Die Jugend heutzutage singt nicht mehr? Das dies nicht grundsätzlich zutrifft, beweist das britische Label Signum Classics mit dieser CD, die einen exzellenten jungen Sänger vorstellt: Aksel Rykkvin, Jahrgang 2003, bewältigt scheinbar mühelos die schwierigsten Partien. Der Knabensopran singt in Kinderchor der norwegischen Nationaloper und im Knabenchor der Kathedrale von Oslo; er ist aber auch als Solist mittlerweile sehr gefragt.
Das ist kein Wunder, denn er verfügt über eine schöne und sehr geübte Stimme, die zudem erstaunlich tragfähig ist. Nicht jede Koloratur liegt Aksel Rykkvin gleichermaßen, dennoch beeindruckt die Geläufigkeit, mit der er hier Werke von Bach, Händel und Mozart vorträgt. Fast noch wichtiger aber ist sein phänomenales musikalisches Empfinden. Man höre nur die Arie Jauchzet Gott in allen Landen aus der Kantate BWV 51, mit der diese CD beginnt, das bekannte Lascia ch'io pianga aus Händels Oper Rinaldo oder die beiden Arien aus Mozarts Oper Le nozze di Figaro – das könnte auch ein Erwachsener kaum besser gestalten. Begleitet wird der junge Solist vom Orchestra of the Age of Enlightenment unter Nigel Short.
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Mittwoch, 26. April 2017
Montag, 17. November 2014
Mozart: Complete Horn Concertos (Signum Classics)
Auch wenn Wolfgang Amadeus Mozart gelegentlich derbe Scherze mit ihm trieb – für seinen Freund, den Hornisten Joseph Leitgeb, schrieb der Komponist Konzerte, die sich noch heute großer Beliebtheit erfreuen. Man fragt sich allerdings, wie die Solisten diese Werke seiner- zeit auf dem ventillosen Waldhorn bewältigt haben, denn sie sind schon auf dem heute üblichen Instrument keineswegs einfach zu spielen. Auf dieser CD demonstriert Roger Montgomery, wie schön Mozarts Konzerte auf dem Naturhorn klingen können. Zusätzlich wurde auch das selten gespielte Fragment KV 494a aufgenommen; es handelt sich dabei wohl um die Einleitung zu einem Konzert, das leider nie vollendet wurde. Montgomery musiziert gemeinsam mit dem renommierten Orchestra of the Age of Enlightenment. Er ist den hohen Anforderungen seiner Partie rundum gewachsen und begeistert durch einen wundervollen runden, warmen Hornton. Schön!
Donnerstag, 26. Juli 2012
Handel: Theodora (Glyndeboure)
Das Oratorium Theodora ist im Werk Georg Friedrich Händels ein Solitär. Ohnehin befassen sich nur drei seiner Oratorien mit genuin christlichen Themen - Messiah und La Ressurezione aber vollziehen biblische Handlungen nach. Theodora hingegen berichtet die Geschichte einer Märtyrerin. Die junge Frau aus offenbar gutem Hause hatte das Pech, zur Zeit des Kaisers Diokletian zu leben. Der wollte alle Römer bewegen, ausschließlich den römischen Göttern zu huldigen - und bestrafte Abtrünnige hart. Die Christin Theodora wurde zu einem Dasein als Prostituierte verurteilt. Doch das dauerte den Didymus, einen jungen römischen Soldaten. Er ließ sie entfliehen, und sollte dafür mit seinem Leben bezahlen. Das wiederum wollte Theodora nicht zulassen. Sie stellte sich, und ging mit Didymus in den Tod. Und weil das ziemlich wenig Handlung ist, gibt es dazu reichlich christliches Bekenntnis in Form frommer Gesänge.
Diese unerträglich öde Geschichte ist nur zu ertragen, weil sie durch Händel vertont wurde. Was die Veranstalter bewogen hat, ausgerech- net Theodora 1996 in einer Inszenierung durch Peter Sellars auf die renommierte Bühne in Glyndebourne zu bringen, das bleibt auch nach dem Anhören des Mitschnittes ein Rätsel. Daran ändern auch zumeist die exzellenten Sänger Dawn Upshaw, Lorraine Hunt, David Daniels, Richard Croft, Michael Hart-Davies und Frode Olsen sowie der Glyndebourne Chorus und das hervorragende Orchestra of the Age of Enlightenment unter William Christie nichts.
Diese unerträglich öde Geschichte ist nur zu ertragen, weil sie durch Händel vertont wurde. Was die Veranstalter bewogen hat, ausgerech- net Theodora 1996 in einer Inszenierung durch Peter Sellars auf die renommierte Bühne in Glyndebourne zu bringen, das bleibt auch nach dem Anhören des Mitschnittes ein Rätsel. Daran ändern auch zumeist die exzellenten Sänger Dawn Upshaw, Lorraine Hunt, David Daniels, Richard Croft, Michael Hart-Davies und Frode Olsen sowie der Glyndebourne Chorus und das hervorragende Orchestra of the Age of Enlightenment unter William Christie nichts.
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