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Sonntag, 15. Januar 2017

Virtuose Hornkonzerte (Naxos)

Virtuose Hornkonzerte hat das Label Naxos aus seinen reichen Archivbe- ständen herausgesucht und auf drei CD in dieser Box zusammengefasst. Nicht fehlen dürfen da natürlich die Hornkonzerte sowie das Rondo von Wolfgang Amadeus Mozart; das Solo-Horn spielt auf dieser CD Miloš Števove. Tschechische Hornkonzerte, für zwei Hörner, haben Zdeněk und Bedřich Tylšar vorgestellt – zu hören sind Werke von Josef Fiala und František Xaver Pokorny sowie zwei Konzerte von František Antonin Rosetti. 
Die Brüder sind, gemeinsam mit Zdeněk Divorký und Jindřich Petráš, ebenfalls Solo-Hornisten der Tschechischen Philharmonie Prag, auch auf der dritten CD zu hören. In Leopold Mozarts Sinfonia da Caccia für vier Hörner und Streicher kommt das gesamte Quartett hervorragend zur Geltung. Anspruchsvolle Aufgaben bieten aber auch Telemanns Konzert in D-Dur für drei Corni da Caccia und Streicher, Vivaldis Konzert in F-Dur für zwei Hörner und Streicher RV 539 und Händels Konzert in F-Dur für zwei Bläsergruppen und Streicher
Eingespielt wurden sämtliche Werke in den Jahren 1988/89 durch die Cappella Istropolitana, das Kammerorchester der Stadt Bratislava, unter Leitung von Jozef Kopelman bzw. František Vajnar. 

Freitag, 12. März 2010

Radek Baborák - Horn Concertos (Supraphon)

Tschechische Hornisten waren schon im 18. Jahrhundert in ganz Europa berühmt und gefragt. An diese große Tradition erinnert Radek Baborák, der sich schon in der Kindheit für das Instrument begeistert und dann als Jugend- licher nahezu alle einschlägigen Wettbewerbe gewonnen hat. Er war unter anderem Solohornist bei den Münchner und den Berliner Philharmonikern. 
Auf dieser CD spielt er gemeinsam mit dem Prager Kammerorchester Hornkonzerte tschechischer Provenienz. Denn auch wenn sie ihre Namen italianisiert haben - die Mozart-Zeitgenossen Antonio Rosetti (Anton Rössler?) und Giovanni Punto (Jan Václav Stich) stammten aus Böhmen, und sie waren zu Lebzeiten weithin bekannt.
Punto beispielsweise war ein hoch geachteter Virtuose, der in ganz Europa gastierte. Mozart widmete ihm seine Konzertante Symphonie Es-Dur KV 297B, Beethoven schrieb für ihn die Sonate F-Dur op. 17, und konzertierte gemeinsam mit ihm. Von Punto selbst sind unter anderem 16 Hornkonzerte überliefert, die von dem Solisten nicht nur schöne Töne, sondern auch schnelle Läufe und Arpeggien abfordern. Frantisek Xaver Pokorný hingegen war selbst kein Hornist. Er wirkte als Violinist in der Kapelle des Hauses Thurn und Taxis in Regens- burg, und komponierte eine Vielzahl von Stücken, beispielsweise die ältesten bekannten Konzerte für Klarinette - und Hornkonzerte für seine Tochter Beata, die 1780 erfolgreich mit ihrem Waldhorn vor dem verwöhnten Publikum im Concert Spirituel in Paris auftrat.
Radek Baborák bringen diese Virtuosenstücke niemals in technische Verlegenheiten. Da sitzt jeder Ton, in jeder Geschwindigkeit, in jeder Lautstärke und in jeder Tonhöhe. Eine CD, die begeistert - auch wenn man sich hier und da vielleicht etwas mehr dynamische Differenzierung gewünscht hätte.