatzen entstanden sind. Wenn die jungen Männer, dem Knabenchor-Alter entwachsen, sich entschließen, einen neuen Chor ins Leben zu rufen, um auch weiterhin gemeinsam zu singen, dann scheint ihnen das ein Herzensbedürfnis zu sein. Auch die durchweg hohe Qualität der Ensembles weist deutlich darauf hin, dass bei den Limburger Domsingspatzen der musikalische Nachwuchs eine exzellente Ausbildung erfährt. Bravi!
Welch hohen künstlerischen Rang diese Werke haben, das zeigt eine Gesamtaufnahme der Männerchöre Max Regers, die das Leipziger Label Rondeau veröffentlicht hat. Das Ensemble Vocapella Limburg unter Leitung von Tristan Meister interpretiert die anspruchsvollen Lieder gekonnt. Es ist generell erstaunlich, wie viele hervorragende Männerchöre aus den Limburger Domsingspatzen entstanden sind. Wenn die jungen Männer, dem Knabenchor-Alter entwachsen, sich entschließen, einen neuen Chor ins Leben zu rufen, um auch weiterhin gemeinsam zu singen, dann scheint ihnen das ein Herzensbedürfnis zu sein. Auch die durchweg hohe Qualität der Ensembles weist deutlich darauf hin, dass bei den Limburger Domsingspatzen der musikalische Nachwuchs eine exzellente Ausbildung erfährt. Bravi!
Mittwoch, 11. Mai 2016
Meister: Il giardino del piacere (Audax)
„Johann Friedrich Meister ist ein Original-Genie“, stellt Reinhard Goebel fest. Dass der Musiker, der sich im Repertoire und in der europäischen Musikgeschichte auskennt wie kaum jemand, den Komponisten und sein Werk im Beiheft zu dieser CD wohlwollend würdigt, wird nicht verblüffen: Goebels letztes Projekt mit seinem legendären Ensemble Musica Antiqua Köln galt der Musik Meisters.
Nun vervollständigt das Ensemble Diderot diese Einspielung, die seiner- zeit nur sechs der zwölf 1695 in Hamburg unter dem Titel Il giardino del piacere publizierten Triosonaten umfasste, und stellt bei dem Label Audax die fehlenden sechs Stücke vor. Das lohnt sich, denn dieser Lustgarten bietet durchaus spektakuläre Musik. Meisters Sonaten in Suitenform verknüpfen auf höchst originelle Art norddeutsche und französische Traditionen. Und Johannes Pramsohler musiziert gemeinsam mit Roldán Bernabé, ebenfalls Violine, Gulrim Choi, Violoncello und Philippe Grisvard am Cembalo phänomenal – diese Weltersteinspielung ist ein Ereignis!
Nun vervollständigt das Ensemble Diderot diese Einspielung, die seiner- zeit nur sechs der zwölf 1695 in Hamburg unter dem Titel Il giardino del piacere publizierten Triosonaten umfasste, und stellt bei dem Label Audax die fehlenden sechs Stücke vor. Das lohnt sich, denn dieser Lustgarten bietet durchaus spektakuläre Musik. Meisters Sonaten in Suitenform verknüpfen auf höchst originelle Art norddeutsche und französische Traditionen. Und Johannes Pramsohler musiziert gemeinsam mit Roldán Bernabé, ebenfalls Violine, Gulrim Choi, Violoncello und Philippe Grisvard am Cembalo phänomenal – diese Weltersteinspielung ist ein Ereignis!
Samstag, 26. März 2011
Meister: Il giardino del piacere (Berlin Classics)
Wenn man diese CD anhört, auf- genommen 2004, dann wird noch einmal deutlich, welcher Verlust die Auflösung des Ensembles Musica Antiqua Köln war. Hier spielt noch einmal die Kernfor- mation: Reinhard Goebel und Stephan Schardt, Violinen, Klaus-Dieter Brandt, Violoncello, und Léon Berben am Cembalo - virtuos, elegant und mit jenem Engage- ment, das dieses Ensemble so einzigartig machte.
Im November 2006 hatte Reinhard Goebel, Gründer und langjähriger Leiter des Ensembles, zum letzten Konzert geladen. Ihn selbst zwangen Probleme mit der Muskulatur seiner linken Hand dazu, die Geige aus der Hand zu legen. Ein schwerer Verkehrsunfall beendete 2005 bereits die Karriere von Stephan Schardt. Goebel wirkt nun als Dirigent und Orchester-Erzieher.
Liest man seine Interviews aus den letzten Jahren, so hat sich da offenbar leider sehr viel Ärger und Verdruss angesammelt. Goebel schimpft über das Publikum, das Qualität nicht schätzt, über die Plattenfirmen, denen Qualität vollkommen egal ist, über die Stadt Köln nebst der dort ansässigen Musikhochschule, die das Wirken der Musica Antiqua Köln über mehr als 30 Jahre offensichtlich völlig ignoriert haben, und über seine Musikerkollegen, die "all' das auf- nehmen, was die Bibliothekare mit dem Handwagen aus den Magazinen ankarren", so schreibt Goebel im Beiheft - und dabei keine Vorstellung davon haben, was sie da eigentlich wie und warum spielen.
Es gebe nichts zu entdecken, mault der Musiker - "alles, was an Musi- kalien seit der Erfindung der Notation, der schriftlichen Fixierung des Musikwerks, erhalten ist, ist bereits irgendwo katalogisiert und von der Musik-Wissenschaft wenn nicht bearbeitet, dann doch zur Kenntnis gebracht und irgendwo und irgendwie zu selbiger genommen worden." Zwar sei es dem Interpreten überlassen, diese Musikalien wieder zum Klingen zu bringen, räumt der Maestro ein. Doch müsse dieser strikt zwischen Kunstwerken und "Dutzend-Ware" unterscheiden.
Sobald Goebel jedoch anhebt, konkret über Musik zu reden, verfliegt diese Übellaunigkeit wie ein Nebelschleier, der sich plötzlich der Sonnenwärme ausgesetzt findet. Und wenn er über die zwölf Violin-Triosonaten Il giardino del piacere schreibt, die einzigen überliefer- ten Instrumentalwerke von Johann Friedrich Meister, dann ist seine Begeisterung deutlich zu spüren: "Als wir vor fast zehn Jahren erstmals in diese Sonaten ,eintauchten', waren wir erschüttert von der Ernsthaftigkeit und der Tiefe dieser Kompositionen; wir waren stolz und glücklich ,mal wieder' eine künstlerische und sachliche Herausforderung gefunden zu haben, die so ganz entschieden der Karnevalisierung der ,Alten Musik' und ihrer easy-listening-Kon- sumierbarkeit paroli zu bieten schien. Nur kurze Zeit nach den Konzerten und der hier vorgestellten Aufnahme mit dem Meister-Zyklus war das Ensemble gezwungen, seine Arbeit zu beenden." Diese Triosonaten sind nun doch eine Entdeckung, denn sie sind eigen-artig, unvergleichbar, und sie zeugen einerseits davon, wie ein Musiker zur Zeit Bachs in laufende Diskurse eingebunden war - und andererseits von dem überaus hohen musikalischen Niveau, das in Norddeutschland seinerzeit üblich gewesen sein muss.
Über Kindheit und Jugend Johann Friedrich Meisters ist nichts bekannt; die erste gesicherte Information über den Musiker ist die Tatsache, dass er 1677 eine Stelle als Musikdirektor der Hofkapelle des Herzogs Ferdinand Albrecht I. von Braunschweig-Lüneburg im Schloss Bevern annahm. Dieses Engagement endete in einer Katastrophe: Infolge von Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog und seinen Musikern, vor allem über die schlechte Bezahlung, wurde Meister Anfang Oktober 1678 inhaftiert. Mit Hilfe von Freun- den gelang es ihm, zu entkommen. Seine nächste Anstellung fand der Musiker bei Bischof August Friedrich von Lübeck in Eutin; 1683 wurde er schließlich Organist an der Marienkirche zu Flensburg. 1697 starb Meister in Flensburg.
Im November 2006 hatte Reinhard Goebel, Gründer und langjähriger Leiter des Ensembles, zum letzten Konzert geladen. Ihn selbst zwangen Probleme mit der Muskulatur seiner linken Hand dazu, die Geige aus der Hand zu legen. Ein schwerer Verkehrsunfall beendete 2005 bereits die Karriere von Stephan Schardt. Goebel wirkt nun als Dirigent und Orchester-Erzieher.
Liest man seine Interviews aus den letzten Jahren, so hat sich da offenbar leider sehr viel Ärger und Verdruss angesammelt. Goebel schimpft über das Publikum, das Qualität nicht schätzt, über die Plattenfirmen, denen Qualität vollkommen egal ist, über die Stadt Köln nebst der dort ansässigen Musikhochschule, die das Wirken der Musica Antiqua Köln über mehr als 30 Jahre offensichtlich völlig ignoriert haben, und über seine Musikerkollegen, die "all' das auf- nehmen, was die Bibliothekare mit dem Handwagen aus den Magazinen ankarren", so schreibt Goebel im Beiheft - und dabei keine Vorstellung davon haben, was sie da eigentlich wie und warum spielen.
Es gebe nichts zu entdecken, mault der Musiker - "alles, was an Musi- kalien seit der Erfindung der Notation, der schriftlichen Fixierung des Musikwerks, erhalten ist, ist bereits irgendwo katalogisiert und von der Musik-Wissenschaft wenn nicht bearbeitet, dann doch zur Kenntnis gebracht und irgendwo und irgendwie zu selbiger genommen worden." Zwar sei es dem Interpreten überlassen, diese Musikalien wieder zum Klingen zu bringen, räumt der Maestro ein. Doch müsse dieser strikt zwischen Kunstwerken und "Dutzend-Ware" unterscheiden.
Sobald Goebel jedoch anhebt, konkret über Musik zu reden, verfliegt diese Übellaunigkeit wie ein Nebelschleier, der sich plötzlich der Sonnenwärme ausgesetzt findet. Und wenn er über die zwölf Violin-Triosonaten Il giardino del piacere schreibt, die einzigen überliefer- ten Instrumentalwerke von Johann Friedrich Meister, dann ist seine Begeisterung deutlich zu spüren: "Als wir vor fast zehn Jahren erstmals in diese Sonaten ,eintauchten', waren wir erschüttert von der Ernsthaftigkeit und der Tiefe dieser Kompositionen; wir waren stolz und glücklich ,mal wieder' eine künstlerische und sachliche Herausforderung gefunden zu haben, die so ganz entschieden der Karnevalisierung der ,Alten Musik' und ihrer easy-listening-Kon- sumierbarkeit paroli zu bieten schien. Nur kurze Zeit nach den Konzerten und der hier vorgestellten Aufnahme mit dem Meister-Zyklus war das Ensemble gezwungen, seine Arbeit zu beenden." Diese Triosonaten sind nun doch eine Entdeckung, denn sie sind eigen-artig, unvergleichbar, und sie zeugen einerseits davon, wie ein Musiker zur Zeit Bachs in laufende Diskurse eingebunden war - und andererseits von dem überaus hohen musikalischen Niveau, das in Norddeutschland seinerzeit üblich gewesen sein muss.
Über Kindheit und Jugend Johann Friedrich Meisters ist nichts bekannt; die erste gesicherte Information über den Musiker ist die Tatsache, dass er 1677 eine Stelle als Musikdirektor der Hofkapelle des Herzogs Ferdinand Albrecht I. von Braunschweig-Lüneburg im Schloss Bevern annahm. Dieses Engagement endete in einer Katastrophe: Infolge von Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog und seinen Musikern, vor allem über die schlechte Bezahlung, wurde Meister Anfang Oktober 1678 inhaftiert. Mit Hilfe von Freun- den gelang es ihm, zu entkommen. Seine nächste Anstellung fand der Musiker bei Bischof August Friedrich von Lübeck in Eutin; 1683 wurde er schließlich Organist an der Marienkirche zu Flensburg. 1697 starb Meister in Flensburg.
Abonnieren
Kommentare (Atom)


