Posts mit dem Label Gänsbacher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gänsbacher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. August 2013

Im Gleichschritt - Fortschritt - Marsch! (Musikmuseum)

Das Tiroler Landesmuseum Ferdi- nandeum in Innsbruck pflegt in seiner Sammlung auch einen reichen Schatz an Musikinstrumen- ten und Musikalien. Das darf man durchaus wörtlich nehmen, denn diese Einrichtung beschränkt sich nicht darauf, die Dinge in die Vitrine zu stellen. Auf dieser CD erklingen Märsche, vom Bläser- ensemble des Ferdinandeums unter Leitung von Alfredo Bernar- dini gespielt auf historischen Instrumenten – und das erweist sich bald als außerordentlich spannend. Denn hier ist keine Blas- kapelle zu hören, wie wir sie heute gewohnt sind. 
Die CD kombiniert Tiroler Musik aus der ersten Hälfte des 19. Jahr- hunderts mit Werken bekannter Komponisten wie Joseph und Michael Haydn, Franz Schubert oder Felix Mendelssohn Bartholdy. Es erklingen Instrumente, die heute so zumeist nicht mehr gebräuchlich sind, wie Klappentrompeten oder Ophikleide. Einige patriotische Stücke erinnern an die bewegte Geschichte Tirols. Doch auch die Militärmusik der türkischen Janitscharen – sie haben Wien gleich zweimal belagert – mit ihrem dominanten Schlagwerk hat ihre Spuren hinterlassen, und zwar in Form beeindruckender türkischer Märsche. Faszinierend! 

Montag, 12. April 2010

Der musikalische Salon der Annette von Menz (Dynamic)

Annette von Menz war noch keine zwanzig Jahre alt, als ihre Eltern starben. Die junge Frau erbte ein prächtiges Palais in Bozen, ein beträchtliches Vermögen - und eine Musikaliensammlung, die ihr Vater, ein wohlhabender Kaufmann und Mäzen, zusammengetragen hatte. 
Auch Annette von Menz interes- sierte sich für Musik; sie lud zu musikalischen Akademien ein, und umgab sich mit Musikern - was dafür sorgte, dass auch ihr Noten- fundus beträchtlich weiter wuchs. Ihre Tochter führte dann die Musikaliensammlung Toggenburg weiter. Die vorliegende CD stellt einige Stücke für Gitarre solo bzw. für Gitarre und Flöte aus dieser Kollektion vor - und gewährt so einen erstaunlichen Einblick in das Repertoire, das die gehobene Hausmusik zu Beginn des 19. Jahr- hunderts prägte. 
Diese Werke sind anspruchsvoll, aber nicht zu sehr, so dass ein geübter Laie durchaus Vergnügen daran haben kann. Sie sind eingängig und gefällig, so dass sie sich auch im Salon zur Unterhaltung von Gästen gut eignen. Der Flötist Luigi Lupo und der Gitarrist Giuseppe Carrer erwecken diese längst verklungenen Werke im Palais Toggenburg noch einmal aus dem Vergessen, dem sie mit dem Unter- gang jener musikalischen Tradition anheim gefallen sind. So erinnert die CD an Kleinmeister wie Johann Baptist Gänsbacher, Joseph Ewald Reiner, Johann Nepomuk Huber oder Leonhard von Call.