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Dienstag, 19. Juni 2012

Mozart: Divertimenti (Naxos)

Die Geschichte des Kölner Kam- merorchesters ist geprägt durch seinen langjährigen Leiter Helmut Müller-Brühl. Eigentlich wollte der Dirigent ja Priester werden. Doch dann musste er, noch als Novize, eine Tuberkulose auskurieren, und wurde in dazu in die Schweiz geschickt. Dort frönte Müller-Brühl seiner zweiten Leidenschaft: Er nahm Unterricht am Luzerner Konservatorium, unter anderem bei dem großen Geiger Wolfgang Schneiderhan, und interessierte sich auch für die Arbeit des von dem Virtuosen geleiteten Kammer- orchesters Festival Strings Lucerne. 
Zurück in Bonn, begann der junge Mann, ein eigenes Ensemble auf- zubauen - das Junge Kölner Streicherensemble, das 1958 im Brühler Schloss Augustusburg sein erstes Konzert gab. 1963 erhielt sein junges Orchester die Erlaubnis, den traditionsreichen Namen Kölner Kammerorchester zu führen. 
Schon bald waren die Brühler Schlosskonzerte des Ensembles weithin bekannt. Nach einem Intermezzo auf historischen Instrumenten etablierte Müller-Brühl ab 1988 die Konzertreihe Das Meisterwerk. Sie konzentriert sich auf Musik vom Barock bis zur Klassik, und musiziert wird erneut vom Kölner Kammerorchester - auf modernen Instrumenten, aber historisch informiert. 
Schrittweise übergab der Musiker seine Aktivitäten an jüngere Kollegen; ab 2008 verwirklichte er nur noch einzelne Projekte mit dem Kölner Kammerorchester, wie die Gestaltung der Pfingstmesse 2009 im Petersdom mit Haydns Harmoniemesse. Im Januar 2012 starb Helmut Müller-Brühl. Sein musikalisches Vermächtnis ist umfangreich; den Schlusspunkt setzt diese schöne, altersweise Einspielung der Mozart-Divertimenti KV 251 und 334, die er im September 2011 mit "seinen" Musikern aufgenommen hat. 

Donnerstag, 5. April 2012

Bach: Messe in h-Moll BWV 232; Helmut Müller-Brühl (Naxos)

Wer eine blitzsaubere Interpre- tation von Bachs h-Moll-Messe sucht, die gänzlich uneitel daher- kommt, frisch musiziert, mit einem schönen Chorklang und einem wunderbar homogenen Solisten- ensemble, dem sei diese hier empfohlen. Helmut Müller-Brühl hat sie mit dem brillanten Dresd- ner Kammerchor und dem Kölner Kammerorchester im Jahre 2003 eingespielt. Als Solisten singen Sunhae Im, Sopran, Marianne Beate Kielland, Mezzosopran, Ann Hallenberg, Alt, Markus Schäfer, Tenor und Hanno Müller-Brach- mann, Bassbariton. 

Dienstag, 29. März 2011

Bach: St Matthew Passion; Müller-Brühl (Naxos)

Bachs Matthäuspassion in einer durchaus überzeugenden Auf- nahme aus dem Jahre 2005. Insbesondere Nico van der Meel als Evangelist erzählt die Passions- geschichte derart spannend, dass man manchmal an ein Hörbuch denken muss. Auch Locky Chung gestaltet die Partien des Petrus/Ju- das/Pilatus so durchdacht und lebendig, wie man das selten zu hören bekommt. Raimund Nolte als Jesus gelingt das nicht ganz so. 
Die Arien singen Claudia Couwen- bergh, Sopran, Marianne Beate Kielland, Mezzosopran (mit dem entsprechend hellen Timbre, was mir hier nicht ganz so gut gefällt), Markus Schäfer, Tenor und Hanno Müller-Brachmann, Bass - durch- weg schöne, gut geführte Stimmen. Das gilt auch für die beiden be- teiligten Chöre, den Dresdner Kammerchor und den Kölner Domchor; ein gut ausgebildeter Knabenchor übrigens, wie die Knabensoli beweisen. Es musiziert das Kölner Kammerorchester, damals noch geleitet von Helmut Müller-Brühl. Die Interpretation ist rundum klangschön, und ansonsten unspektakulär. Wer eine solide Aufnahme sucht, die man gut anhören kann, ohne sich über Ecken und Kanten zu ärgern, der sollte sich diese hier kaufen. 

Samstag, 26. Juni 2010

Bach: Favourite Arias and Choruses (Naxos)

Diese CD aus dem Hause Naxos fasst verschiedene Bach-Einspie- lungen mit dem Kölner Kammer- orchester unter Helmut Müller- Brühl zusammen. Um es gleich zu schreiben: Diese Häppchen- sammlung macht Appetit auf mehr.
Das liegt nicht zuletzt am Dresdner Kammerchor, der, bestens präpa- riert von seinem Gründer und langjährigen Leiter Hans-Christoph Rademann, wirklich brillant singt. Die Ausschnitte jedenfalls lassen auf eine der besten h-Moll-Messen hoffen, die ich je gehört habe - und auf eine ebenfalls grandiose Matthäuspassion.
Vorgestellt werden zudem einige Arien aus Kantaten. Müller-Brühl nimmt die Tempi in aller Regel sportlich, was dem Ausdruck nicht immer gut tut. Aber das vergisst man schnell wieder, wenn man den jungen Solisten lauscht, die durchweg zumindest anständig, in einigen Fällen sogar exzellent singen. So erweist sich die klug gestaltete Kreuzstab-Arie mit Hanno Müller-Brachmann ebenso als Über- raschung wie die Vergnügte Ruh mit Marianne Beate Kielland, die hier mit einem herrlichen dunkel timbrierten Alt überzeugt. Außer- dem versteht man jedes Wort, was ja leider gar nicht selbstverständ- lich ist. Bravi!