Posts mit dem Label Kielland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kielland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ostsee (Simax)

Musiker aus Mitteldeutschland zog es in den Norden. Johann Sebastian Bach beispielsweise wanderte nach Lübeck, um bei Dieterich Buxtehude zu lernen. Viele Musiker reisten allerdings in die reichen Hansestädte und Residenzen, um dort zu arbeiten. Diese CD zeigt auf, wie sie das Musik- leben in den Metropolen an der Ostsee mit prägten – ganz besonders auch in Dänemark und Schweden. Dafür hat das Ensemble Trondheim Barokk exemplarisch Werke von Johann Theile, Johann Vierdanck und Georg von Bertouch ausgewählt. Johann Vierdanck (um 1605 bis 1646) wurde 1615 Kapellknabe am Dresdner Hof. Er war ein Schüler von Heinrich Schütz, und wirkte später einige Zeit in Lübeck und in Kopenhagen. 1635 wurde Vierdanck Organist an der Stralsunder Marienkirche. Dort wurde er schließlich 1646 begra- ben. 
Johann Theile (1646 bis 1724) stammte aus Naumburg an der Saale. Er studierte in Leipzig und Halle Jura, und in Weißenfels Komposition als einer der letzten Schüler von Heinrich Schütz. Er hatte dann das Organi- stenamt in Stettin und in Lübeck inne, bevor er 1673 Hofkapellmeister bei Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf wurde. Mit Theiles Singspiel Adam und Eva wurde 1678 die Oper am Gänsemarkt in Hamburg eröffnet. 1685 wurde Theile als Nachfolger von Johann Rosen- müller Kapellmeister am Hofe zu Wolfenbüttel. 1694 kehrte er endgültig in die Heimat zurück, wo er Anstellung am Hofe des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz fand.
Georg von Bertouch (1668 bis 1743) stammte aus Thüringen. Er war nicht nur Komponist, sondern machte Karriere beim dänischen Militär. So war er von 1719 bis 1740 Kommandant der Festung Akershus in Christiana, heute Oslo. Er hat zu Lebzeiten keines seiner Musikstücke veröffentlicht. Dennoch geriet Bertuchs Werk nicht in Vergessenheit, weil er Triosonaten in allen 24 Tonarten geschrieben hat. Zwei davon sind auf dieser CD zu hören, nebst zwei Kantaten, bei denen es sich allerdings um Jugendwerke handeln soll. 
Vierdanck, der ebenfalls etliche Kantaten geschaffen hat, ist hier mit einer Suite für zwei Violinen und Continuo vertreten, Theile ebenfalls mit zwei Kantaten. Das Ensemble Trondheim Barokk musiziert inspiriert; es singen Ingeborg Dalheim, Sopran, Marianne Beate Kielland, Alt und Njal Sparbo, Bass. 

Donnerstag, 5. April 2012

Bach: Messe in h-Moll BWV 232; Helmut Müller-Brühl (Naxos)

Wer eine blitzsaubere Interpre- tation von Bachs h-Moll-Messe sucht, die gänzlich uneitel daher- kommt, frisch musiziert, mit einem schönen Chorklang und einem wunderbar homogenen Solisten- ensemble, dem sei diese hier empfohlen. Helmut Müller-Brühl hat sie mit dem brillanten Dresd- ner Kammerchor und dem Kölner Kammerorchester im Jahre 2003 eingespielt. Als Solisten singen Sunhae Im, Sopran, Marianne Beate Kielland, Mezzosopran, Ann Hallenberg, Alt, Markus Schäfer, Tenor und Hanno Müller-Brach- mann, Bassbariton. 

Samstag, 3. März 2012

Die Orgel der Prinzessin Anna Amalia von Preußen (Crystal Classics)

Anna Amalia von Preußen (1723 bis 1787) war die jüngste Schwester Friedrichs des Großen. Sie heiratete nie; der König machte sie 1756 zur Äbtissin des Stifts Quedlinburg. Ebenso wie ihr Bruder interessierte sie sich für Musik; Amélie, wie sie eigentlich genannt wurde, begann jedoch erst nach dem Tode ihres Vaters, des Soldatenkönigs, das Clavierspiel zu erlernen. Später nahm sie auch Unterricht im Fach Komposition, und spielte Flöte, Geige, Laute und Orgel. Ihr Kapellmeister und Musiklehrer war Johann Philipp Kirn- berger. 
Eigens für die Prinzessin wurde durch Johann Peter Migendt und Ernst Julius Marx im Berliner Stadtschloss 1755 eine Orgel errichtet. Bei ihrem Umzug ins Palais Unter den Linden ließ Anna Amalia dieses Instrument umsetzen, und 1776 erwarb sie bei dem Orgelbauer ein weiteres Instrument für ihr Sommerquartier, das Venezobresche Palais. Letzteres ist verloren; doch die "Amalien-Orgel" kam nach dem Tode der Prinzessin in die Schlosskirche nach Wendisch-Buch bei Berlin. 1936 wurde sie dort ausgebaut, weil sie in eine andere Kirche gebracht werden sollte. Dazu kam es dann nicht mehr, sie blieb ein- gelagert - glücklicherweise, denn sonst wäre sie wie die Gotteshäuser durch Bomben zerstört worden. 
Nach dem Krieg fand die Amalien-Orgel in Berlin-Karlshorst ihren Platz. Dort war Roland Münch Organist, und er hat in den 80er Jahren auch die vorliegende CD eingespielt. Für dieses Orgelporträt hat der Kirchenmusikdirektor Werke von Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach, Kirnberger sowie drei weniger bekannten Berliner Organisten ausgewählt. Daran zeigt er exemplarisch die Klangmöglichkeiten des Instrumentes auf. 

Dienstag, 29. März 2011

Bach: St Matthew Passion; Müller-Brühl (Naxos)

Bachs Matthäuspassion in einer durchaus überzeugenden Auf- nahme aus dem Jahre 2005. Insbesondere Nico van der Meel als Evangelist erzählt die Passions- geschichte derart spannend, dass man manchmal an ein Hörbuch denken muss. Auch Locky Chung gestaltet die Partien des Petrus/Ju- das/Pilatus so durchdacht und lebendig, wie man das selten zu hören bekommt. Raimund Nolte als Jesus gelingt das nicht ganz so. 
Die Arien singen Claudia Couwen- bergh, Sopran, Marianne Beate Kielland, Mezzosopran (mit dem entsprechend hellen Timbre, was mir hier nicht ganz so gut gefällt), Markus Schäfer, Tenor und Hanno Müller-Brachmann, Bass - durch- weg schöne, gut geführte Stimmen. Das gilt auch für die beiden be- teiligten Chöre, den Dresdner Kammerchor und den Kölner Domchor; ein gut ausgebildeter Knabenchor übrigens, wie die Knabensoli beweisen. Es musiziert das Kölner Kammerorchester, damals noch geleitet von Helmut Müller-Brühl. Die Interpretation ist rundum klangschön, und ansonsten unspektakulär. Wer eine solide Aufnahme sucht, die man gut anhören kann, ohne sich über Ecken und Kanten zu ärgern, der sollte sich diese hier kaufen.