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Donnerstag, 1. Juli 2021

Carnival of the Animals (Decca)


 Der britische Cellist Sheku Kanneh-Mason sowie seine Schwester Isata Kanneh-Mason, eine exzellente Pianistin, sind bereits mit Solo-Alben präsent. Nun laden die beiden jungen Musiker gemeinsam mit ihren ebenfalls sehr talentierten Geschwistern zum Karneval der Tiere ein. 

The Kanneh-Masons sind ein Phänomen; alle sieben Kinder musizieren sehr hörenswert: Animata und Braimah spielen Violine, Mariatu und Sheku Violoncello, Isata, Jeneba und Konya Klavier. Die fünf älteren Kanneh-Mason-Geschwister bilden zusammen mit Gastmusikern das Karneval-der-Tiere-Ensemble. Für die Aufnahme wurde dieses Familienorchester noch durch einige Profis verstärkt – das bringt neben Viola und Kontrabass auch so exotische Klänge wie Xylophon und Glasharmonika mit ins Spiel, was schöne Klangeffekte ermöglicht. 

Michael Morpurgo hat zu der beliebten Musik von Camille Saint-Saëns launige Verse geschrieben, die er gemeinsam mit der Schauspielerin Olivia Colman auch gleich selbst vorgetragen hat. Und weil’s so schön war, folgt auf der CD noch eine zweite Geschichte für alle Kinder, die im Englisch-Unterricht sehr gut aufgepasst haben: Morpurgos Grandpa Christmas, begleitet durch populäre klassische Musik wie Rimski-Korsakows Hummelflug, Tschaikowskis Tanz der Zuckerfee oder Eric Whitacres The Seal Lullaby, das in einer neuen Bearbeitung von allen sieben Kanneh-Mason-Geschwistern gespielt wird. 

Die Rolle des Großvaters spricht erneut der Autor selbst, und er klingt wirklich sehr sympathisch-großväterlich; als Enkelin ist Mariatu Kanneh-Mason zu hören, mit elf Jahren die jüngste der Geschwister. Sie können aber nicht nur klassisch-brav, wie Bob Marleys Redemption Song beweist, den The Kanneh-Masons zum Abschluss als Bonus in einem eigenen Arrangement spielen. Aufgenommen wurde das Album in den Londoner Abbey Road Studios. 


Montag, 12. Dezember 2011

Loriots Peter und der Wolf / Karneval der Tiere (Deutsche Grammophon)

Ein Klassiker zum Liebhaben: Loriots augenzwinkernde Texte, frei nach Sergej Prokofjew und - sehr einfühlsam - als Kommentar zu Der Karneval der Tiere von Camille Saint-Saens. 
Über die 64 Uhus, die im Orchester spielen und von einem Marabu dirigiert werden, und über die zwei Eichhörnchen, die dazu auf dem Klavier herumspringen, werden sich wohl noch Generationen köst- lich amüsieren. Es sind charmante, bezaubernde Texte, voll Poesie und auch ein bisschen frech, unnachahmlich gesprochen von Loriot höchstselbst. 
Die Musik zu Peter und der Wolf spielt das English Chamber Orchestra unter Daniel Barenboim; auch da findet sich nichts, was das Vergnü- gen trübt. Für den Karneval der Tiere erfolgte seinerzeit die Über- nahme eines Bandes aus dem Jahre 1960 von Decca; es musizieren Julius Katchen und Gary Graffman, Klavier, Kenneth Heath, Violon- cello und das London Symphony Orchestra unter Skitch Henderson. Diese Aufnahme hat, trotz Remastering, unüberhörbar ihre Jährchen auf dem Buckel. Das wirkt hier allerdings nicht wirklich störend, weil man ohnehin mehr auf die Worte Loriots lauscht. 
Und weil man davon nie genug hören kann, hat die Deutsche Gram- mophon diese Edition um Max und Moritz von Wilhelm Busch er- gänzt, einzigartig vorgetragen ebenfalls von Vicco von Bülow. Eine gewisse geistige Verwandtschaft ist da unüberhörbar. Und noch etwas wird einem schlagartig klar, im Zeitalter der Mario Barths: Loriots wundersamer Humor, er wird uns fehlen.