Henry Vieuxtemps (1820 bis 1881) hat nicht nur sieben berühmte Violinkonzerte geschrieben, son- dern auch eine Vielzahl minde- stens ebenso effektvoller Piecen, teilweise für das Konzert, mitunter auch für den Salon. Misha Keylin hat vier davon gemeinsam mit dem Slovak Radio Symphony Orchestra unter Andrew Mogrelia für das Label Naxos eingespielt.
Die Fantasia appassionata op. 35 und Ballade et Polonaise op. 38, beide 1860 erstmals veröffentlicht, sind Virtuosenstücke, die dem Solisten nach einer kurzen Orchester- einleitung alle Chancen geben, seine Kunst zu zeigen. Ähnliches gilt auch für die Fantaisie-Caprice op. 11, die Vieuxtemps 1840 im Bolschoi-Theater zu St. Petersburg zum ersten Male gespielt hat.
Der belgische Violinist konzertierte mehrfach in Russland, und war sechs Jahre lang Hofviolinist des Zaren Nikolaus I. Er begründete die Violinschule am St. Petersburger Konservatorium - der Stadt, aus der auch der Solist dieser Einspielung stammt. Allerdings ging Misha Keylin im Alter von neun Jahren zur Ausbildung nach Amerika. Er studierte bei Dorothy DeLay an der Juilliard School, und lebt heute in New York.
Die Brücke in die Vereinigten Staaten schlägt diese CD auch musika- lisch - mit Vieuxtemps' Greeting to America op. 58, Variationen um Yankee Doodle und The Star-Spangled Banner. Dieses knackige Stück ist nur eines von etlichen, mit denen der Violinist einst auf seinen Konzertreisen durch die USA das Publikum begeisterte. Die vorlie- gende Interpretation wird auch dem heutigen Zuhörer gefallen.
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Mittwoch, 16. November 2011
Montag, 24. Januar 2011
Kreutzer: Violin Concertos Nos. 17, 18 and 19 (Naxos)
Rodolphe Kreutzer (1766 bis 1831) gehört mit Pierre Rode und Pierre Baillot zu den Begründern der grandiosen französischen Violin- schule. Der Musiker erhielt ersten Unterricht von seinem Vater, dann studierte er bei Anton Stamitz. Kreutzer gab sein Debüt im Alter von zwölf Jahren; vier Jahre später wurde er zum Mitglied der Königli- chen Kapelle ernannt.
Er wirkte als Professor für Violine am Pariser Konservatorium, als Solo-Violinist am Théatre Italien und in der Privatkapelle Napoleons I., als Königlicher Kapellmeister und als Leiter der Pariser Oper. Kreutzer war in Frankreich hoch ge- achtet, und wurde unter anderem 1824 mit dem Titel eines Chevalier de la Légion d'honneur ausgezeichnet.
Er komponierte unter anderem 40 Opern, 42 Etüden und Capricen für seine Violinschüler, und 19 Violinkonzerte. Kreutzer hat Generatio- nen von Geigern ausgebildet; er lehrte, bis ihm ein Unfall das Spielen unmöglich machte. Bekannt ist er aber, weil Beethoven ihm eine Sonate widmete - die Kreutzer übrigens nicht mochte, weil sie seinem Stil überhaupt nicht entsprach. Seine Violinkonzerte zeigen, wie Kreutzer spielte: Mit Ausdruck und mit schönem Ton, immer legato, den Bogen hübsch auf den Saiten, sehr edel und sehr französisch bis in die Begleitung durch das große Orchester, das er ebenso meisterhaft führte wie seinen Violinpart.
Auf dieser CD werden seine drei letzten Konzerte von einem deut- schen Geiger gespielt. Axel Strauss, der seit 1996 in den USA lebt, und als Professor für Violine am San Francisco Conservatory of Music unterrichtet, musiziert gemeinsam mit dem Orchester dieser Musik- hochschule, das von seinem Leiter Andrew Mogrelia dirigiert wird. Die Aufnahme ist nicht perfekt, aber sehr achtbar - und sie macht deutlich, dass sich die französische Violinschule vom Virtuosen- training ihrer europäischen Nachbarn hörbar unterscheidet. Und allein das ist schon sehr spannend.
Er wirkte als Professor für Violine am Pariser Konservatorium, als Solo-Violinist am Théatre Italien und in der Privatkapelle Napoleons I., als Königlicher Kapellmeister und als Leiter der Pariser Oper. Kreutzer war in Frankreich hoch ge- achtet, und wurde unter anderem 1824 mit dem Titel eines Chevalier de la Légion d'honneur ausgezeichnet.
Er komponierte unter anderem 40 Opern, 42 Etüden und Capricen für seine Violinschüler, und 19 Violinkonzerte. Kreutzer hat Generatio- nen von Geigern ausgebildet; er lehrte, bis ihm ein Unfall das Spielen unmöglich machte. Bekannt ist er aber, weil Beethoven ihm eine Sonate widmete - die Kreutzer übrigens nicht mochte, weil sie seinem Stil überhaupt nicht entsprach. Seine Violinkonzerte zeigen, wie Kreutzer spielte: Mit Ausdruck und mit schönem Ton, immer legato, den Bogen hübsch auf den Saiten, sehr edel und sehr französisch bis in die Begleitung durch das große Orchester, das er ebenso meisterhaft führte wie seinen Violinpart.
Auf dieser CD werden seine drei letzten Konzerte von einem deut- schen Geiger gespielt. Axel Strauss, der seit 1996 in den USA lebt, und als Professor für Violine am San Francisco Conservatory of Music unterrichtet, musiziert gemeinsam mit dem Orchester dieser Musik- hochschule, das von seinem Leiter Andrew Mogrelia dirigiert wird. Die Aufnahme ist nicht perfekt, aber sehr achtbar - und sie macht deutlich, dass sich die französische Violinschule vom Virtuosen- training ihrer europäischen Nachbarn hörbar unterscheidet. Und allein das ist schon sehr spannend.
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