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Sonntag, 17. November 2019

Triumvirat (Querstand)

Johann Schenck, August Kühnel und Conrad Höffler waren einst berühmte Gambenvirtuosen. Dass ihre Namen heute nur noch Insidern ein Begriff sind, hat seinen Grund wohl darin, dass sie nicht am Hofe des Sonnenkönigs wirkten, sondern an diversen deutschen Höfen. Auf dieser CD zeigt Juliane Laake mit ihrem Ensemble Art d’Echo, dass sie dennoch an Kunstfertigkeit ihren französischen Kollegen in nichts nachstanden. 
August Kühnel (1645 bis um 1700), Sohn eines mecklenburgischen Kammermusikers, erhielt seine erste Anstellung bereits im Alter von 16 Jahren am Hofe des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz. 1665 reiste er nach Frankreich, und nach dem Tode seines Dienstherrn im Jahre 1681 ging Kühnel nach England. 1682 und 1685 musizierte er in London, wo er als Barytonspieler großen Erfolg hatte. In Deutschland trat er als Virtuose in Darmstadt, Dresden , Weimar und München in Erscheinung. 1695 wurde Kühnel Kapellmeister am Hofe des Landgrafen zu Hessen-Kassel; 1698 veröffentlichte er dort seine 14 Sonate ò Partite ad una o due viole da gamba, con il basso continuo. Damit verliert sich dann seine Spur. 
Conrad Höffler (1647 bis 1696) wuchs gemeinsam mit Johann Philipp Krieger in Nürnberg auf, wo er auch eine Ausbildung bei dem Gambisten Gabriel Schütz absolvierte. Höffler wirkte in Bayreuth und Ansbach; 1676 wechselte er an den Hof des Herzogs zu Sachsen-Weißenfels, wo er bis an sein Lebensende blieb. 1695 veröffentlichte Höffler unter dem Titel Primitiæ chelicæ eine Sammlung von zwölf Suiten für Viola da gamba und Basso continuo. 
Über den Lebensweg von Johann Schenck (1660 bis nach 1712) wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet; er wirkte am Hofe des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz, und war als Musiker offenbar ebenso begabt wie als Diplomat, was ihm sowohl Reputation als auch Wohlstand einbrachte. So war Schenck in der Lage, seine Kompositionen drucken zu lassen. 
Juliane Laake hat aus dem Schaffen dieser drei bedeutenden Gambenvirtuosen Werke ausgewählt, die den hohen Rang dieser Meister bestätigen. Die Musik, die sie mit ihrem Ensemble Art d’Echo inspiriert vorträgt, begeistert durch Eleganz und Esprit – und die Einspielung ist zugleich ein hinreißendes Plädoyer für das Stöbern in alten Notenbeständen! Auch in der Musikgeschichte gibt es abseits ausgetretener Pfade offenbar doch noch viel Lohnendes zu entdecken...

Samstag, 4. Oktober 2014

Schenck: Tyd en Konst-Oeffeningen (Brilliant Classics)

Johannes Schenck (um 1660 bis nach 1709) war ein deutsch-niederländi- scher Komponist und Gambenspieler, der wohl in Amsterdam zur Welt gekommen und aufgewachsen ist. Über seinen Lebensweg ist wenig bekannt; allerdings weiß man, dass er später in Düsseldorf lebte und arbei- tete. Denn im Jahre 1696 ist Schenck erstmals als Kammermusikus doku- mentiert am Hofe des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. 
Auf dieser CD erklingt die Suiten-Sammlung Tyd en Konst-Oeffenin- gen op. 2 für Gambe und Basso continuo – das erste Instrumentalwerk, das Schenck veröffentlicht hat. Die Noten, 1688 in Amsterdam erschienen, brachten ihm in ganz Europa Ruhm und Erfolg. Die Stücke sind technisch anspruchsvoll. Sie zeigen zudem, dass Schenck stilistische Anregungen aus Frankreich, Deutschland und Italien zwar aufgegriffen, aber letztendlich in seine eigene Musik integriert hat. Die Werke des Komponisten sind sehr eigenwillig, was sie bis heute attraktiv macht. 
Wie spannend diese Musik ist, das beweist eine Aufnahme, die das Recondita Armonia Ensemble um Lixsania Fernández für Brilliant Classics eingespielt hat. Die kubanisch-spanische Gambistin hat dafür sechs der insgesamt fünfzehn Sonaten ausgewählt. Sie spielt die Suiten klangschön und temperamentvoll; diese Werke sind wirklich beeindruckend. 

Sonntag, 31. August 2014

Schenck: Le Nymphe di Rheno (Ricercar)

Johannes Schenck (um 1660 bis nach 1709) kam wohl in Amster- dam als Sohn eines Weinhändlers zur Welt. Über seinen Lebensweg ist wenig bekannt. 1686 schuf er die erste Oper auf der Grundlage eines Librettos in niederländischer Sprache. Das Libretto sowie einige Arien aus der Opera op de Zink- spreuk „Zonder Spys en Wyn, Kan geen Liefde zyn“ sind überliefert. 1696 findet sich Schenck erstmals als Kammermusikus vermerkt einer Liste von Musikern, die in Düsseldorf angestellt waren, am Hof des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. 
So kamen wahrscheinlich auch seine zwölf Sonaten für zwei Bass- gamben zu ihrem Namen: Le Nymphe di Rheno, im Druck erschienen 1702, sind seinem Dienstherrn gewidmet. Jan Wellem war nicht nur ein großer Freund der Künste und ihr ganz entschiedener Förderer, er spielte auch selbst Gambe – wie gut, das verraten uns Schencks Werke. Denn man darf wohl davon ausgehen, dass diese virtuosen Duette für den Pfalzgrafen geschrieben worden sind. 
Wieland Kuijken und Francois Joubert-Caillet haben sechs davon ausgewählt und bei Ricercar eingespielt. Die beiden Gambisten musizieren klangschön und inspiriert. Wer allerdings plätschernde Wellen und graziöse Mädels erwartet, der hat sich durch den Titel in die Irre führen lassen. Die Sonaten ignorieren den Grenzfluss Rhein auch insofern, als Schenck Formen aus der französischen, italienischen und deutschen Musik aufgreift und fröhlich verwendet, was gefällt. Seine Werke sind ziemlich eigenwillig – und noch immer faszinierend.