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Freitag, 9. Oktober 2015

Pärt: Piano Music (Naxos)

Das Label Naxos hat bereits im Jahre 2011 eine CD veröffentlicht, die das Klavierwerk von Arvo Pärt würdigt. Sie startet mit den Zwei Sonatinen für Klavier op. 1, die der Komponist 1958/59 noch während seines Studiums in Tallin geschrieben hat. Mit der Partita op. 2 aus dem Jahre 1959 erfährt der Zuhörer Pärt als einen Suchenden, der althergebrachte Muster erprobt und damit experimentiert. Der Komponist hat sich auch mit mittelalterlicher Musik tiefgründig beschäftigt; das ist in Für Alina aus dem Jahre 1976 sowie in den Variationen zur Gesundung von Arinuschka (1977) nicht zu überhören. Dabei hat er erkannt, dass der sparsamen Verwendung musikalischer Mittel und vor allem auch dem Schweigen eine große Kraft innewohnt. Seine Kompositionen in den späteren Jahren erscheinen oftmals quasi als eine Form der Kontemplation mit musikalischen Mitteln. 
Die vorliegende CD endet mit Pärts Lamentate für Klavier und Orchester aus dem Jahre 2006. Es ist ein eindrucksvolles monumentales Werk, das Pärt selbst einmal als Klagegesang „für die Lebenden und nicht für die Toten“ beschrieben hat. Zu hören ist der niederländische Pianist Ralph van Raat, bei diesem Werk gemeinsam mit dem Netherlands Radio Chamber Philharmonic unter Leitung von JoAnn Falletta.

Montag, 4. März 2013

Beethoven: Triple concerto - Choral Fantasy (Doron)

Ludwig van Beethoven hat ein Werk komponiert, das, schaut man auf die Besetzung, an ein Concerto grosso erinnert. Das Tripelkonzert für Klavier, Violine und Violon- cello op. 56, entstanden 1803/04, hat aber sonst wenig Barockes - auch wenn Beethoven die drei Soloinstrumente in der Tat als Concertino auftreten lässt, wirkt das Werk eher wie Kammermusik mit Orchesterbegleitung. 
Es wird hier gespielt von Muza Rubackyte, Klavier, Michael Lud- wig, Violine, und László Fenyö, Violoncello, sowie der Litauischen Nationalen Philharmonie unter JoAnn Falletta. Das Klaviertrio musiziert hinreißend, und auch das Orchester kann sich hören lassen - insofern kann diese Aufnahme im Reigen all der großen Namen, die man mit dem Werk verbindet, durchaus achtbar bestehen. Und wie üblich folgt auf das Tripelkonzert die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester op. 80. Das wurde hier insofern wörtlich genommen, als bei diesem Livemitschnitt vom Lithuanian Festival in Vilnius 2009 durchweg der Kaunas State Choir zu hören ist - und kein hochdeko- riertes Solistenensemble. Der Chor ist exzellent, und so entfaltet die Chorfantasie von dem opulenten anfänglichen Klaviersolo bis zum Schlusschor jenen magischen Sog, den man an dem Werk so schätzt. Bravi! 

Sonntag, 30. Oktober 2011

Suk: Fairy Tale (Naxos)

Was für eine zauberhafte Musik! Josef Suk (1874 bis 1935) wurde schon im Alter von elf Jahren für würdig befunden, am Prager Kon- servatorium zu lernen. Dort stu- dierte er unter anderem Komposi- tion bei Antonín Dvorak, dessen Tochter Otylka später seine Frau wurde. 
Die drei Werke auf dieser CD orien- tieren sich noch an romantischen tschechischen Vorbildern; sie lassen aber bereits ahnen, dass Suk auch andere Traditionslinien hoch achtete und in sein Werk integrierte. So meint man gelegentlich, Klangfarben zu hören, wie man sie eher von den Impressionisten kennt. 
Dass Suk auch ein brillanter Geiger war, zeigt das erste Werk auf dieser CD, die Fantasie für Violine und Orchester in g-Moll op. 24. Den anspruchsvollen Solopart spielt Michael Ludwig. Im Zentrum dieser Aufnahme steht aber eine Suite, in der Suk eine Bühnenmusik zusammengefasst hat: Pohádka op. 16, übersetzt Ein Märchen, ent- standen für ein Schauspiel des tschechischen Dichters Julius Zeyer. Es erzählt vom Prinzen Radúz, der in Prinzessin Mahulena verliebt ist - doch bevor er sie heiraten kann, muss das Paar diverse Prüfungen bestehen. Suk spiegelt diese Geschichte in wundervoll charakterisie- render Musik. 
Das schönste der drei Stücke aber ist das Fantastické scherzo op. 25 mit seiner beeindruckenden Klangpracht, und seinem prächtigen Humor. Suk gab in diesem Werk jeder Instrumentengruppe dankbare Aufgaben; das Buffalo Philharmonic Orchestra unter JoAnn Falletta hat auch an diesem musikalischen Kabinettstück hörbar Vergnügen.