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Montag, 25. Februar 2013

Calmus Ensemble - touched (Carus)

Das Leipziger Ensemble Calmus hat sich für seine jüngste CD ein ganz besonderes Programm ausgesucht: "Madrigale und Popsongs, klassi- sche Kompositions- und Song- writerkunst: Kann man das ver- binden?", fragen die Sänger im Beiheft - und geben auch gleich selbst die Anwort: "Man kann! Denn thematisch hat sich rein gar nichts geändert: Liebe, Sehnsucht, Schmerz, aber auch Freude, Leichtigkeit und Überschwang. Das, was unser Herz bewegt, was uns berührt, fand seit jeher in Musik seinen überzeugenden Ausdruck." 
So steht hier Michael Jackson neben Adriano Banchieri, Sting neben Henry Purcell, und auf das Lasciatemi morire von Claudio Monte- verdi antwortet Monty Python mit einem Song von Eric Idle Always look on the bright side of life. So sind die Werke auf dieser CD zugleich eine Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte. Oft dominiert der wandlungsfähige Sopran von Anja Pöche; am stärksten singt das Ensemble meines Erachtens aber dort, wo die Arrangements komplex und alle Sänger gleichermaßen gefordert sind. 

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Banchieri:Il studio dilettevole / Il metamorfosi musicale (Stradivarius)

Hört man diese witzigen Stücke, wird man staunen. Denn ihr Schöpfer Adriano Banchieri (1568 bis 1634) war ein Mönch. Banchieri stammt aus Bologna. Und eigent- lich hieß er Tommaso, doch als er 1587 in den Benediktinerorden eintrat, nahm er den Namen Adriano an. Er wirkte als Organist, Komponist und Musiktheoretiker. Seine Madrigalbücher sind offen- bar direkte Vorläufer des Musik- theaters. 
Sie erzählen Geschichten, ja, es gibt sogar einen Erzähler, doch statt Arien erklingen dann Madrigale. Diese freilich haben es in sich; sollten die Mönche sie gesungen haben, dann waren sie nicht nur höchst geübte Sänger, sondern sie dürften dabei auch eine Menge Spaß gehabt haben. Denn Banchieris Madrigale sind musikalische Kostbarkeiten ganz besonderer Art. Diese urkomischen Kabinett- stückchen fordern von den Sängern Charakterisierungskunst und beständige Registerwechsel. Die Voraussetzung dafür ist eine virtuose Gesangstechnik sowohl mit Brust- als auch mit Kopfstimme. 
Die vorliegende Aufnahme fasst zwei weniger bekannte Werke zusammen - Il studio dilettevole, besser bekannt als Il Terzo Libro delle Canzonette a tre voci, und Il metamorfosi musicale, Quarto Libro delle Canzonette a tre voci, aus den Jahren 1600 bzw. 1601. Die Musiker des Ensembles Delitiae Musicae unter Leitung von Marco Longhini zelebrieren diese köstlichen Scherze mit Hingabe. 
Sie können sich das auch leisten, denn die Sänger - Alessandro Car- mignani, Paolo Costa und Marcello Vargetto - sind wirklich brillant. Sie fisteln, näseln, brummen und tönen, wie es gerade passt, und zeigen dabei eine geradezu ansteckende Musizierlust. So wird auch der Zuhörer diese CD genießen. Denn bei aller Theatralik und allem Klamauk - in erster Linie hat Banchieri wundervolle Musik kompo- niert. Und diese wird hier höchst solide vorgetragen. Bravi!