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Dienstag, 29. April 2014

Jauchzt, alle Lande (Ambitus)

Vier Werke hat Organist Wieland Hofmann für diese CD ausgewählt. Sie stammen durchweg von Komponisten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geboren wurden: Im Schaffen von Hermann Grabner (1886 bis 1969), Johann Nepomuk David (1895 bis 1977), Gerard Bunk (1888 bis 1958) und Friedrich Klose (1862 bis 1942) wird deutlich, welch großen Einfluss auf die spätroman- tische Orgelmusik Max Reger und die Leipziger Schule, aber auch der österreichische Komponist Anton Bruckner hatte. Mehr noch als Wagner, Liszt und die französischen Meister haben diese beiden Vorbilder eine ganze Generation von Kirchenmusikern geprägt. Die Aufnahme zeigt aber auch, wie unterschiedlich Musiker diese Ein- flüsse verarbeitet haben. Das macht sie überaus spannend. Hofmann musiziert an der Kuhn-Orgel der Kirche St. Martin in Nürnberg; bei zwei Stücken wird der Klang der Orgel zudem durch Blechbläser ergänzt, was eine interessante Klangfarbe einbringt – zu hören ist das Blechbläserensemble der Bamberger Symphoniker unter Leitung von Till Fabian Weser. 

Samstag, 24. August 2013

Hofmann: Octet - Serenade - Sextet (MDG)

Das Werk des Komponisten Hein- rich Hofmann (1842 bis 1902) teilt ein Schicksal, wie es beileibe nicht nur unbedeutenden Musikern widerfahren ist: Zu Lebzeiten etabliert, gefeiert und hochverehrt – und nach dem Tode dann vergessen. An der Qualität der Kompositionen liegt dies nur selten, wie die Musikgeschichte zeigt. 
Hofmann ist dafür ein gutes Bei- spiel. Der Berliner Handwerker- sohn begann seine musikalische Laufbahn 1851 als Knabensopran im Domchor. Auch im Opernchor sang er mit, und verdiente sich damit ein Klavier, auf dem er fleißig übte. So wurde der Pianist Theodor Kullak auf Hofmann aufmerksam. Der Direktor der Neuen Akademie der Tonkunst unterrichtete ihn gegen ein symbolisches Honorar; auch für die anderen Fächer wie Kontrapunkt, Komposition oder Kirchenmusik fanden sich ange- sehene Lehrer. 
Nach dem Abschluss seines Studiums 1863 wirkte Hofmann als Konzertpianist, er gab Klavierunterricht und komponierte. So schrieb er mehrere Opern. Den Erfolg brachten ihm aber seine Ungarische Suite op. 16, Brahms gewidmet, die Frithjof-Sinfonie op. 22 sowie die Kantate Das Märchen von der schönen Melusine op. 30. 
Hofmann schrieb viele Lieder, aber kein einziges Streichquartett und keine größeren Werke für Klavier. Er konnte vom Komponieren leben. Das Berolina Ensemble stellt auf dieser CD Kammermusik des Komponisten vor. Diese Klänge sind Spohr wesentlich näher als Liszt – was ein Grund dafür gewesen sein könnte, dass sie seinerzeit rasch aus der Mode und in Vergessenheit geraten sind. 
Das Octett op. 80 für Flöte, Klarinette, Horn, Fagott und Streichquar- tett spielt mit Klangfarben und erinnert an die Divertimenti früherer Jahrhunderte – derart geistreiche Unterhaltung sollte man durchaus nicht geringschätzen. Elegant wirkt die Serenade op. 65 für Flöte und Streichquintett mit Kontrabass. Das letzte Werk auf der CD, das Streichsextett op. 25, orientiert sich am stärksten an klassischen Vorbildern. Und alles verweist auf grundsolides Handwerk, verbun- den mit hörenswerten, aber nicht übermäßig kühnen musikalischen Ideen. Das lässt sich im übrigen auch über die Interpretation durch das Berolina Ensemble sagen; so richtig glücklich hat mich diese CD jedenfalls nicht gemacht. 

Mittwoch, 10. November 2010

Mozart. Don Giovanni (Preiser)

Eine der ersten Gesamtaufnahmen von Mozarts Oper Don Giovanni, aufgezeichnet 1951 mit Chor und Orchester des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg unter Leopold Ludwig - gesungen aber von jener Besetzung, die damals in Wien wirkte. So ist in der Titelrolle der Bariton Paul Schöffler zu hören; den Leporello singt Erich Kunz. Anton Dermota ist als Don Ottavio zu erleben, Ludwig Hof- mann als Il Commendatore und Gustav Neidlinger als Masetto. Das sind durchweg grandiose Sänger, die zu den besten ihrer Generation gehörten. Ähnlich stark ist mit Carla Martinis (Donna Anna), Suzanne Danco (Donna Elvira) und Lore Hoffmann (Zerlina) die Front der Damen besetzt, die gegen Don Giovanni antritt. Man staunt, wie lebendig diese Aufnahme klingt, und welche Qualität diese Stimmen hatten - auch wenn Mono auf Dauer nicht wirklich vergnüglich anzu- hören ist.