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Dienstag, 13. August 2013

Pohádka. Dvorák - Janácek - Mahler - Suk (Es-Dur)

Dem kleinen Hamburger Label Es-Dur ist mit Pohádka ein großer Wurf gelungen. David Geringas und Ian Fountain haben für dieses Programm Musik ausgewählt, die allerdings – anders, als der Titel zunächst vermuten lässt – keineswegs nur Märchen erzählt. Was die Herren Josef Suk (1874 bis 1935), Antonín Dvorák (1841 bis 1904), Leos Janácek (1854 bis 1928) und Gustav Mahler (1860 bis 1911) mit dem Thema des Albums verbindet, das erfährt der geneigte Hörer aus dem liebevoll gestalteten Beiheft.
Doch das ist letzten Endes Nebensache. Denn diese Einspielung ist einfach hinreißend. Den beiden Musikern zu lauschen, das ist ein absolutes Vergnügen. Man könnte jetzt darüber sinnieren, ob man Mahlers berühmte Lieder wirklich für Violoncello und Klavier bearbeiten muss – aber letzten Endes folgt man Geringas und Fountain gespannt, bis zum letzten Takt. Was für ein Dialog zwischen den Instrumenten, was für eine Spannung und Intensität! Hier sind zwei großartige Musikerpersönlichkeiten, zu erleben, jeder ein Meister, und auch ihr Zusammenspiel ist einfach nur grandios.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Suk: Fairy Tale (Naxos)

Was für eine zauberhafte Musik! Josef Suk (1874 bis 1935) wurde schon im Alter von elf Jahren für würdig befunden, am Prager Kon- servatorium zu lernen. Dort stu- dierte er unter anderem Komposi- tion bei Antonín Dvorak, dessen Tochter Otylka später seine Frau wurde. 
Die drei Werke auf dieser CD orien- tieren sich noch an romantischen tschechischen Vorbildern; sie lassen aber bereits ahnen, dass Suk auch andere Traditionslinien hoch achtete und in sein Werk integrierte. So meint man gelegentlich, Klangfarben zu hören, wie man sie eher von den Impressionisten kennt. 
Dass Suk auch ein brillanter Geiger war, zeigt das erste Werk auf dieser CD, die Fantasie für Violine und Orchester in g-Moll op. 24. Den anspruchsvollen Solopart spielt Michael Ludwig. Im Zentrum dieser Aufnahme steht aber eine Suite, in der Suk eine Bühnenmusik zusammengefasst hat: Pohádka op. 16, übersetzt Ein Märchen, ent- standen für ein Schauspiel des tschechischen Dichters Julius Zeyer. Es erzählt vom Prinzen Radúz, der in Prinzessin Mahulena verliebt ist - doch bevor er sie heiraten kann, muss das Paar diverse Prüfungen bestehen. Suk spiegelt diese Geschichte in wundervoll charakterisie- render Musik. 
Das schönste der drei Stücke aber ist das Fantastické scherzo op. 25 mit seiner beeindruckenden Klangpracht, und seinem prächtigen Humor. Suk gab in diesem Werk jeder Instrumentengruppe dankbare Aufgaben; das Buffalo Philharmonic Orchestra unter JoAnn Falletta hat auch an diesem musikalischen Kabinettstück hörbar Vergnügen. 

Montag, 7. Februar 2011

Romantic Works for Violin (Genuin)

Diese CD mit romantischer Musik für Violine erinnert an zwei große Musiker. Da ist zum einen die Solistin, Christine Raphael (1943 bis 2008), die sich zeitlebens für das Andenken ihres Vaters ein- setzte. Und sie erinnert an den 50. Todestag von Günter Raphael (1903 bis 1960), Sohn eines Kirchenmusikers und einer Geigerin. Er wurde nach seinem Studium an der Musikhochschule in Berlin 1926 vom damaligen Thomaskantor Karl Straube als Lehrer für Kontrapunkt und Musiktheorie an das Kirchenmusikali- sche Institut nach Leipzig berufen. Dort wurde er auch als Komponist gefeiert; noch im gleichen Jahr war die Uraufführung seiner 1. Sinfo- nie unter Wilhelm Furtwängler im Leipziger Gewandhaus zu erleben. Straube hatte ihn bereits zu seinem Nachfolger ausersehen - doch dann kamen die Nationalsozialisten an die Macht, und Raphael verlor 1934 als "Halbjude" seine Anstellung.
Er heiratete eine Schülerin, die dänische Pianistin Pauline Jessen, und ging mit ihr nach Meiningen, wo sie die Familie mit ihrer Tätigkeit als Musiklehrerin ernährte. Raphael erhielt Berufsverbot; seine Werke wurden nicht mehr aufgeführt und nicht mehr verlegt. 1940 wurde bei ihm eine schwere Tuberkulose festgestellt, was mehrere Opera- tionen und Sanatoriumsaufenthalte nach sich zog. Nach dem Krieg war seine Leidenszeit noch nicht vorbei; er hatte es schwer, im Musikleben wieder Fuß zu fassen. Zwar wurde ihm 1956 die Position des Thomaskantors angeboten, aber er lehnte ab - zum einen, weil er nicht in der DDR arbeiten wollte, zum anderen, weil es um seine Gesundheit noch immer nicht zum besten stand. 1957 wurde er schließlich Professor an der Musikhochschule Köln. Drei Jahre später starb er an den Folgen seiner Erkrankung.
Leider ist seine Musik nicht Gegenstand dieser CD. Zu hören sind Dvoráks Violinkonzert in a-Moll, op. 53, in einer Aufnahmen aus den 70er Jahren mit den Nürnberger Symphonikern (die leider auch danach klingt), sowie die Vier Stücke op. 17 für Violine und Klavier von Josef Suk und die Drei Romanzen op. 94 von Robert Schumann, die Christine Raphael 1983 gemeinsam mit dem Pianisten Rainer Gepp eingespielt hat. Hier hat die Solistin eher die Chance, zu gestalten und zu strukturieren - und der Schumann gefällt mir richtig gut. Abschließend sind zwei Werke von Eugène Ysaye zu hören, Les Neiges D'Antan op. 23 und die Berceuse in f-Moll op. 20 - hübsche Miniaturen, die Raphael gemeinsam mit dem Rheinischen Kammer- orchester unter Jan Corazolla spielt. Dabei handelt es sich um eine Aufzeichnung aus dem Jahr 1985. Und wenn man diese CD anhört, sollte man das immer bedenken.