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Dienstag, 10. August 2021

Bach: Goldberg Variations; Kraggerud (Simax)


 Kann man die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach auch mit einem Kammerorchester aufführen? Bernt Simen Lund und Henning Kraggerud haben ein Arrangement dafür geschrieben, das dem Original auf faszinierende Weise gerecht wird – und das Arctic Philharmonic Chamber Orchestra musiziert obendrein hinreißend. Eine der schönsten Aufnahmen der Goldberg-Variationen überhaupt. 

Kombiniert wird Bachs berühmtes Werk mit Topelius Variations, mit denen Henning Kraggerud dem finnischen Historiker und Poeten Zacharias (Zachris) Topelius (1818 bis 1898) seine Referenz erweist. 


Sonntag, 9. November 2014

Mozart: Divertimento in E flat major (Naxos)

Zwei Werke, die Wolfgang Amadeus Mozart für Streicher komponiert hat, enthält diese CD aus dem Hause Naxos. Das Divertimento in Es-Dur KV 563, entstanden 1788, widmete Mozart seinem langjährigen Freund Johann Michael Puchberg, einem erfolgreichen Textilfabrikanten, der in derselben Freimaurerloge verkehrte wie der Musiker. Es ist eines der schönsten Werke Mozarts, wie ich finde. 
Erklungen ist es übrigens erstmals in Dresden. Dort weilte Mozart im April 1788 als Begleiter des Prinzen Carl von Lichnowsky. Am 13. April gab er im Hotel de Pologne ein Privat- konzert, gemeinsam mit dem Hoforganisten Anton Teyber, der die Geige spielte, und mit dem renommierten Cellisten Anton Kraft, der nach Norddeutschland unterwegs war, auf einer Konzertreise mit seinem elfjährigen Sohn Nikolaus. Mozart war damals so berühmt, dass er sogar am Dresdner Hof vor dem Kurfürsten spielen durfte. Das war eine hohe Ehre, denn Friedrich August III. empfing eigentlich niemals reisende Künstler. Das Krönungskonzert hat ihm wohl gefallen; Mozart jedenfalls erhielt für seinen Auftritt eine Tabaksdose und hundert Dukaten, was seinerzeit ziemlich viel Geld war. 
Das Trio in G-Dur KV 562e schrieb Mozart ebenfalls 1788; allerdings hat er dieses Werk nicht vollendet. Dennoch ist das Fragment hörenswert. Henning Kragerrud, Violine, Lars Anders Tomter, Viola, und Christoph Richter am Violoncello musizieren angemessen elegant. Man spürt, dass die drei Musiker ihre Leidenschaft für die Kammermusik eint – und erfreut sich an ihrem harmonischen, perfekt austarierten Spiel. 

Dienstag, 13. Juli 2010

Spohr: Concertos for Two Violins (Naxos)

Louis Spohr war ein unterneh- mungslustiger und wahrscheinlich auch unbequemer Zeitgenosse. Als er 15 Jahre alt war, ernannte ihn der Herzog von Braunschweig zum Kammermusiker, und versprach, ihn von einem der führenden Musiker der damaligen Zeit aus- bilden zu lassen. So kam es, dass der Junge wenig später mit dem Münchner Musikus Franz Eck nach Russland reiste - was ihn nach- haltig beeindruckt hat. Insbesondere das Erlebnis des russisch-orthodoxen Gottesdienstes mit seinem antiphonalen Wechselgesang prägte sein Schaffen. Doch auch die Lust an musikali- schen Erkundungen blieb Spohr zeitlebens erhalten. Immer wieder ging er auf Konzertreisen.
Schon bald war er, neben seinem Zeitgenossen Paganini, als Violin- virtuose europaweit hochangesehen. Auch seine Kompositionen zeugen von seinem hohen künstlerischen Anspruch, ebenso wie von handwerklichem Vermögen. Diese CD stellt zwei seiner Concertantes vor, Doppelkonzerte für zwei Violinen, die Spohr gern mit seinen Meisterschülern gespielt haben soll. Die beiden Solisten agieren hier auf Augenhöhe; die Werke erinnern eher an die Doppelkonzerte Bachs und an die barocken Concerti grossi als an romantische Virtuosen- musik. Spohrs typische Art, Themen zu entwickeln und fortzuschrei- ben, belegt auch das Violinduett in G-Dur op. 3 Nr. 3 - ein lebhafter Dialog zweier gleichberechtigter Partner. 
Die beiden Solisten Hennig Kraggerud und Oyvind Bjora haben hörbar Vergnügen an den traumhaft schönen Melodien und eleganten harmonischen Wendungen. Den Zuhörer freut zudem die brillante Begleitung durch die Oslo Camerata und das Barrat Due Kammer- orchester, unter Leitung von Stephan Barratt-Due. Er wirkt seit vielen Jahren erfolgreich als Professor für Violine, und zu seinen Schülern gehörten einst auch die beiden Solisten. Das kommt der Aufnahme zugute, die wie aus einem Atem gespielt wird. Phantastisch!