Ignaz Moscheles (1794 bis 1870) begann seine Ausbildung bei Friedrich Dyonis Weber am Prager Konservatorium, und studierte dann ab 1808 in Wien bei Antonio Salieri und Johann Georg Albrechtsberger. Als reisender Klaviervirtuose wurde er wenig später in allen europäischen Musikmetropolen gefeiert. In Berlin begegnete er 1824 dem 15jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy. Auf Bitten der Mutter erteilte Moscheles ihm und seiner Schwester Fanny Klavierunterricht; trotz des Alters- unterschiedes waren die beiden Musiker bald eng befreundet. 1825 ging Moscheles dann nach London, wo er als Pianist und Dirigent sehr gefragt war, und von Schülern schier überrannt wurde. Felix Mendelssohn Bartholdy allerdings konnte ihn davon überzeugen, nach Deutschland zurückzukehren und im beschau- lichen Sachsen zu wirken: 1846 übernahm Moscheles die Klavierklasse am Leipziger Konservatorium.
Wie damals üblich, hat Moscheles einen Gutteil der Musik, die er in Konzerten spielte, auch selbst komponiert. Dazu entstanden zahlreiche Werke auf Drängen der Verleger, und für seine Schüler schrieb er Etüden, die noch heute sehr geschätzt sind, weil sie nicht nur simple „technische“ Übungsstücke sind, sondern obendrein sehr gut klingen.
Kammermusik für Flöte und Klavier von Ignaz Moscheles erklingt auf einer CD, die bei Naxos erschienen ist. Kazunori Seo, Flöte, und Makoto Ueno, Klavier, spielen das Divertimento à la savoyarde op. 78, die Sonate concertante in G-Dur op. 79, die Quatre Divertissements op. 82b mit allerlei musikalischen Anspielungen, die Six Variations concertantes op. 21 und die Grande Sonate concertante in A-Dur op. 44. Die beiden Musi- ker sind exzellent aufeinander eingestellt, ihr Zusammenspiel begeistert. Makoto Ueno bewältigt den oftmals sehr anspruchsvollen Klavierpart locker und hörenswert. Mit dem Flötenspiel von Kazunori Seo hingegen werde ich nicht glücklich; insbesondere in schnellen Passagen gelingt es ihm nicht wirklich, seinen Ton zu formen und zu färben. So klingen die rasanten Läufe oftmals flach und in der Höhe spitz und blechern. Schade!
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Samstag, 13. Februar 2016
Mittwoch, 25. November 2015
Czerny: Music for Flute and Piano (Naxos)
Carl Czerny (1791 bis 1857) war ein exzellenter Pianist. Den ersten Unterricht erhielt er bei seinem Vater, der sich als Klavierlehrer aus großer Armut emporgearbeitet hat. Im Alter von neun Jahren spielte Carl Czerny Ludwig van Beethoven vor, und wurde dessen Schüler. Er studierte zudem bei Muzio Clementi, Antonio Salieri und Johann Nepomuk Hummel.
Bei der Wiener Erstaufführung von Beethovens fünftem Klavierkonzert („Emperor“) spielte Czerny den Klavierpart. Dennoch trat er relativ selten als Solist in Konzerten in Erscheinung, weil er der Meinung war, dass ihm die dazu notwendige Ausstrahlung fehle – und Lust darauf, dem Publikum eine Show zu bieten, hatte er auch nicht. Sein Geld verdiente er daher, sehr erfolgreich, als Klavierpädagoge. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Franz Liszt und Sigismund Thalberg. Außerdem komponierte Czerny mehr als tausend Werke; fast jedem Klavierschüler sind noch heute seine Etüden („Schule der Geläufigkeit“) vertraut.
Weniger bekannt ist, dass Carl Czerny auch „richtige“ Musik geschrieben hat – Kirchenmusik, Sinfonien und Klavierkonzerte sowie Kammermusik. Eine kleine Auswahl daraus präsentieren der Flötist Kazunori Seo und der Pianist Makoto Ueno. Die beiden japanischen Musiker spielen die Trois Rondeaux faciles et brillans pour Pianoforte et Flute (ou Violon) concer- tans sur des motifs favoris de Rossini & Bellini op. 374, Introduzione, Variazioni e Finale op. 80, das Rondoletto concertant for Piano, Flute and Cello ad lib. op. 149 und das Duo concertant pour Piano-Forte et Flûte in G major op. 129. Dabei handelt es sich um anspruchsvolle Unter- haltungsmusik; die Bühne, auf der solche Werke seinerzeit erklungen sind, dürfte der Salon gewesen sein.
Czerny setzt sowohl die Flöte als auch das Klavier effektvoll in Szene; die beiden Solisten spielen exzellent aufeinander abgestimmt, und zeigen im Dialog, dass diese aparte Musik durchaus einen Platz im Repertoire verdient hätte. Allerdings würde man sich wünschen, dass der Flötenton von Kazunori Seo noch runder und farbenreicher wird, besonders in der Höhe. Trotz zahlreicher Auszeichnungen und Preise bei Wettbewerben – der Solist ist technisch zweifelsohne gut, aber bei Klang und Ausdruck gibt es noch Reserven.
Bei der Wiener Erstaufführung von Beethovens fünftem Klavierkonzert („Emperor“) spielte Czerny den Klavierpart. Dennoch trat er relativ selten als Solist in Konzerten in Erscheinung, weil er der Meinung war, dass ihm die dazu notwendige Ausstrahlung fehle – und Lust darauf, dem Publikum eine Show zu bieten, hatte er auch nicht. Sein Geld verdiente er daher, sehr erfolgreich, als Klavierpädagoge. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Franz Liszt und Sigismund Thalberg. Außerdem komponierte Czerny mehr als tausend Werke; fast jedem Klavierschüler sind noch heute seine Etüden („Schule der Geläufigkeit“) vertraut.
Weniger bekannt ist, dass Carl Czerny auch „richtige“ Musik geschrieben hat – Kirchenmusik, Sinfonien und Klavierkonzerte sowie Kammermusik. Eine kleine Auswahl daraus präsentieren der Flötist Kazunori Seo und der Pianist Makoto Ueno. Die beiden japanischen Musiker spielen die Trois Rondeaux faciles et brillans pour Pianoforte et Flute (ou Violon) concer- tans sur des motifs favoris de Rossini & Bellini op. 374, Introduzione, Variazioni e Finale op. 80, das Rondoletto concertant for Piano, Flute and Cello ad lib. op. 149 und das Duo concertant pour Piano-Forte et Flûte in G major op. 129. Dabei handelt es sich um anspruchsvolle Unter- haltungsmusik; die Bühne, auf der solche Werke seinerzeit erklungen sind, dürfte der Salon gewesen sein.
Czerny setzt sowohl die Flöte als auch das Klavier effektvoll in Szene; die beiden Solisten spielen exzellent aufeinander abgestimmt, und zeigen im Dialog, dass diese aparte Musik durchaus einen Platz im Repertoire verdient hätte. Allerdings würde man sich wünschen, dass der Flötenton von Kazunori Seo noch runder und farbenreicher wird, besonders in der Höhe. Trotz zahlreicher Auszeichnungen und Preise bei Wettbewerben – der Solist ist technisch zweifelsohne gut, aber bei Klang und Ausdruck gibt es noch Reserven.
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