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Donnerstag, 23. Juni 2016

Incantations (Genuin)

Eine hinreißende CD hat jüngst das Ensemble Quintessenz veröffentlicht. Das Leipziger Flötenquintett besteht nunmehr seit 20 Jahren – und aus diesem Anlass beschenkt es sein Publikum mit einem magischen Al- bum: Incantations, Beschwörungen, haben die Musiker auf das Cover geschrieben. 
Dieser Titel ist treffend gewählt. Denn der Hörer darf sich auf allerlei Zauberhaftes gefasst machen – so sind beispielsweise die Tänze, von Gioachino Rossinis Tarantella La Danza über Claude Debussys La danse de Puck bis hin zu Camille Saint-Saens' Danse macabre, nicht ohne Hintersinn ausgesucht. Ungarisches Temperament zeigt das Quintett bei Franz Dopplers stimmungsvoller Fantaisie Pastorale Hongroise. Die CD enthält zudem zwei Ersteinspielungen von Werken, die speziell für Quintessenz entstanden sind – Medusa von Anže Rozman und Spells von Ian Clarke. 
Arrangiert hat die Stücke ansonsten Gudrun Hinze. Wie es ihr gelingt, den Klang eines ganzen Orchesters mit nur fünf Flöten zu imitieren, das grenzt mitunter an Magie. Insbesondere ihre Bearbeitung von Felix Mendelssohn Bartholdys Ein Sommernachtstraum ist absolut bezaubernd; die Flöten-Variante begeistert mit Klangfarben und Fluidum. Mit gefällt sie beinahe besser als das Original. Und in den 19 Variationen aus Marin Marais' Les Folies d'Espagne gelingt es Gudrun Hintze sogar, Gambe, Harfe und spanische Rhythmusinstrumente mit dem Flötenensemble anklingen zu lassen. Grandios! 

Donnerstag, 8. November 2012

Essence of Christmas (Genuin)

"Ein Weihnachtskonzert mit dem Ensemble gehört jedes Jahr zu unseren stimmungsvollsten Erlebnissen im Quintessenz-Jahr", berichtet Gudrun Hinze im Beiheft zu dieser CD. Das Leipziger Quer- flötenensemble, in dem Soloflöti- sten des Gewandhausorchesters, des MDR Sinfonieorchesters Leipzig und der Staatskapelle Halle/Saale gemeinsam musizie- ren, legt nun bei Genuin Classics den Live-Mitschnitt eines solchen Konzertes vor, aufgezeichnet im Februar 2012 in der Leipziger Paul-Gerhard-Kirche.
Auf die klassischen Weihnachtslieder allerdings verzichten die  fünf Flötenvirtuosen. Das Repertoire von Quintessenz ist maßgeschnei- dert, angepasst an den einzigartigen Klang des Ensembles. Er wird vom kraftvollen Orgelton der Bass-Querflöte Christian Sprengers ebenso geprägt wie vom fröhlichen Gezwitscher der Piccolo-Flöte Gudrun Hinzes oder vom edlen Klang der Alt-Querflöte Bettine Keyßers. Im Zentrum steht das perfekte Querflöten-Duett von Anna Garzuly-Wahlgren und Ute Günther, die mit schwebendem, schwere- losen Klang und wundervoll aufeinander abgestimmtem, silbrigen Ton begeistern. 
Die fünf Flötisten lassen Schneeflocken tanzen und Spuren im Schnee funkeln - ihre Versionen der entsprechenden Stücke Claude Debussys sind grandios, und geben Zeugnis von ihrer exzellenten Spielkultur. Eröffnet wird das Konzert aber mit dem alten schottischen Tanz Sir Roger de Coverley, von Frank Bridge ursprünglich für Streichorche- ster notiert. Das eigenwillige Stück kombiniert die Vision eines rauschenden Weihnachtsballes mit der Melancholie, die Auld Lang Syne in diese Szene hineinträgt - eine Melodie, die die Vergangenheit beschwört, und die man eher mit dem Jahresende in Zusammenhang bringt. 
Ah, vous dirai-je, maman kennt man hierzulande mit dem Text Morgen kommt der Weihnachtsmann. Und in der Bearbeitung für Flötenquintett klingen Mozarts Variationen des populären Liedes ganz besonders charmant. Das gilt auch für den Walzer Dezember aus Tschaikowskis Jahreszeiten, und ausgewählte Sätze aus seinem Ballett Der Nussknacker
Im Mittelpunkt des Konzertes steht das Weihnachts-Quintett in D-Dur op. 21 von Jan Brandts Buys. Es ist ursprünglich entstanden für Flöte und Streichquartett. Jeder Satz hat ein Zitat aus der biblischen Weihnachtsgeschichte zum Motto. Dieses Zitat führt dann in eine Musik, die den Grundgedanken und die Ausgangsstimmung ausge- sprochen romantisch fortentwickelt. So entsteht ein umfangreiches Werk von geradezu sinfonischen Dimensionen, wirklich sehr beein- druckend. 
Die CD endet mit Musik von Johann Sebastian Bach, als Referenz an den Genius loci und als Verweis auf Luther spielt das Ensemble das Choralvorspiel BWV 659 und den Choral Nun komm, der Heiden Heiland. Quintessenz zeigt damit, dass gerade Orgelmusik sehr schön auf Flöten interpretiert werden kann. Der Charme dieser Aufnahmen überzeugt - eine stimmungsvolle Weihnachts-CD nicht nur für Freun- de der Querflöte.