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Sonntag, 3. Februar 2019

Alla Zingarese (Cedille)

Wenn sich Osten und Westen begegnen, dann geschehen mitunter erstaunliche Dinge. Wer hätte, beispielsweise, vermutet, dass zwei Geiger aus Shanghai und aus der Tschechischen Republik gemeinsam Zigeunerklänge erkunden? 
Yuan-Qing Yu und Pavel Šporcl kennen sich schon seit vielen Jahren; sie haben beide an der Southern Methodist University studiert, und sich damals ein Studio geteilt. Die Chinesin musiziert heute als Zweite Konzertmeisterin des Chicago Symphonie Orchestra sowie im Civitas Ensemble; ihr tschechischer Kollege ist in die Heimat zurückgekehrt, und hat dort das Gipsy Way Ensemble gegründet. Die Zigeunermusik schätzen beide – und mit dieser Doppel-CD gehen sie auf die Suche nach Spuren, die das reiche musikalische Erbe des über die halbe Welt verstreut lebenden Volkes in der klassischen Musik hinterlassen hat. 
In attraktiven Arrangements spielen die beiden Ensembles gemeinsam. Die Besetzung ist unkonventionell: Civitas besteht aus Yuan-Qing Yu, Violine, Kenneth Olsen, Violoncello, J. Lawrie Bloom, Klarinette und Bassklarinette sowie Winston Choi, Klavier. Das Gipsy Way Ensemble bilden Pavel Šporcl, Geige, Zoltán Sándor, Viola, Ján Rigó, Kontrabass und Tomáš Vontszemü, Cimbalom. Sie alle sind an ihren Instrumenten Virtuosen, und so begeistert diese CD nicht zuletzt durch Spontanität und Farbenreichtum. Brahms – warum nicht einmal ganz anders?

Dienstag, 27. Juni 2017

Brahms: Piano Quintet/ Schumann: String Quartet No. 1 (Cedille)

Man ist nie zu alt, um Neues zu wagen! Dieser Satz gilt insbesondere für den Pianisten Menahem Pressler. 1955 war er Gründungsmitglied des legendären Beaux Art Trios. Nachdem sich dieses Ensemble im Jahre 2008 aufgelöst hat, orientierte er noch einmal ganz neu. 2014 beispielsweise musizierte er erstmals mit den Berliner Philharmonikern – da war er 90 Jahre alt. 
Und auch neues Repertoire erarbeitet sich der Musiker nach wie vor. So hat Pressler, heute 94, im Jahre 2014 zum ersten Male das Klavierquintett von Johannes Brahms in f-Moll op. 34 gespielt. Partner des Pianisten war dabei das Pacifica Quartet aus den USA. Dieses Ensemble, gegründet 1994, mag man nicht mehr wirklich als „jung“ bezeichnen. Es hat bereits etliche Preise in Wettbewerben errungen, 
Simin Ganatra und Sibbi Bernhardsson, Violine, Masumi Per Rostad, Viola, und Brandon Vamos, Violoncello, haben zudem Maßstäbe setzende Einspielungen der Streichquartette von Elliot Carter (bei Naxos) und Dmitri Schostakowitsch (bei Cedille) veröffentlicht, wofür sie mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden. 
Umso besser ist es für das Ensemble, wenn es nun durch die generationen- übergreifende Zusammenarbeit mit Menahem Pressler, dem mutmaßlich ältesten aktiven Konzertpianisten der Welt, einmal mehr international auf sich aufmerksam machen kann. Und das ist nicht nur eine Marketing-Idee: Wer mit hohen Erwartungen an diese Aufnahme herangeht, der wird dann auch nicht enttäuscht. Zu erleben ist hier ein famoses Ensemblespiel – wohldurchdacht, aber nicht kopflastig, ausgewogen und perfekt aus- balanciert, aber niemals langweilig, und durchaus temperamentvoll, aber an keiner Stelle hektisch. Die CD wird komplettiert durch das Streichquar- tett Nr. 1 a-moll op. 41 Nr. 1 von Robert Schumann.