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Dienstag, 27. Februar 2018

Händel: Messiah (Gramola)

Händels Messias hat der Salzburger Bachchor gemeinsam mit dem Bach Consort Wien am 19. März 2016 in der Basilika des Stiftes Kloster- neuburg aufgeführt. Der Mitschnitt dieses Osterkonzertes ist bei Gramola erschienen – und er ist meine ganz persönliche Empfehlung zum Fest in diesem Jahr. 
Denn Rubén Dubrovsky, dem Diri- genten dieser Einspielung, gelingt es, das viel gespielte Werk aus gänzlich neuer Perspektive zu lesen. Er sieht Händel als „Theaterviech“, und konzentriert sich auf die dramatische Kraft, die Leidenschaft und religiöse Emphase, mit der der Komponist diese musikalische Jesus-Biographie gestaltet hat. 
Der Salzburger Bachchor singt in kleiner Besetzung, beschwingt und gestisch, und mit faszinierender Klarheit. Da sitzt, selbst bei flottem Tempo, jede Koloratur und jede Verzierung – wunderbar! Auch das Solistenquartett – Hanna Herfurtner, Sopran, Gaia Petrone, Mezzosopran, Michael Schade, Tenor, und Christian Immler, Bariton – setzt in erster Linie auf die Affekte und beeindruckt dazu noch durch exzellente Text- verständlichkeit. Das Ergebnis ist eine der schönsten Messias-Aufnahmen überhaupt – unbedingt anhören! 

Sonntag, 14. April 2013

Schubert: Die schöne Müllerin; Schade, Buchbinder (Preiser Records)

Diese CD ist der Mitschnitt eines Konzertes, aufgezeichnet 2008 während des zweiten Musik-Festivals Grafenegg. Der Pianist Rudolf Buchbinder, der zugleich als künstlerischer Leiter dieses Musik- festes fungiert, hat an diesem Abend gemeinsam mit Kammer- sänger Michael Schade Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin vorgetragen. 
Ihre Werkauffassung erscheint zunächst recht konventionell. Doch schon bald wird hörbar, dass die beiden Solisten mitnichten vorhaben, hübsche Liederchen vorzu- stellen. Buchbinder lässt den Bach in seinem Klavierpart zunehmend bedrohlicher klingen. Das ist kein munteres Bächlein mehr, das Ge- wässer entwickelt mehr und mehr ein Eigenleben, und eine geradezu hypnotische Ausstrahlung. Auch Schade setzt alles daran, die Doppelbödigkeit dieser Idylle aufzuzeigen. Ein Liederabend mit Tiefgang, der das Publikum seinerzeit sehr beeindruckt haben dürfte.