William Byrd (um 1540 bis 1623) gehört zu den großen Komponisten der Shakespeare-Zeit. Er galt als "englischer Palestrina", und wirkte, wie sein ebenfalls berühmter Zeitgenosse Thomas Tallis, an der Chapel Royal.
Das Ensemble Phantasm hat auf der vorliegenden CD sämtliche Werke von William Byrd zusam- mengetragen, die dieser für (Gamben-)Consort geschaffen hat. Diese Musik ist aus mehreren Gründen interessant. Zum einen war sie damals der absoluten gesellschaftlichen Elite vorbehalten; zu Byrds Lebzeiten erklang sie in Großbritannien zunächst nur bei Hofe, und dann mehr und mehr auch in den Adelshäusern. Zum anderen war die Consort-Musik damals im Reich Königin Elisabeths I. eine von sehr wenigen Möglichkeiten, Musik außerhalb der Kirche weiterzu- entwickeln.
Und wie klingt diese Musik? Beinahe hypnotisch, würde ich sagen. Denn anders als der moderne Geiger legte der Spieler einer Gambe seinerzeit Wert auf ein glattes, von deftigen individuellen Akzenten freies Klangbild. So wirkt das Gambenconsort, wenn es so perfekt und harmonisch gespielt wird wie durch die Musiker von Phantasm, oftmals wie ein einziges Instrument. Phantastisch!
Freitag, 2. März 2012
Bach: Das Wohltemperirte Clavier; Schornsheim (Capriccio)
"Das Wohltemperierte Clavier hat Zeit meines bisherigen Lebens eine heilende Wirkung auf mich ausge- übt", berichtet Christine Schorns- heim. "Ging es mir nicht gut, habe ich mich an ein verfügbares Tasteninstrument gesetzt und Fugen gespielt. Die Kraft dieser Musik spendete mir innere Ruhe, reinigte die Seele und schärfte meinen Geist für das Wesentliche."
Nun hat sich die Musikerin, die seit vielen Jahren als Cembalistin tätig ist und nach ebenfalls vielen Jahren in Leipzig seit 2002 an der Münchner Musikhochschule unterrichtet, einen Herzenswunsch er- füllt: Sie hat Bachs monumentales Werk an dem berühmten Cembalo eingespielt, das Johannes Ruckers 1624 gebaut hat, und das sich nach seiner Restaurierung nunmehr in Colmar, im Musée d'Unterlinden, befindet.
Dieses phantastische Instrument wurde hier im Blog an anderer Stelle bereits ausgiebig gewürdigt. Schornsheim setzt bei ihrer Bach-Inter- pretation ganz auf seine Klangmöglichkeiten, die sie ausgesprochen klug einsetzt. Sie spielt Bachs Präludien und Fugen klar strukturiert und transparent. Unter ihren Händen wird daraus hinreißend schöne Musik - dies ist ohne Zweifel die neue Referenzaufnahme, und sie wird diesen Status über einen sehr langen Zeitraum behalten. Gratulation!
Nun hat sich die Musikerin, die seit vielen Jahren als Cembalistin tätig ist und nach ebenfalls vielen Jahren in Leipzig seit 2002 an der Münchner Musikhochschule unterrichtet, einen Herzenswunsch er- füllt: Sie hat Bachs monumentales Werk an dem berühmten Cembalo eingespielt, das Johannes Ruckers 1624 gebaut hat, und das sich nach seiner Restaurierung nunmehr in Colmar, im Musée d'Unterlinden, befindet.
Dieses phantastische Instrument wurde hier im Blog an anderer Stelle bereits ausgiebig gewürdigt. Schornsheim setzt bei ihrer Bach-Inter- pretation ganz auf seine Klangmöglichkeiten, die sie ausgesprochen klug einsetzt. Sie spielt Bachs Präludien und Fugen klar strukturiert und transparent. Unter ihren Händen wird daraus hinreißend schöne Musik - dies ist ohne Zweifel die neue Referenzaufnahme, und sie wird diesen Status über einen sehr langen Zeitraum behalten. Gratulation!
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