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Dienstag, 3. November 2015

Händel: Oratorio Arias (Supraphon)

Die Oratorien von Georg Friedrich Händel waren zu Lebzeiten des Komponisten sehr populär, und die meisten dieser Werke sind auch heute noch beim Publikum präsent und in etlichen Einspielungen verfügbar. Eine Auswahl von Bass-Arien aus Alexander's Feast, Messiah, Acis and Galathea sowie Judas Maccabaeus hat nun Adam Plachetka gemeinsam mit dem Czech Ensemble Baroque unter Roman Válek bei Supraphon veröffentlicht. Der tschechische Sänger, ausgebildet am Prager Konservatorium, gehört seit 2010 zum Ensemble der Wiener Staatsoper. Einigermaßen erstaunt vernimmt man daher, was diese CD anbietet: Ein Orchester, das ziemlich uninspiriert und orientierungslos musiziert, und einen Solisten, der offenbar deutlich besser ausschaut, als er singt: Ein Timbre zum Erschrecken, ein Vibrato, in dem Koloraturen akustisch verschwinden wie Lichtblitze in dichtem Nebel, und dazu ein schockierender Mangel an Ausdruck. Derartige Klänge kennt man von altgedienten Sängern, wenn ihre Technik nachlässt – aber von jungen Sängern, die bei den Salzburger Festspielen oder in Covent Garden auftreten, erwartet man Format und Klasse. Beides habe ich hier schmerzlich vermisst. 

Samstag, 25. Januar 2014

20. Jubiläums-Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)

Auch in diesem Jahr wieder ver- öffentlicht Naxos den Mitschnitt der Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung. Es ist die Jubiläums-Gala, denn zum 20. Male wurden am 20. November 2013 in der Deutschen Oper Berlin Spenden zugunsten von Projekten der Deut- schen Aids-Stiftung gesammelt. Es erklangen Melodien aus Opern von Wagner, Mozart, Puccini, Verdi, Donizetti, Mozart, Massenet, Bellini und Offenbach, schwungvoll vorgetragen durch Chor und Or- chester der Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Donald Runnic- les, und etliche herausragende Solisten. In diesem Jahr beteiligten sich an der Operngala Atalla Ayan, Joyce DiDonato, Simone Kermes, Bejun Mehta, Olga Peretyatko, Massimiliano Pisapia, Adam Plachetka, Elena Tsallagova, Alexander Tsymbalyuk und Sonya Yoncheva. Und wenn noch nicht jeder Name dem geschätzten Publikum vertraut ist – man darf davon ausgehen, dass die jungen Sänger, die auf dieser CD zu hören sind, am Beginn einer großen Karriere stehen. Bei so vielen schönen Stimmen ist es schwer, einzelne Höhepunkte hervorzuheben; zu nennen sind hier aber vielleicht der Auftritt von Simone Kermes mit einer Arie aus der Oper I Masnadieri von Giuseppe Verdi, das zauberhafte O mio babbino caro von Elena Tsallagova oder die Gänsehaut-Stimme des Countertenors Bejun Mehta. Durch das Programm führte einmal mehr Max Raabe, der sich mit seinen Anmerkungen als ein würdiger Nachfolger des großen Vicco von Bülow erweist.