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Dienstag, 30. Juni 2020

Concerti a Quattro (Muso)

Das Ensemble Bradamante unternimmt auf dieser CD eine ebenso kreative wie unterhaltsame musikalische Rundreise durch das barocke Europa. Sie beginnt gleich mit einer Überraschung – das berühmte Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli erklingt in einer Bearbeitung durch den deutschen Flötisten Johann Christian Schickardt. 
Auch sonst wird die Besetzung, ganz im Stil der damaligen Zeit, eher flexibel gehandhabt. Rachel Heymans, Blockflöten und Barockoboe, Anne-Catherina Gosselé, Blockflöten, Leonor Palazzo, die ein fünfsaitiges Violoncello spielt, und Paule van den Driessche am Cembalo haben einige Werke so bearbeitet, wie dies für ihre Instrumente passt. Arrangiert wurde beispielsweise eine Chaconne en trio von Jacques Morel, einem Schüler von Marin Marais, ursprünglich für Querflöte, Viola da gamba und Basso continuo, sowie ein Concert de chambre à deux et trois parties von Jean-Joseph Mouret, dem ersten Leiter des Concert Spirituel. 
Bei einem Concerto a quattro, aus der Sammlung der Grafen von Schönborn in Wiesentheid, steht nicht fest, wer es komponiert hat. Experten schreiben es sowohl Händel als auch Telemann zu – bei letzterem steht es als Sonata a 4 unter TWV 43:d3 im Werkverzeichnis. 
Es ist generell interessant, wie unscharf Gattungsgrenzen seinerzeit waren. Auf dieser CD zeigen die Musikerinnen des Ensembles Bradamante, dass der Unterschied zwischen einem Concerto grosso und einer Sonata a quattro damals gar nicht so groß war. Wie kreativ die barocken Komponisten Konzert und Kammermusik verknüpften, das bereitet uns noch heute viel Vergnügen. Und so stellt das Ensemble Bradamante neben das konzertierende Quartett von Telemann und die beiden französischen Trios, die sich als verkappte Orchesterwerke erweisen, zum Abschluss noch eines jener exzentrischen Konzerte für Solisten ohne Orchester von Antonio Vivaldi, die einst gezeigt haben, was mit dem konzertierenden Prinzip alles möglich ist. Das Ensemble Bradamante begeistert mit Temperament und enormer Musizierlust. Eine CD, die allen Freunden unkonventioneller Barockmusik an dieser Stelle wärmstens empfohlen sei. 

Samstag, 3. Dezember 2016

Gloria - Festive Music for Trumpet and Organ (Tyxart)

Trompeter Hans Jürgen Huber musiziert gemeinsam mit dem Organisten Norbert Düchtel. Dabei präsentieren die beiden Solisten nicht nur Altbekanntes, wie das Air von Johann Sebastian Bach, das Ave Maria in den populären Versionen von Franz Schubert und von Charles Gounod, oder das Concerto C-Dur von Valentin Rathgeber. Ihre Musikauswahl, die vom Barock bis in die Gegenwart reicht, enthält auch eine echte Entdeckung – die Kleine Partita für Trompete und Orgel Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren von Lothar Graap (*1933). Dieses Werk passt mit seiner moderat-modernen Klangsprache perfekt an den Schluss dieser CD, die zwar festliche Glanzlichter setzt, aber nicht explizit auf das Weihnachtsfest abzielt. 
Norbert Düchtel gelingt, quasi nebenher, einmal mehr das Kunststück, mit einigen wenigen Orgel-Solowerken das Instrument in seinen Klangmög- lichkeiten vorzustellen. In diesem Falle handelt es sich um die 2005 durch die Schweizer Orgelbaufirma Mathis aus Näfels erbaute Orgel der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu Rieden in der Oberpfalz. Sie ist mit insgesamt 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal relativ klein, aber überzeugt durch ihre stimmige Disposition und ihren harmonischen Klang. Sehr hörenswert.