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Montag, 28. Mai 2018

Vivaldi: Stabat Mater, Gloria (Gramola)

Drei exzellente Solisten hatten der Salzburger Bachchor und das Bach Consort Wien im vergangenen Jahr zum traditionellen Osterkonzert eingeladen: Mit Hanna Herfurtner und Joowon Chung, Sopran, sowie Andreas Scholl, Alt, widmeten sich die Ensembles unter der Leitung von Rubén Dubrovsyk Werken von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741). 
Der Live-Mitschnitt des Konzertes am 6. April 2017 in der Basilika des Stiftes Klosterneuburg ist nun bei Gramola erschienen – und er ist wirklich sehr hörenswert. Großen Anteil daran hat Andreas Scholl. Der Countertenor, mittlerweile schon seit etlichen Jahren im Geschäft, singt immer noch großartig. 
Einige der Werke auf dieser CD hatte er 2007 mit Chiara Banchini und dem Ensemble 415 schon einmal eingespielt; wer mag, der kann ver- gleichen. Ich neige aber bald dazu, den Konzert-Mitschnitt vorzuziehen; er ist in jedem Falle stimmungsvoller. 
Zu hören sind auf dieser CD Musikstücke, die Vivaldi für seine Schülerin- nen am Waisenhaus Ospedale della Pietà in Venedig komponierte. Die jungen Mädchen erhielten dort eine erstklassige musikalische Ausbildung; Menschen aus ganz Europa lauschten verzückt dem Gesang und dem Instrumentalspiel der berühmten figli
Auf dieser CD erklingen das Concerto g-Moll, RV 156, die Sonata a quattro Es-Dur Al Santo Sepolcro, RV 130, sowie liturgische Musik zum Osterfest: Filiae Maestae Jerusalem – Introduzione al Miserere, RV 638, Stabat Mater, RV 621, Lauda Jerusalem, RV 609, und zum Abschluss das populäre Gloria, RV 589. In Jubel und Lobpreis kann neben den drei Solisten endlich auch der Salzburger Bachchor einstimmen. Ein gelungenes Konzert, und eine Aufnahme, über die man sich freut - auch was die technische Qualität angeht. 

Dienstag, 27. Februar 2018

Händel: Messiah (Gramola)

Händels Messias hat der Salzburger Bachchor gemeinsam mit dem Bach Consort Wien am 19. März 2016 in der Basilika des Stiftes Kloster- neuburg aufgeführt. Der Mitschnitt dieses Osterkonzertes ist bei Gramola erschienen – und er ist meine ganz persönliche Empfehlung zum Fest in diesem Jahr. 
Denn Rubén Dubrovsky, dem Diri- genten dieser Einspielung, gelingt es, das viel gespielte Werk aus gänzlich neuer Perspektive zu lesen. Er sieht Händel als „Theaterviech“, und konzentriert sich auf die dramatische Kraft, die Leidenschaft und religiöse Emphase, mit der der Komponist diese musikalische Jesus-Biographie gestaltet hat. 
Der Salzburger Bachchor singt in kleiner Besetzung, beschwingt und gestisch, und mit faszinierender Klarheit. Da sitzt, selbst bei flottem Tempo, jede Koloratur und jede Verzierung – wunderbar! Auch das Solistenquartett – Hanna Herfurtner, Sopran, Gaia Petrone, Mezzosopran, Michael Schade, Tenor, und Christian Immler, Bariton – setzt in erster Linie auf die Affekte und beeindruckt dazu noch durch exzellente Text- verständlichkeit. Das Ergebnis ist eine der schönsten Messias-Aufnahmen überhaupt – unbedingt anhören! 

Dienstag, 31. März 2015

Spohr: Die letzten Dinge (Oehms Classics)

 Louis Spohr (1784 bis 1859) war zu Lebzeiten eine Berühmtheit. Als Geiger war er ebenso prominent wie sein Zeitgenosse Paganini, und als Komponist war der Kasseler Hofkapellmeister ebenfalls sehr geschätzt. Dennoch geriet er nach seinem Tode recht schnell in Vergessenheit – überstrahlt von Beethoven, den Romantikern sowie Liszt und Wagner. Das Label Oehms Classics hat nun eines der Erfolgs- werke Spohrs auf CD veröffentlicht: In seinem Oratorium Die letzten Dinge geht es in den drastischen und rätselhaften Bildern der Johannes-Apokalypse um Grundfragen der Menschheit: Gerechtigkeit, Verantwortung und Erlösung. Das Libretto erstellt hat Friedrich Rochlitz, ein bekannter Leipziger Schriftsteller, der auch recht konkrete Vorstellungen äußerte, wie die Texte vertont werden sollten. 
Durch das Spohr-Jahr 2009 ist dieses eingängige Werk wieder zu etwas mehr Beachtung gelangt; hin und wieder wird es sogar aufgeführt. So erklang es am 6. Juni 2013 im Salzburger Mozarteum. Oehms Classics präsentiert einen Live-Mitschnitt dieses Konzertes mit einem nicht übermäßig beeindruckenden Solistenquartett, dem kraftvoll singenden Salzburger Bachchor und dem Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton.

Freitag, 27. März 2015

Pater noster (Oehms Classics)

Vertonungen des Vaterunsers aus unterschiedlichen Jahrhunderten, Musiktraditionen und Himmels- richtungen hat der Salzburger Bachchor unter seinem Leiter Alois Glaßner bei Oehms Classics zusammengetragen. Ergänzt wird das Programm durch einige Vertonungen von Gebeten, die sich an die Gottes- mutter Maria wenden. Die Auswahl war nicht ganz einfach: „Das Vaterunser ist ein sehr persönliches Gebet“, erläutert Glaßner im Beiheft zu dieser CD. „Es nimmt zudem die zentrale Stellung in der Liturgie ein. Es ist dem Volk, der Kirchengemeinde übertragen, daher nicht so oft extra vertont worden. Und wenn, dann fast nur a cappella.“ 
Auf die Ursprünge der geistlichen Chormusik, die man sicherlich im Chorgesang der Nonnen und Mönche vermuten darf, verweisen die jüngsten Werke, insbesondere die umfangreiche Pater-noster-Vertonung aus der Feder des österreichischen Komponisten Wolfram Wagner (*1962). Er beginnt mit der gregorianischen Melodie, und schafft durch Wieder- holungen Eindringlichkeit. Das älteste Stück auf der CD stammt von Jacobus Gallus (1550 bis 1591). Auch sonst findet sich zwischen Heinrich Schütz und Gustav Holst, Franz Liszt und Alfred Schnittke, oder Giuseppe Verdi und Maurice Duruflé so manche Entdeckung auf diesem interessan- ten Konzept-Album. 
Der Salzburger Bachchor singt versiert und sehr hörenswert. Zum Abschluss gönnt sich das Ensemble übrigens das Ybbstaler Vaterunser, ein stimmungsvolles mehrstrophiges Lied aus Niederösterreich, das noch heute dort auf Wallfahrten gesungen wird. Und die ganze Zeit zwitschern im Hintergrund leise Vögel. Die gefiederten Sänger erinnern uns beständig an den Himmel. Was für ein cooler Fingerzeig!