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Freitag, 7. Februar 2020

Il Carnevale di Venezia (Tudor)

Am Pariser Konservatorium waren bei seiner Gründung 1795 zwölf Klarinettenlehrer beschäftigt, die mehr als hundert Schüler unterrichteten. Die Absolventen waren gefragt. Denn das Instrument, für das sich nicht nur Mozart begeisterte, konnte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, vom Mannheimer Vorbild ausgehend, rasch in ganz Europa etablieren. So waren zeitweise mehr als 50.000 Kla- rinettisten allein in der Militärmusik beschäftigt. In vielen Orchestern musizierten exzellente Solisten, für die zahlreiche Kompositionen entstanden. 
Aus der Vielzahl dieser Konzertstücke, Variationen und Arrangements hat Hans Stadlmair gemeinsam mit dem Klarinettenvirtuosen Eduard Brunner (1939 bis 2017) eine attraktive Auswahl zusammengestellt, und 1988 mit dem Münchner Kammerorchester eingespielt. Zu hören sind Werke von Domenico Cimarosa, Gaetano Donizetti, Saverio Mercadante und Gioacchino Rossini – und ebenso temperamentvolle Variationen über ein venezianisches Volkslied, das hierzulande mit dem Text „Mein Hut, der hat drei Ecken“ populär ist. Sie stammen allerdings nicht von einem italienischen Komponisten, sondern von Hans Stadlmair. 
Eduard Brunner musiziert souverän; er war ein versierter Interpret, und technisch wie musikalisch jeder Herausforderung gewachsen. Mit Stadlmair und dem Münchner Kammerorchester verband ihn eine langjährige künstlerische Partnerschaft. 

Montag, 20. Juni 2016

Mercadante: Flute Concertos Nos. 1, 2 and 4 (Naxos)

Obwohl Saverio Mercadante (1795 bis 1870) in erster Linie Opern kompo- niert hat, lohnt sich doch auch der Blick auf sein Instrumentalwerk, wie diese CD beweist. Der Musiker, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, erhielt seine Ausbildung am Conser- vatorio di San Sebastiano in Neapel. Dort lernte er, Geige und Flöte zu spielen, und erhielt zudem Gesangs- unterricht sowie ab 1813 auch Unterricht im Fach Komposition. 
Während seiner Zeit am Konserva- torium schuf er ziemlich viele Instrumentalwerke; nach dem Studium allerdings schrieb er vorwiegend Opern. Von 1827 bis 1830 arbeitete Mercadante in Spanien; nach seiner Rückkehr wurde er 1833 Kapellmeister der Kathedrale zu Novara und 1840 der Nachfolger seines Lehrers Niccolò Antonio Zingarelli als Direktor des Konservatoriums in Neapel, wo er bis an sein Lebensende wirkte. 
Mercadante war, neben Bellini und Donizetti, der bedeutendste italienische Opernkomponist seiner Zeit und als solcher sehr erfolgreich. Erstaunli- cherweise sind seine Werke in Vergessenheit geraten. Patrick Gallois hat nun gemeinsam mit der Sinfonia Finlandia Jyväskylä für Naxos eine Gesamteinspielung der Flötenkonzerte von Mercadante begonnen. Sie startet mit dem Flötenkonzert Nr. 2 in e-Moll op. 57 – dem wohl bekanntesten Werk des Komponisten, das dieser bereits 1813 zu Papier gebracht hatte. Zu hören sind auf der ersten CD zudem die Konzerte Nr. 4 in G-Dur und Nr. 1 in E-Dur, op. 49. Sie beginnen stets mit einem umfangreichen Allegro maestoso; dann folgt ein relativ kurzer langsamer Mittelsatz, und zum Schluss erklingt ein virtuoser Kehraus – hier mit polnischen bzw. russischen Motiven. 
Mercadante setzt die Flöte wirkungsvoll in Szene; der Solist erhält reichlich Gelegenheit, zu brillieren. Gallois musiziert hörenswert, und dirigiert obendrein noch das Orchester, das erfreulich präzise agiert. Insgesamt sieben Flötenkonzerte, davon sechs für Soloflöte und eines für zwei Flöten, hat Mercadante geschrieben. Auf die Fortsetzung dieser Edition darf man also gespannt bleiben.