Das Tiroler Landesmuseum Ferdi- nandeum in Innsbruck pflegt in seiner Sammlung auch einen reichen Schatz an Musikinstrumen- ten und Musikalien. Das darf man durchaus wörtlich nehmen, denn diese Einrichtung beschränkt sich nicht darauf, die Dinge in die Vitrine zu stellen. Auf dieser CD erklingen Märsche, vom Bläser- ensemble des Ferdinandeums unter Leitung von Alfredo Bernar- dini gespielt auf historischen Instrumenten – und das erweist sich bald als außerordentlich spannend. Denn hier ist keine Blas- kapelle zu hören, wie wir sie heute gewohnt sind.
Die CD kombiniert Tiroler Musik aus der ersten Hälfte des 19. Jahr- hunderts mit Werken bekannter Komponisten wie Joseph und Michael Haydn, Franz Schubert oder Felix Mendelssohn Bartholdy. Es erklingen Instrumente, die heute so zumeist nicht mehr gebräuchlich sind, wie Klappentrompeten oder Ophikleide. Einige patriotische Stücke erinnern an die bewegte Geschichte Tirols. Doch auch die Militärmusik der türkischen Janitscharen – sie haben Wien gleich zweimal belagert – mit ihrem dominanten Schlagwerk hat ihre Spuren hinterlassen, und zwar in Form beeindruckender türkischer Märsche. Faszinierend!
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Montag, 19. August 2013
Dienstag, 17. Mai 2011
Märsche aus dem kaiserlichen Wien (Ziehrer-Edition)
Die Österreicher müssen zur Zeit der Monarchie nach Musik schier verrückt gewesen sein. Regiments- kapellen, Platzkonzerte, Marsch- musik, viele, viele Feste, die eben- falls musikalisch umrahmt werden wollten, Operetten, Bälle - kurz und gut, wer das liebevoll zusammen- gestellte Beiheft zu dieser CD liest, der ahnt, wozu die vielen Märsche seinerzeit gut waren.
Carl Michael Ziehrer (1843 bis 1922), der die meisten der hier vom Original C.M.Ziehrer Orche- ster eingespielten Werke komponierte, war ein Zeitgenosse der Strauss-Söhne. Seine Musik ist der des "Walzerkönigs" durchaus ebenbürtig; er wurde als Kapellmeister des berühmten K.u.k. Infan- terie-Regimentes Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 weithin gefeiert, und wurde 1908 zum vierten und letzten k.k. Hofballmusikdirektor ernannt.
Die jungen Wiener Musiker, die nun sein Erbe pflegen, musizieren mit Leidenschaft und jenem Temperament, das die Musik des versinken- den Habsburger-Reiches einst in ganz Europa so beliebt gemacht hatte. Diese schmissigen Märsche lassen auch gänzlich unmilitärische Menschen beschwingt mitpfeifen - mir jedenfalls gefällt die CD sehr.
Carl Michael Ziehrer (1843 bis 1922), der die meisten der hier vom Original C.M.Ziehrer Orche- ster eingespielten Werke komponierte, war ein Zeitgenosse der Strauss-Söhne. Seine Musik ist der des "Walzerkönigs" durchaus ebenbürtig; er wurde als Kapellmeister des berühmten K.u.k. Infan- terie-Regimentes Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 weithin gefeiert, und wurde 1908 zum vierten und letzten k.k. Hofballmusikdirektor ernannt.
Die jungen Wiener Musiker, die nun sein Erbe pflegen, musizieren mit Leidenschaft und jenem Temperament, das die Musik des versinken- den Habsburger-Reiches einst in ganz Europa so beliebt gemacht hatte. Diese schmissigen Märsche lassen auch gänzlich unmilitärische Menschen beschwingt mitpfeifen - mir jedenfalls gefällt die CD sehr.
Sonntag, 24. Oktober 2010
Sousa's Greatest Marches (Naxos)
John Philip Sousa (1854 bis 1932) ist der König der Marschmusik, ganz ohne Zweifel. Das liegt nicht nur an seinen Kompositionen. Unter seiner Leitung wurde die United States Marine Band zur offiziellen Kapelle des US-Präsiden- ten. Ab 1892 tourte er mit seinem eigenen Orchester durch die USA und Europa - und das so erfolg- reich, dass dieses Ensemble bald als beste Brass Band der Welt galt. Sogar ein Blasinstrument wurde nach ihm benannt - das Sousaphon, das auf seine Anregung hin aus der Tuba entwickelt wurde.
Sousa schuf mehr als 130 Märsche. Einige davon sind so populär, dass sie selbst in Europa heute noch buchstäblich jedes Kind kennt. So gilt The Stars and Stripes Forever in den USA als eine Art zweite Nationalhymne. In Deutschland war das Stück jahrelang in der Fernsehwerbung als Erkennungsmelodie eines Reinigungsmittels präsent. Das Thema des Marsches Liberty Bell, benannt nach der Glocke in Philadelphia, wurde bekannt als Eröffnungsmusik für die Fernsehserie Monty Python's Flying Circus.
Zum Standardrepertoire von Blaskapellen in aller Welt gehören auch andere seiner Werke, wie Semper Fidelis, The Black Horse Troop March oder The Washington Post, komponiert 1889 im Auftrag der gleichnamigen Zeitung. Dieser Marsch machte Sousa berühmt - und auch die Washington Post, denn er war zugleich ein Two-Step, der ein weltweites Tanzfieber entfachte. Naxos sei Dank für die tolle 2-CD-Box mit 34 Märschen des Komponisten, wunderbar eingespielt von The Royal Artillery Band unter Keith Brion.
Sonntag, 11. April 2010
Michael Haydn: Symphonies 14, 17, 19, 24, 29, 33, 40 & 41 (cpo)
Johann Michael Haydn, der jüngere Bruder von Franz Joseph Haydn, wirkte mehr als 40 Jahre lang am Hofe des Fürstbischofs zu Salzburg - zunächst, unter Vize- kapellmeister Leopold Mozart, als "HofMusicus und Concert-Meister"; 1782, nach dem Eklat um Wolfgang Amadeus Mozart, wurde er dessen Nachfolger als Hof- und Domorga- nist.
Haydn prägte das Musikleben in Salzburg über einen langen Zeitraum. Bekannt wurde er vor allem durch seine eindrucksvolle Kirchenmusik, die bis heute ihren Platz im Repertoire hat; er schrieb jedoch auch zahlreiche Vokal- werke zur Aufführung in geselliger Runde, und gilt er als der Schöpfer des Männerquartetts. Michael Haydn war zudem ein exzellenter Musikpädagoge; zu seinen Schülern gehören beispielsweise Antonio Diabelli und Carl Maria von Weber.
Seine Sinfonien und Märsche sind gefällig, aber nicht außergewöhn- lich; sie sind abwechslungsreich und sorgsam instrumentiert. Die Deutsche Kammerakademie Neuss, geleitet von Frank Beermann bzw. Johannes Goritzki spielt seine Werke liebevoll und mit Esprit.
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