Wenn sich Osten und Westen begegnen, dann geschehen mitunter erstaunliche Dinge. Wer hätte, beispielsweise, vermutet, dass zwei Geiger aus Shanghai und aus der Tschechischen Republik gemeinsam Zigeunerklänge erkunden?
Yuan-Qing Yu und Pavel Šporcl kennen sich schon seit vielen Jahren; sie haben beide an der Southern Methodist University studiert, und sich damals ein Studio geteilt. Die Chinesin musiziert heute als Zweite Konzertmeisterin des Chicago Symphonie Orchestra sowie im Civitas Ensemble; ihr tschechischer Kollege ist in die Heimat zurückgekehrt, und hat dort das Gipsy Way Ensemble gegründet. Die Zigeunermusik schätzen beide – und mit dieser Doppel-CD gehen sie auf die Suche nach Spuren, die das reiche musikalische Erbe des über die halbe Welt verstreut lebenden Volkes in der klassischen Musik hinterlassen hat.
In attraktiven Arrangements spielen die beiden Ensembles gemeinsam. Die Besetzung ist unkonventionell: Civitas besteht aus Yuan-Qing Yu, Violine, Kenneth Olsen, Violoncello, J. Lawrie Bloom, Klarinette und Bassklarinette sowie Winston Choi, Klavier. Das Gipsy Way Ensemble bilden Pavel Šporcl, Geige, Zoltán Sándor, Viola, Ján Rigó, Kontrabass und Tomáš Vontszemü, Cimbalom. Sie alle sind an ihren Instrumenten Virtuosen, und so begeistert diese CD nicht zuletzt durch Spontanität und Farbenreichtum. Brahms – warum nicht einmal ganz anders?
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Sonntag, 3. Februar 2019
Freitag, 18. September 2015
Andreas Ottensamer - Brahms (Deutsche Grammophon)
Johannes Brahms, geboren und aufgewachsen in Norddeutschland, gilt üblicherweise nicht gerade als Volksmusikexperte; seine Hinwen- dung zu ungarischen Melodien wird eher als ein Flirt mit exotischen Klängen gesehen, und nicht als Ergebnis einer ernsthaften und tiefgreifenden Auseinandersetzung mit den Originalen. Für sein zweites Album bei der Deutschen Grammo- phon hat sich der Klarinettist Andreas Ottensamer im Werk des Komponisten auf die Spurensuche begeben.
Selbst zur Hälfte Ungar, hat er mit scharfem Blick in die Noten und Dokumente geschaut, und festgestellt, dass das ungarische Idiom für Brahms' Tonsprache weit mehr war als nur Kolorit. Im Mittelpunkt der CD steht das legendäre Klarinettenquintett op. 115, in dem man mitunter sogar eine komplette ungarische Kapelle zu hören meint. „Jeder Klari- nettist träumt davon, dieses Stück zu spielen“, meint Ottensamer. Weni- ger offensichtlich ist das ungarische Element in den beiden nachfolgenden Walzern des Komponisten. Sie erscheinen höchst wienerisch – doch die Musiker zeigen, dass sie auch durch den Csárdás mit geprägt wurden.
Andreas Ottensamer hat sich für diese Aufnahmen ein Ensemble zusam- menstellt, das diese Musik ebenfalls quasi im Blut hat: Leonidas Kavakos und Christoph Koncz, Violine, Antoine Tamestit, Viola, Stephan Koncz, Violoncello, Ödön Rácz, Kontrabass und Oszkár Ökrös am Zymbal sorgen mit Leidenschaft und virtuosem Spiel für facettenreiche Klänge. Die Musik klingt, zumal bei den beiden ausgewählten Ungarischen Tänzen, wie improvisiert. Und wer sich fragt, ob diese Tänze denn wirklich ungarische Originale sind, der erhält mit dieser CD auf diese Frage ebenfalls eine Antwort.
Zum Abschluss erklingen zwei Sätze, Két Tétel, von Leó Weiner, die sehr schön in diesen Reigen passen. Und zum Kehraus gibt’s dann noch ein Medley mit Tanzliedern aus Transsylvanien, und mit so mancher über- raschenden Wendung. Das Ensemble wird eigens dazu durch das Akkor- deon von Predrag Tomić verstärkt. Sehr spannend!
Selbst zur Hälfte Ungar, hat er mit scharfem Blick in die Noten und Dokumente geschaut, und festgestellt, dass das ungarische Idiom für Brahms' Tonsprache weit mehr war als nur Kolorit. Im Mittelpunkt der CD steht das legendäre Klarinettenquintett op. 115, in dem man mitunter sogar eine komplette ungarische Kapelle zu hören meint. „Jeder Klari- nettist träumt davon, dieses Stück zu spielen“, meint Ottensamer. Weni- ger offensichtlich ist das ungarische Element in den beiden nachfolgenden Walzern des Komponisten. Sie erscheinen höchst wienerisch – doch die Musiker zeigen, dass sie auch durch den Csárdás mit geprägt wurden.
Andreas Ottensamer hat sich für diese Aufnahmen ein Ensemble zusam- menstellt, das diese Musik ebenfalls quasi im Blut hat: Leonidas Kavakos und Christoph Koncz, Violine, Antoine Tamestit, Viola, Stephan Koncz, Violoncello, Ödön Rácz, Kontrabass und Oszkár Ökrös am Zymbal sorgen mit Leidenschaft und virtuosem Spiel für facettenreiche Klänge. Die Musik klingt, zumal bei den beiden ausgewählten Ungarischen Tänzen, wie improvisiert. Und wer sich fragt, ob diese Tänze denn wirklich ungarische Originale sind, der erhält mit dieser CD auf diese Frage ebenfalls eine Antwort.
Zum Abschluss erklingen zwei Sätze, Két Tétel, von Leó Weiner, die sehr schön in diesen Reigen passen. Und zum Kehraus gibt’s dann noch ein Medley mit Tanzliedern aus Transsylvanien, und mit so mancher über- raschenden Wendung. Das Ensemble wird eigens dazu durch das Akkor- deon von Predrag Tomić verstärkt. Sehr spannend!
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