Trompeter Hans Jürgen Huber musiziert gemeinsam mit dem Organisten Norbert Düchtel. Dabei präsentieren die beiden Solisten nicht nur Altbekanntes, wie das Air von Johann Sebastian Bach, das Ave Maria in den populären Versionen von Franz Schubert und von Charles Gounod, oder das Concerto C-Dur von Valentin Rathgeber. Ihre Musikauswahl, die vom Barock bis in die Gegenwart reicht, enthält auch eine echte Entdeckung – die Kleine Partita für Trompete und Orgel Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren von Lothar Graap (*1933). Dieses Werk passt mit seiner moderat-modernen Klangsprache perfekt an den Schluss dieser CD, die zwar festliche Glanzlichter setzt, aber nicht explizit auf das Weihnachtsfest abzielt.
Norbert Düchtel gelingt, quasi nebenher, einmal mehr das Kunststück, mit einigen wenigen Orgel-Solowerken das Instrument in seinen Klangmög- lichkeiten vorzustellen. In diesem Falle handelt es sich um die 2005 durch die Schweizer Orgelbaufirma Mathis aus Näfels erbaute Orgel der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu Rieden in der Oberpfalz. Sie ist mit insgesamt 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal relativ klein, aber überzeugt durch ihre stimmige Disposition und ihren harmonischen Klang. Sehr hörenswert.
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Samstag, 3. Dezember 2016
Dienstag, 11. August 2015
Water Music - Tales of Nymphs and Sirens (Deutsche Harmonia Mundi)
Den Spuren antiker Wasserwesen folgt Katharina Bäuml mit ihrem Ensemble Cappella de la Torre, quer durch die Musik des des 16. und
17. Jahrhunderts. Die Musiker haben eine Menge interessanter Werke herausgesucht – beispielsweise von Luca Marenzio (1553 bis 1599), Adrian Willaert (1490 bis 1562), Thomas Morley (1557 bis 1602), Orlando di Lasso (1532 bis 1594), Tomás Luis de Victoria (1548 bis 1611) oder Lorenzo Allegri (1567 bis 1648). Von imaginären menschen- ähnlichen Wesen wie den Fluss- göttern und den Quellnymphen bis hin zum vor seinem Tode singenden Schwan tummeln sich darin die verschiedensten mythischen Gestalten. Denn in der Renaissance wurde die antike Literatur wiederentdeckt – und mit ihr ein Paralleluniversum, dessen literarische Bewohner mit dem Christentum zumeist nicht ohne weiteres in Übereinstimmung zu bringen waren.
Die Künstler und ihre Auftraggeber hat das offenbar nicht gestört. Die beiden Welten treten auch in der Musik in spannungsvolle Wechsel- beziehungen, wie diese CD zeigt: Maria wird zum maris stella, der den Gläubigen den Weg auf ihrer Lebensreise weist. In einem Gesang von Josquin Desprez ruft ein Teil der Sänger die Nymphen herbei, auf dass sie trauern helfen – während andere Stimmen einen Psalmtext vortragen, der auf die Vorpassionszeit verweist. Und Baccio Moschini lässt den Flussgott Tiber höchstpersönlich auftreten, um einem Brautpaar von höchstem Stande zu huldigen.
So wird deutlich, dass das Wasser Komponisten fasziniert hat, lang bevor Barockmusiker das Eintauchen der Ruder oder das stürmisch bewegte Meer effektvoll in Musik verwandelt haben. Die Musiker um Katharina Bäuml lassen die Frösche quaken, und die Sirenen singen; die acht Instrumen- talisten, die auf historischen Musikinstrumenten brillieren, werden dabei unterstützt durch die Sopranistin Cécile Kempenaers und Altus Benno Schachtner. Ein farben- und abwechslungsreiches, klug zusammenge- stelltes Programm – sehr erfreulich!
17. Jahrhunderts. Die Musiker haben eine Menge interessanter Werke herausgesucht – beispielsweise von Luca Marenzio (1553 bis 1599), Adrian Willaert (1490 bis 1562), Thomas Morley (1557 bis 1602), Orlando di Lasso (1532 bis 1594), Tomás Luis de Victoria (1548 bis 1611) oder Lorenzo Allegri (1567 bis 1648). Von imaginären menschen- ähnlichen Wesen wie den Fluss- göttern und den Quellnymphen bis hin zum vor seinem Tode singenden Schwan tummeln sich darin die verschiedensten mythischen Gestalten. Denn in der Renaissance wurde die antike Literatur wiederentdeckt – und mit ihr ein Paralleluniversum, dessen literarische Bewohner mit dem Christentum zumeist nicht ohne weiteres in Übereinstimmung zu bringen waren.
Die Künstler und ihre Auftraggeber hat das offenbar nicht gestört. Die beiden Welten treten auch in der Musik in spannungsvolle Wechsel- beziehungen, wie diese CD zeigt: Maria wird zum maris stella, der den Gläubigen den Weg auf ihrer Lebensreise weist. In einem Gesang von Josquin Desprez ruft ein Teil der Sänger die Nymphen herbei, auf dass sie trauern helfen – während andere Stimmen einen Psalmtext vortragen, der auf die Vorpassionszeit verweist. Und Baccio Moschini lässt den Flussgott Tiber höchstpersönlich auftreten, um einem Brautpaar von höchstem Stande zu huldigen.
So wird deutlich, dass das Wasser Komponisten fasziniert hat, lang bevor Barockmusiker das Eintauchen der Ruder oder das stürmisch bewegte Meer effektvoll in Musik verwandelt haben. Die Musiker um Katharina Bäuml lassen die Frösche quaken, und die Sirenen singen; die acht Instrumen- talisten, die auf historischen Musikinstrumenten brillieren, werden dabei unterstützt durch die Sopranistin Cécile Kempenaers und Altus Benno Schachtner. Ein farben- und abwechslungsreiches, klug zusammenge- stelltes Programm – sehr erfreulich!
Dienstag, 12. Juli 2011
Le Divin Arcadelt: Candlemas in Renaissance Rome
Diese CD ist ein musikalischer Spaziergang durch das Rom des
16. Jahrhunderts. Man stelle sich vor, man öffnet dort an einem
2. Februar - zum Fest Mariae Reinigung - Kirchentüren, und tritt in das Gotteshaus, um der Kirchen- musik zu lauschen. Zu hören sind Werke von drei führenden Kompo- nisten dieser Zeit, die alle an der Sixtinischen Kapelle beschäftigt waren.
Über Andreas de Silva weiß man fast nichts; bekannt ist, dass er für kurze Zeit als cantor et compositor in Rom wirkte. Ansonsten war er wohl auch in Florenz tätig; fünf seiner Motetten sollen im Medici-Codex enthalten sein. Auf dieser CD erklingen die Motetten Ave, regina caelorum und Inviolata, integra et casta es Maria - über- liefert in Rom und in Bologna.
Jacques Arcadelt, in den päpstlichen Rechnungsbüchern geführt als Jacobus Flandrus, war zur Zeit von Papst Paul III. unter anderem als Magister capellae der Sixtinischen Kapelle tätig. Musikhistoriker vermuten, dass er nach 1500 irgendwo in den Niederlanden zur Welt gekommen und 1568 in Paris gestorben ist. Giovanni Pierluigi da Palestrina (um 1525 bis 1594) wurde im September 1551 am päpst- lichen Hof sein Nachfolger.
Auch von diesen beiden Komponisten finden sich Werke auf dieser CD, vorgetragen durch die Sänger von Musica Contexta, unterstützt durch das English Cornett and Sackbut Ensemble. Hervorzuheben ist die enorme Klangpracht der Aufnahme; die Sänger, insbesondere auch die Bässe, sind eine Wucht, und die Bläser aus London und ihr versiertes Spiel zu loben, das hieße wohl Eulen nach Athen tragen.
16. Jahrhunderts. Man stelle sich vor, man öffnet dort an einem
2. Februar - zum Fest Mariae Reinigung - Kirchentüren, und tritt in das Gotteshaus, um der Kirchen- musik zu lauschen. Zu hören sind Werke von drei führenden Kompo- nisten dieser Zeit, die alle an der Sixtinischen Kapelle beschäftigt waren.
Über Andreas de Silva weiß man fast nichts; bekannt ist, dass er für kurze Zeit als cantor et compositor in Rom wirkte. Ansonsten war er wohl auch in Florenz tätig; fünf seiner Motetten sollen im Medici-Codex enthalten sein. Auf dieser CD erklingen die Motetten Ave, regina caelorum und Inviolata, integra et casta es Maria - über- liefert in Rom und in Bologna.
Jacques Arcadelt, in den päpstlichen Rechnungsbüchern geführt als Jacobus Flandrus, war zur Zeit von Papst Paul III. unter anderem als Magister capellae der Sixtinischen Kapelle tätig. Musikhistoriker vermuten, dass er nach 1500 irgendwo in den Niederlanden zur Welt gekommen und 1568 in Paris gestorben ist. Giovanni Pierluigi da Palestrina (um 1525 bis 1594) wurde im September 1551 am päpst- lichen Hof sein Nachfolger.
Auch von diesen beiden Komponisten finden sich Werke auf dieser CD, vorgetragen durch die Sänger von Musica Contexta, unterstützt durch das English Cornett and Sackbut Ensemble. Hervorzuheben ist die enorme Klangpracht der Aufnahme; die Sänger, insbesondere auch die Bässe, sind eine Wucht, und die Bläser aus London und ihr versiertes Spiel zu loben, das hieße wohl Eulen nach Athen tragen.
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