Ottavio Dantone und seine Accademia Bizantina - in Minimalbesetzung, diesmal nur als Streichquartett, verstärkt durch einen Kontrabass - haben vier Cembalokonzerte von Bach eingespielt. Der Komponist gilt mit diesen Werken für Streicher und Tasteninstrument als einer der Väter des Klavierkonzertes.
Davon ist hier freilich noch nichts zu spüren; die Cembalokonzerte, entstanden zumeist als Bearbeitungen anderer Stücke, sind hochvirtuos und setzen in ihrer musikalischen Substanz voll auf die Klangmöglichkeiten sowie die Spieltechnik des Instrumentes. Wer sich daran wagt, der muss sich warm anziehen. Dantone ist diesem Experiment bestens gewachsen. Und der schlanke Klang, den er mit seinen Streichern produziert, bekommt den Werken gut. Hier weht ein frischer Wind, und er weht offenbar jede Menge Staub hinweg. Das Ergebnis jedenfalls kann überzeugen.
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Dienstag, 13. Oktober 2009
Haydn: 11 Piano Sonatas; Alfred Brendel (Decca)
Alfred Brendel spielt Haydn - und da hört man plötzlich Wiener Klassik. Das liegt nicht nur an der Auswahl dementsprechender Werke. In dieser Interpretation gibt es nichts Gefälliges; statt Charme und Eleganz entdeckt Brendel Dramatik. Die Tempi sind überwiegend forsch. Gespielt wird virtuos; allzu melodiöses, singendes Spiel vermeidet der Pianist.
Gelegentlich aber vermeint man, eine Spur Ironie zu entdecken. Ist es die des Komponisten, der sich über musikalische Klischees amüsiert und manche Figur, manche Wendung überzieht? Oder ist es der Interpret, der darüber schmunzeln muss? In jedem Falle bietet diese Box mit vier CD etliche Stunden feinster Klaviermusik. Und dank Haydns Einfallsreichtum wird das auch niemals langweilig.
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