Montag, 1. Dezember 2014
Karajan - The Christmas Album (Deutsche Grammophon)
Weihnachten mit Herbert von Karajan? Nicht nur für Fans des Dirigenten hat die Deutsche Grammophon aus alten Mitschnitten ein neues Weihnachtsalbum zusammengestellt. Die CD bietet sowohl die berühmten langsamen Sätze („Pastorale“) aus diversen Weihnachtskonzerten als auch bekannte Chöre und populäre Weihnachtslieder. Natürlich darf Tschaikowskis Nussknacker-Suite nicht fehlen. Es musizieren die Berliner und die Wiener Philharmoniker. Und es gibt ein Wiederhören mit einer famosen Sopranistin: Christmas With Leontyne Price hieß ein Album, das 1961 erschienen ist. Es wurde hier quasi recycelt. Im Beiheft gibt es zudem ein paar Fotos von Karajan und seinem tief verschneiten Haus in Anif, unweit von Salzburg. Sehr hübsch.
Hasse: Bella, mi parto (MDG)
Johann Adolf Hasse (1699 bis 1783) gehörte einst zu den großen
Stars, insbesondere der Opernwelt. Der Musiker, der aus Bergedorf bei
Hamburg stammt, wurde 1718 als Tenor Mitglied des Ensembles der
Hamburger Oper am Gänsemarkt. In Italien studierte er dann den
aktuellen Opernstil sozusagen an der Quelle. Und als sein Lehrer
Alessandro Scarlatti starb, gelang es ihm, die entstandene Lücke zu
füllen: Innerhalb weniger Jahre wurde Hasse zu einem der
erfolgreichsten Opernkomponisten seiner Zeit.
Von Neapel und Venedig bis nach Dresden und von London bis Warschau erklang Hasses Musik. Selbst in Spanien waren seine Arien bekannt und beliebt; sie gehörten zu jenen Stücken, die der Kastrat Farinelli täglich für den schwermütigen König Philipp V. sang. Doch Hasse schuf nicht nur Opern. Seine Zeitgenossen schätzten ihn auch wegen seiner Instrumen- talmusik und seiner Kammerkantaten.
Wer sie heute aufführen möchte, der steht allerdings vor dem Problem, dass nur wenige dieser Werke im Druck erschienen sind. Die meisten Kantaten Hasses sind nur in Form von Abschriften überliefert, verfasst von den unterschiedlichsten Kopisten und verstreut über halb Europa.
Das Ensemble Musica Alta Ripa hat nun einige dieser Raritäten gekonnt bei Dabringhaus und Grimm eingespielt. Drei Solokantaten des Kompo- nisten für Altus trägt Kai Wessel vor; zudem erklingt ein wenig Kammer- musik. Besonders angetan hat es mir das charmante Konzert für Solo-Mandoline, zwei Violinen und Basso continuo. Auch wenn vermutet wird, dass Hasse diese Musik für das Musizieren im privaten Kreise geschrieben hat – es ist wundervolle Musik, und der Komponist sorgt geschickt dafür, dass der zarte Klang der Mandoline gebührend zur Geltung kommt. Sehr gelungen!
Von Neapel und Venedig bis nach Dresden und von London bis Warschau erklang Hasses Musik. Selbst in Spanien waren seine Arien bekannt und beliebt; sie gehörten zu jenen Stücken, die der Kastrat Farinelli täglich für den schwermütigen König Philipp V. sang. Doch Hasse schuf nicht nur Opern. Seine Zeitgenossen schätzten ihn auch wegen seiner Instrumen- talmusik und seiner Kammerkantaten.
Wer sie heute aufführen möchte, der steht allerdings vor dem Problem, dass nur wenige dieser Werke im Druck erschienen sind. Die meisten Kantaten Hasses sind nur in Form von Abschriften überliefert, verfasst von den unterschiedlichsten Kopisten und verstreut über halb Europa.
Das Ensemble Musica Alta Ripa hat nun einige dieser Raritäten gekonnt bei Dabringhaus und Grimm eingespielt. Drei Solokantaten des Kompo- nisten für Altus trägt Kai Wessel vor; zudem erklingt ein wenig Kammer- musik. Besonders angetan hat es mir das charmante Konzert für Solo-Mandoline, zwei Violinen und Basso continuo. Auch wenn vermutet wird, dass Hasse diese Musik für das Musizieren im privaten Kreise geschrieben hat – es ist wundervolle Musik, und der Komponist sorgt geschickt dafür, dass der zarte Klang der Mandoline gebührend zur Geltung kommt. Sehr gelungen!
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