Der Knabenchor der Chorakademie Dortmund ist – nicht nur, was das Alter seiner Sänger angeht – ein junges Ensemble: Er besteht erst seit 2002. Die Chorakademie Dortmund gilt mit insgesamt über tausend Sängern als eine der größten Sing- schulen Europas. Im Zentrum der Ausbildung steht dort das solistische Singen; auch Jost Salm, der Leiter des Knabenchores, legt besonderen Wert auf die individuelle Stimmausbildung der Kinder und Jugendlichen. Sie werden nicht auf einen harmoni- schen Chorklang hin gedrillt, son- dern der Chorklang soll sich aus den gut geschulten, aber auch entspre- chend unterschiedlichen Stimmen ergeben.
Wie gut diese Auffassung in der Praxis funktioniert, das zeigt die vor- liegende CD mit „Alter“ Kirchenmusik. Zu hören sind die Missa brevis in
F-Dur von Valentin Rathgeber (1682 bis 1750), das mittlerweile sehr bekannte Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi (1710 bis 1736) und das Klaglied BuxWV 76b von Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707).
In den beiden ersten Stücken singen Tizian Geyer, Knabensopran, und Sven Wagner, Knabenalt; gelegentlich unterstützt durch weitere Knaben aus dem Chor, die als Ripienisten agieren, in kleiner Besetzung. Das gilt auch beim Klaglied, das vom Knabensopran Yorick Ebert gesungen wird.
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Mittwoch, 9. November 2016
Dienstag, 10. November 2009
Pergolesi: Stabat Mater / Orfeo (Arte Verum)
Donnerwetter, die legen aber los! Sopranistin Barbara Hendricks, Mezzo Ulrika Tenstam und das Drottningholms Barockensemble musizieren, dass der Staub der Jahrhunderte hinwegfliegt. Affektive Klangsprache, Musik als Reflex und als Mittel zur Reflexion - Pergolesis Stück freilich lädt dazu ein. Die Instrumentalisten musizieren mit Esprit und mit Leidenschaft. Und die beiden Sängerinnen gestalten klug, was der Komponist ihnen aufgeschrieben hat. Auch der "Orfeo", eine Cantate da Camera, gesungen von Barbara Hendricks, erweist sich als hörenswert.
Diese Aufnahme ist perfekt - aber sie hat eine Schwäche, die hier nicht verschwiegen werden soll: Sie wird von Frauenstimmen gesungen, die auf Operngesang trainiert sind. Wer mit Vibrato und mit einem entsprechenden Stimmvolumen leben kann, der wird diese Aufnahme sicherlich lieben. Wer Alte Musik lieber mit schlanken Stimmen hören möchte, der wird wohl nach wie vor lieber die Einspielung mit René Jacobs und dem Concerto Vocale aus dem Regal holen.
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